Die ANWR Group sieht bei der praktischen Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung PPWR erheblichen Nachbesserungsbedarf. Vor allem für kleine und mittlere Händler seien komplexe Berichtspflichten, kurzfristige Konkretisierungen und unterschiedliche Anforderungen in den EU-Mitgliedstaaten eine Belastung.
Die grundsätzlichen Ziele der PPWR – weniger Verpackungsmüll, eine höhere Recyclingfähigkeit und europaweit einheitliche Standards – unterstützt die internationale Handelskooperation. Entscheidend sei jedoch, dass die Vorgaben auch für mittelständische Unternehmen praktisch umsetzbar bleiben.
„Die Ziele der PPWR, Verpackungen nachhaltiger und europaweit einheitlicher zu gestalten, unterstützen wir. Die neue Verordnung darf jedoch nicht zu einem zusätzlichen Wettbewerbsnachteil für kleine und mittlere Unternehmen werden“, sagt Frank Schuffelen, Vorstandsvorsitzender der ANWR Group. Kurzfristige Konkretisierungen und komplexe Berichtspflichten würden Ressourcen binden und zusätzliche Kosten verursachen.
Mehr Planungssicherheit für Händler
Nach Einschätzung der ANWR Group fehlt vielen Einzelhändlern derzeit die notwendige Planungssicherheit. Neue regulatorische Vorgaben sollten deshalb vor ihrer Einführung gemeinsam mit mittelständischen Unternehmen auf Verständlichkeit, Praxistauglichkeit und wirtschaftliche Folgen geprüft werden.
Die Handelskooperation fordert zudem angemessene Übergangsfristen, vereinfachte Verfahren und eine möglichst einheitliche Umsetzung innerhalb Europas.
Verantwortung in der Lieferkette
Besonderen Handlungsbedarf sieht ANWR bei der Verteilung der Pflichten innerhalb der Lieferkette. „Händler dürfen nicht für Produkt-, Verpackungs- oder Konformitätsinformationen haften, die ausschließlich Hersteller oder Importeure bereitstellen können“, so Schuffelen. Die entsprechenden Daten müssten vollständig, standardisiert und digital entlang der Lieferkette verfügbar sein.
Gemeinsam mit Branchenverbänden will die ANWR Group die Interessen ihrer angeschlossenen Händler im politischen Dialog vertreten. Zugleich unterstützt sie diese nach eigenen Angaben mit Beratung, Wissensvermittlung und digitalen Austauschformaten bei der Umsetzung der regulatorischen Anforderungen.
Die ANWR Group mit Sitz in Mainhausen ist eine der großen europäischen Handelskooperationen. 2024 erreichte die Gruppe nach eigenen Angaben ein Geschäftsvolumen von 19,3 Milliarden Euro. Zu ihren vier Geschäftsbereichen zählt Handel & Kooperation mit internationalen Verbundgruppen für die Branchen Schuhe, Sport und Lederwaren. Diese unterstützen angeschlossene Händler unter anderem bei Einkauf, Marketing, E-Commerce und Datenmanagement.
Quelle: ANWR






