Rezyklate gewinnen in der Kunststoffindustrie zunehmend an Bedeutung, stellen jedoch Verarbeiter vor technische Herausforderungen: Je nach Herkunft, Sortierung und Aufbereitung können Qualität, Eigenfarbe und Verarbeitungseigenschaften deutlich schwanken. Grafe erweitert daher jetzt mit Cycolen sein Portfolio um eine neue Produktmarke für Masterbatches die speziell zur Einfärbung recycelter Polymere Anwendung finden.
Im Mittelpunkt stehen kundenspezifische Lösungen, bei denen das Masterbatch an das vom Kunden vorgegebene Recyclingpolymer angepasst wird. Lars Schulze, Head of R&D Product Development bei Grafe, erklärt, dass Cycolen eine Lösung für Verarbeiter bietet, die Rezyklate nicht nur einsetzen, sondern auch farblich und funktional in ihre Anwendungen integrieren möchten. „Entscheidend ist dabei, dass wir nicht von einem theoretischen Standardmaterial ausgehen, sondern das konkrete Recyclingpolymer des Kunden als Grundlage für die Entwicklung nutzen.“
Herausforderungen der Farbeinstellung
Die neue Produktmarke richtet sich an Kunststoffverarbeiter, die Post-Industrial- oder Post-Consumer-Rezyklate in ihren Stoffkreisläufen einsetzen und diese mit Farb-, Additiv- oder Funktionslösungen kombinieren möchten. Geeignete Kunststoffe können unter anderem PET, HDPE, PP, LDPE oder PMMA sein. Je nach Anwendung entwickelt Grafe seine Masterbatches in kundenspezifischen Farbtönen, Granulatformen und Losgrößen. Bei projektspezifischen Kundenanforderungen prüft das Unternehmen darüber hinaus auch weiterführende Materiallösungen als Compound.
Eine besondere Herausforderung liegt in der Farbeinstellung. Recycelte Polymere bringen häufig eine eigene Grundfärbung mit, die bei der Rezepturentwicklung berücksichtigt werden muss. Grafe analysiert das kundenspezifische Ausgangsmaterial und passt die Farbmitteldosierung entsprechend an. Auf diese Weise können natürliche Materialschwankungen ausgeglichen und definierte Farbziele präziser erreicht werden.
„Rezyklat ist nicht gleich Rezyklat. Jede Materialquelle bringt eigene Eigenschaften mit. Unsere Aufgabe besteht darin, diese Eigenschaften zu verstehen und daraus ein stabiles, verarbeitbares und optisch überzeugendes Masterbatch zu entwickeln.“
Dr. Michael Dirauf, Teamleiter Analytik
Funktionale Additive und gestalterische Möglichkeiten
Neben der Einfärbung können Cycolen-Masterbatches auch mit funktionellen Additiven ausgestattet werden. Dazu zählen beispielsweise Stabilisatoren, Verarbeitungshilfen, Gleit- und Antiblockmittel, Schlagzähmodifikatoren sowie UV- oder Thermostabilisatoren. Ziel ist es, die Verarbeitung und Leistungsfähigkeit von Rezyklaten gezielt zu verbessern und den Einsatz recycelter Kunststoffe in hochwertigen Anwendungen zu erleichtern.
Auch gestalterisch eröffnet Cycolen neue Möglichkeiten. Neben klassischen Farbtönen können optische Effekte, Partikel, Texturen oder Lasermarkierungen realisiert werden. Gerade im Hinblick auf kreislauffähige Produktkonzepte kann die direkte Kennzeichnung des Kunststoffes eine interessante Alternative zu zusätzlichen Etiketten darstellen. Diese Eigenschaft der Lasermarkierbarkeit bleibt auch bei weiteren mechanischen Recyclingzyklen innerhalb eines geschlossenen Systems erhalten.
Quelle: Grafe





