Amazon treibt den Ersatz von Einwegkunststoffen in seinen Versandverpackungen voran. Eine zentrale Rolle spielt dabei sogenanntes dehnbares Papier, das sich für automatisierte Verpackungsprozesse eignen soll und in Europa bereits seit mehreren Jahren eingesetzt wird.
Das sogenannte „extensible paper“ kann sich laut Amazon vor dem Reißen um fünf bis sieben Prozent ausdehnen. Damit sei es etwa zwei- bis dreimal so flexibel wie konventionelles Kraftpapier. Durch diese Eigenschaft könne sich das Material besser an Produkte anpassen und Belastungen aufnehmen. Amazon verwendet das Papier nach eigenen Angaben in Europa seit 2021. Seit 2025 wird es auch im nordamerikanischen Logistiknetz ausgerollt.
Papier für automatisierte Verpackungsprozesse
Eine Herausforderung beim Wechsel von Kunststoff zu Papier ist die Verarbeitung auf automatisierten Anlagen. Kunststoff lässt sich vergleichsweise einfach heiß versiegeln und toleriert hohe Verarbeitungsgeschwindigkeiten. Papier könne dagegen insbesondere an Falzstellen unter Belastung reißen und erfordere eine präzisere Maschinentechnik. Die höhere Dehnfähigkeit des eingesetzten Papiers soll diese Nachteile reduzieren.
Amazon hat dafür bestehende Verpackungsmaschinen umgerüstet. Sie führen das Papier von der Rolle zu, passen die Verpackungsgröße an das jeweilige Produkt an und übernehmen anschließend Versiegeln, Schneiden und Etikettieren. Zusätzlich entwickelte das Unternehmen wasserlösliche Beschichtungen, durch die sich das Papier ähnlich wie Kunststoff heiß versiegeln lassen soll. Nach Angaben von Amazon wurde dabei geprüft, dass die Beschichtungen die Rückgewinnung der Papierfasern beim Recycling nicht beeinträchtigen.
Verpackungen im Belastungstest
Vor dem Einsatz werden Materialien und Verpackungen in zwei Amazon-Laboren untersucht. Getestet werden unter anderem Reißfestigkeit sowie das Verhalten bei Feuchtigkeit und mechanischer Belastung. Ein gemeinsam mit der International Safe Transit Association entwickelter Testablauf umfasst 17 Falltests und zwei Vibrationsphasen innerhalb eines 90-minütigen Zyklus. Damit sollen Belastungen vom Fulfillment Center bis zur Haustür simuliert werden.
Nach Unternehmensangaben haben automatisierte Verpackungsanlagen in Nordamerika 2025 den Einsatz von 288 Millionen Kunststoffbeuteln vermieden. Der Anteil der dortigen Sendungen mit Einwegkunststoff-Versandverpackungen sei innerhalb eines Jahres von 65 auf 37 Prozent gesunken. Weltweit seien zudem elf Prozent der Bestellungen 2025 ohne zusätzliche Amazon-Verpackung versendet worden.
Quelle: Amazon






