Ardagh schließt Werk in Germersheim

Ardagh Glass Packaging will sein Werk im rheinland-pfälzischen Germersheim im dritten Quartal 2026 schließen.
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Ardagh Glass Packaging will sein Werk im rheinland-pfälzischen Germersheim im dritten Quartal 2026 schließen. Der Verpackungshersteller begründet den Schritt mit den Marktbedingungen und ordnet die Schließung in eine umfassendere Neuausrichtung seines weltweiten Glasverpackungsgeschäfts ein.

Die geplante Schließung des Standorts Germersheim gab die Ardagh Group im Rahmen ihres Berichts zum zweiten Quartal 2026 bekannt. Das Unternehmen spricht von einer Anpassung seiner Kapazitäten an die Marktnachfrage.

In Deutschland betreibt die Ardagh Group unter der Ardagh Glass GmbH insgesamt acht Glaswerke – eines davon in Germersheim. Dort werden Unternehmensangaben zufolge täglich knapp zwei Millionen Glasbehälter produziert – vor allem Getränkeflaschen. Im Werk Germersheim sind demnach aktuell rund 260 Mitarbeiter beschäftigt.

Ardagh passt Kapazitäten in Deutschland an

Hintergrund sei eine derzeit schwächere Nachfrage in Teilen des europäischen Marktes für Glasverpackungen. Ardagh Glass Packaging berichtet für Europa im zweiten Quartal zwar von einem Absatzwachstum von 3 Prozent. Dieses sei vor allem durch Spirituosen und Lebensmittel getragen worden. Bei Wein und Schaumwein gingen die Mengen dagegen zurück. Gerade in Deutschland setzt Ardagh deshalb bereits Maßnahmen zur Reduzierung der Produktionskapazitäten um.

Die Entwicklung zeigt sich auch in den Ergebnissen des europäischen und afrikanischen Glasgeschäfts. Der Umsatz von Ardagh Glass Packaging Europe & Africa stieg im zweiten Quartal 2026 von 638 Millionen auf 698 Millionen US-Dollar. Das bereinigte Ebitda sank dagegen von 127 Millionen auf 114 Millionen US-Dollar. Die bereinigte Ebitda-Marge verringerte sich damit von 19,9 auf 16,3 Prozent.

Auf Konzernebene verweist Ardagh zudem auf gestiegene Input- und Betriebskosten. Hinzu kommen kurzfristige Belastungen aus der Anpassung der Lagerbestände. Das bereinigte Ebitda des gesamten Glasverpackungsgeschäfts ging im zweiten Quartal um 4 Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um 8 Prozent zurück. Gleichzeitig stiegen die weltweiten Auslieferungen von Glasverpackungen um 3 Prozent.

„Clearly Ardagh“ soll Glasgeschäft neu ausrichten

Die Werksschließung in Germersheim ist Teil einer umfassenderen Transformation von Ardagh Glass Packaging. Unter dem Namen „Clearly Ardagh“ will der Konzern seine Produktionskapazitäten stärker an die Marktnachfrage anpassen und sein Produktionsnetzwerk weiterentwickeln. Weitere Schwerpunkte sind nach Unternehmensangaben Effizienzsteigerungen, eine Verbesserung der operativen Leistung, die Weiterentwicklung von Kundenbeziehungen und eine stärker leistungsorientierte Unternehmenskultur.

Ardagh Glass Packaging betreibt weltweit 35 Werke, davon 19 in Europa, neun in den USA und sieben in Afrika, und beschäftigt rund 12.500 Menschen. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Sparte einen Umsatz von 4,1 Milliarden US-Dollar und ein bereinigtes Ebitda von 675 Millionen US-Dollar.

Quelle: Ardagh