Trends auf dem Etikettenmarkt

Die Entwicklung auf dem Etikettenmarkt ist zum Teil auf die Dynamik der Veränderungen in den Märkten und die stetig höheren Ansprüche der Kunden im Etikettenmarkt zurückzuführen. Aber auch die zunehmend diversifizierten Produktangebote, die dramatisch schrumpfenden Auftragsgrößen, die kürzeren Lebenszyklen der Massengüter sowie die bei mehr und mehr Produkten gesetzlich vorgeschriebenen Gebrauchsanweisungen treiben die Entwicklung voran.

Als einer der weltweit führenden Lieferanten von Anlagen und Services für Verpackungs- und Etikettenhersteller ist Bobst dabei Trendsetter. Diese Entwicklung im Etikettenmarkt ist zumindest teilweise auch der Tatsache geschuldet, dass die Druckunternehmen der Etikettenbranche Veränderungen gegenüber aufgeschlossen und bereit sind, neue Druck- und Verarbeitungsverfahren zu implementieren. So hat die Vielfalt der verschiedenen Etikettenarten und -varianten in den letzten Jahren zugenommen.

Der Etikettendruckmarkt wächst kontinuierlich. Während sein Weltmarktvolumen im Jahr 2017 auf 36,98 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde, soll er Prognosen zufolge bis 2022 ein Volumen von 45,22 Milliarden US-Dollar erreichen.

Vier Trends in der Etikettenbranche

Wird diese Entwicklung anhalten? Und sollte die Etikettenindustrie als Maßstab für die gesamte Verpackungsbranche stehen? Zu beachten sind die vier wichtigsten Trends in der Etikettenbranche und ihre möglichen Auswirkungen.

1. Trend: Integration digitaler und analoger Technik

Der Etikettensektor hat den Digitaldruck frühzeitig angenommen. Getrieben von der Nachfrage des Markts nach kleineren Auflagen, stärker individualisierten Verpackungen, höherer Nachhaltigkeit und stärker auffallenden Produkten gab es bei digital gedruckten Etiketten in den letzten Jahren ein starkes Wachstum. Der übrige Verpackungsmarkt zieht nach.

Tatsächlich hat die Branche kürzlich einen Wendepunkt erreicht: Es werden mehr neue schmalbahnige Digitaldruckmaschinen als Flexodruckmaschinen installiert. Über den Etikettensektor hinaus erwarten die Analysten auch bei Wellpappe, Faltschachteln und Anwendungen mit flexiblen Materialien ein starkes Wachstum des Digitaldrucks.

M6 UV-Digital-Flexodruckmaschine

Die M6 UV-Digital-Flexodruckmaschine im Druckprozess: Die sogenannte „Print Tutor Camera“ verifiziert die Passergenauigkeit. (Bild: BOBST)

Die Digitaldruckereien bauen ihre Möglichkeiten stetig aus. Bis sich die bahnbrechenden Innovationen auf breiter Basis durchsetzen, kann es aber mitunter länger dauern als erwartet: Denn der Digitaldruck steht für eine völlig neue Art, Aufträge von der Datei bis zum fertigen Produkt abzuarbeiten. Schritt für Schritt wird er es Unternehmen ermöglichen, in Sachen Qualität und Produktivität ein neues Niveau zu erreichen. Darüber hinaus gewinnen online verfügbare, „digitale“ Produkte an Bedeutung. Dank innovativer Software können digitale Produkte online designt, abgestimmt und vermarktet werden. Das wird die Art und Weise verändern, wie Verpackungshersteller, -drucker und Markenartikelhersteller zusammenarbeiten.

Trend 2: Zunehmende Individualisierung und Premiumetiketten

Inzwischen nimmt die Nachfrage nach stärker individualisierter und personalisierter Werbung rasant zu. Das bedeutet kleinere Auflagen, zusätzliche Restriktionen aus Kostensicht und letztlich die Transformation in Richtung vollständig digitaler Arbeitsabläufe. Die Möglichkeit, Ergebnisse bei maximaler Flexibilität und mit optimalem wirtschaftlichen Wert zu produzieren, wird die Position des Digitaldrucks in allen Marktsektoren festigen.

Kleine wie auch große Markenartikelhersteller werben mit sogenannten gezielten Kampagnen, bei denen allein die Etiketten die hohe Qualität von Produkten vermitteln sollen. Etiketten werden im Druck mit verschiedenen Effekten aufgewertet, z. B. mit Heiß- und Kaltfolienprägung und Tiefdruck. Auch taktile oder haptische Effekte wie Spotlackierungen verleihen ihnen ein „Premium“-Aussehen. Einige dieser Veredelungen sind heute mit digitaler Technik machbar.

Herstellung von Etiketten

Innovative Digitaldrucklösungen von Mouvent überzeugen bei der Herstellung von Etiketten. (Bild: BOBST)

Trend 3: Bedarf für bessere Farbsteuerung – von der Datei zum fertigen Produkt

Markenartikelhersteller drängen auf Farbkonsistenz, denn sie wissen, dass jede Abweichung bei den Markenfarben die Wahrnehmung negativ beeinflussen kann.

Die stetig steigenden Anforderungen an die Farbkonsistenz werden zu einer stärkeren Nachfrage nach dem Druck mit festem Farbsatz führen. Dieser arbeitet über die Prozessfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK) hinaus mit den drei zusätzlichen Farben Orange, Grün und Violett (OGV), also mit insgesamt sieben Druckfarben (CMYKOGV). Im konventionellen Druckprozess lassen sich mit den vier Prozessfarben etwa 60 Prozent des Pantone-Farbraums darstellen. Mit den sieben Farben können bis zu 90 Prozent des Pantone-Farbraums umgesetzt werden. So führt die technische Innovation auch hier zu hochwertigeren Druckergebnissen.

Die Digitalisierung der Farbabstimmung ermöglicht heute eine 100-prozentige Übereinstimmung der gedruckten Farben mit den vorgegebenen Referenzwerten. Eine solche Farbkonsistenz ist zur Realität geworden. Markenartikelhersteller streben weltweite Farbkonsistenz an, unabhängig davon, wo ihre Druckdienstleister weltweit angesiedelt sind. Die Verpackungshersteller zeigen sich begeistert von den heute erreichbaren Ergebnissen. Diese ermöglichen es ihnen, der Forderung gerecht zu werden. Zudem erkennen sie die Vorteile, die sich für sie hinsichtlich Flexibilität und Lieferzeiten unmittelbar ergeben, wenn sie den Druck mit festem Farbsatz in Kombination mit digitalen, automatisierten Flexodruckmaschinen einsetzen.

M5 Inline-Flexodruckmaschine

Die M5 Inline-Flexodruckmaschine ist bereit für den nächsten Job. (Bild: BOBST)

Trend 4: Höherer Automatisierungsgrad – Internet der Dinge (IoT)

Die steigende Nachfrage nach kleineren Auflagen, kürzeren Lieferzeiten, mehr Flexibilität und stärkerer Individualisierung im Etikettendruck motivieren die Branche, den Automatisierungsgrad in allen digitalen und analogen Druckverfahren zu erhöhen. Das wird letztlich zu integrierten Arbeitsabläufen führen, die Produktions- und Lieferzeiten optimieren und die Kundenbedürfnisse besser befriedigen. Bereits heute können Systeme Verbindungen zu Cloud-Anwendungen herstellen, um Maschinen und die Produktivität zu überwachen.

Der höhere Automatisierungsgrad hat auch Auswirkungen auf den Personalbedarf. Menschliches Versagen ist der häufigste Grund für Produktrückrufe. Neue Lösungen werden dieses Risiko Schritt für Schritt signifikant reduzieren. Die Verantwortung der Spezialisten in der Druckvorstufe und der Mitarbeiter in der Lieferkette wird zunehmen. Sie müssen Engpässe vermeiden und reibungslose automatisierte Abläufe sicherstellen.

Etikettendruckmaschine LB702-UV

Die Etikettendruckmaschine LB702-UV für die schnelle und einfache industrielle Etikettenproduktion. (Bild: BOBST)

Pionier auf dem Weg in neue Anwendungen

Als einer der weltweit führenden Lieferanten von Anlagen und Services für Verpackungs- und Etikettenhersteller ist Bobst bei den neuesten Trends im Etikettenmarkt und in anderen Segmenten des Verpackungsmarkts tonangebend. Das Unternehmen hört seinen Kunden sehr genau zu, versteht die Anforderungen der Markenartikelhersteller und ist in der Lage, weltweit wettbewerbsfähigste Lösungen zu produzieren. 

Mit seinem erweiterten Portfolio und dem industriellen Einsatz verschiedener Drucktechniken – angefangen beim hochwertigen Flexodruck über den Druck mit festem Farbsatz bis hin zum Digitaldruck – hat das Unternehmen den Weg in neue Anwendungen geebnet. So wird seit 2013 das Konzept des Drucks mit festem Farbsatz unterstützt und 2016 die 7-Farben-Digital-Flexo-Technik des REVO-Teams auf den Markt gebracht.

Federico D'Annunzio

Federico D’Annunzio (Bild: BOBST)

„Vermutlich werden wir künftig ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen dem konventionellen Flexodruck, dem Druck mit festem Farbsatz und digitalen Drucktechniken sehen, die jeweils so eingesetzt werden, dass sie der steigenden Nachfrage nach Etiketten optimal entsprechen“, so Federico D‘Annunzio, Program Manager Hybrid Label presses, Bobst.

Kompetenzzentrum für den Digitaldruck

Darüber hinaus hat Bobst Mouvent, das Kompetenzzentrum der Bobst Group für den Digitaldruck, gegründet. Die Markteinführung der innovativen digitalen Etikettendrucker von Mouvent in Europa fand Ende 2018 statt und wird 2019 intensiviert. Zum Portfolio zählen die Minietikettendruckmaschine LB701-UV mit sechs Farben plus Weiß, die Etikettendruckmaschine LB702-UV, die eine schnelle und einfache industrielle Etikettenproduktion mit sehr hoher Druckauflösung bei optimierten Gesamtbetriebskosten bietet, sowie die wegweisende LB702-WB, die zu 100 Prozent mit wasserbasierten Tinten von Mouvent arbeitet und somit absolut frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und lebensmittelsicher ist.

Die innovativen Digitaldrucklösungen von Mouvent zur Erstellung von Etiketten bieten mit ihren 1.200 dpi höchste Druckqualität, mit 100 Meter pro Minute eine beachtliche Produktivität und dank ihrer Mouvent-Farbmanagementsoftware eine besonders große Abdeckung des Farbraums im Sechsfarbendruck: Sie überzeugen somit Markenartikler und Etikettenhersteller gleichermaßen.

Breit gestaffeltes Lösungsportfolio

Bobst entwickelt technische Lösungen, die in Produktionsprozessen den Abfall und den Energieverbrauch reduzieren, womit das Unternehmen sein Engagement für Nachhaltigkeit unterstreicht. Ein Beispiel im Bereich flexibler Materialien ist die Entwicklung von Lösungen zur Produktion von einschichtigen Hochbarrierematerialien, die voll recycelbar sind.

Generell bietet das Unternehmen der Etikettenbranche und Herstellern flexibler Verpackungen ein breites Lösungsportfolio an – angefangen bei Digitaldruckmaschinen über den Digital-Flexo-Prozess und herkömmlichen UV-Flexodruckmaschinen bis hin zu Druckwerken für verschiedene Druckprozesse.

Alle Lösungen ermöglichen eine optimale Herstellung von Produkten von hoher Qualität und kombinieren Innovationen in den Bereichen Digitalisierung, Automatisierung und Konnektivität. Indem sie alle Produktionssysteme miteinander verbinden, ermöglichen es IoT-Lösungen den Kunden, die Leistung ihrer Anlagen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu überwachen.

Lösungen von Bobst stehen für globale Servicedienstleistungen und umfassende technische Unterstützung. Sie werden zunehmend vernetzt, mit Möglichkeiten für die Bedienung und Steuerung über das Internet, mit Zugängen zu Internetportalen sowie dem Zugang zum technischen Service rund um die Uhr ausgestattet.