Datengetriebene Produktion verändert die Lebensmittelindustrie

Daten werden zum Schlüssel in der Lebensmittelproduktion und verändern die Rolle der Maschinen- und Anlagenbauer. Auf der Anuga FoodTec werden diese Entwicklungen sichtbar.
(Bild: Koelnmesse)

Datengetriebene Produktion wird zunehmend zum zentralen Element in der Lebensmittelindustrie. Diese Entwicklung verändert nicht nur die Produktionsprozesse, sondern auch die Rolle der Maschinen- und Anlagenbauer, die sich von reinen Lieferanten zu strategischen Partnern für Produktionsoptimierung entwickeln. Sie sind heute Schlüsselakteure der digitalen Transformation. Dies ist auch Thema der Anuga FoodTec , die vom 23. bis 26. Februar 2027 in Köln stattfindet.

Die Lebensmittelproduktion wird zunehmend zu einer smarten und digital vernetzten Industrie. Künstliche Intelligenz und moderne Sensorik ermöglichen es, große Datenmengen aus vernetzten Anlagen auszuwerten und Prozesse präziser zu steuern. Diese Technologien sind entscheidend, um in einer wettbewerbsintensiven Branche einen Vorteil zu erlangen. 

„Vor diesem Hintergrund gewinnen datenbasierte Technologien in der Produktion für die mittelständisch geprägten Unternehmen der Lebensmittelindustrie zunehmend an Bedeutung.“

Roland Thiemann, Director der Anuga FoodTec

Wie sich diese Entwicklungen konkret in der Praxis umsetzen lassen, zeigt die internationale Zuliefermesse vom 23. bis 26. Februar 2027 in Köln – vom Einsatz moderner Sensorik und Automatisierung über MES- und Cloud-Anwendungen bis hin zu KI-gestützten Analyse- und Steuerungssystemen.

Der Wandel der Maschinenbauer

Mit der zunehmenden Digitalisierung wandeln sich auch die Aufgaben der Maschinenbauer. Sie entwickeln sich zu Datenpartnern, die nicht nur Maschinendaten erfassen, sondern diese entlang der gesamten Wertschöpfungskette intelligent verknüpfen und nutzen. Carola K. Herbst von der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hebt hervor, dass die intelligente Nutzung von Daten entscheidend für die Produktionsoptimierung ist. Unternehmen wie die GEA Group und Krones präsentieren auf der Anuga FoodTec Plattformlösungen, die eine umfassende Analyse von Prozess- und Betriebsdaten ermöglichen.

Unterstützung durch künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz spielt eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Fachkräften in der Produktion. Sie hilft, Prozesse stabiler zu steuern und Qualitätsschwankungen zu reduzieren. Das Rahmenprogramm der Anuga FoodTec greift diese Themen unter dem Motto „Navigate Complexity. Smart. Safe. Sustainable.“ auf und bietet Vorträge und Diskussionsrunden zu zentralen Fragestellungen der Branche.

Praxisbeispiele und adaptive Prozesse

Wie datenbasierte Entscheidungen konkret in der Praxis umgesetzt werden, zeigen aktuelle Entwicklungen aus der angewandten Forschung. So wird am Fraunhofer IVV die adaptive Reinigung vorangetrieben. Ziel ist es, klassische, auf Worst-Case-Szenarien ausgelegte Reinigungsprozesse durch bedarfsgerechte Verfahren zu ersetzen. Mithilfe optischer Sensorik wird der Verschmutzungszustand der Anlage in Echtzeit erfasst: Kritische Bereiche werden gezielt intensiver gereinigt, weniger belastete Zonen ressourcenschonend behandelt.

Die Entwicklung zeigt: Künstliche Intelligenz hat in der Lebensmittelproduktion die Phase reiner Pilotprojekte verlassen und findet ihren Weg in konkrete Anwendungen. Welche Potenziale und Vorsichtsmaßnahmen sich daraus für Effizienz, Qualität und Prozesssicherheit ergeben, zeigt die Anuga FoodTec in Köln – von der Datenanalyse bis zur direkten Umsetzung im Produktionsalltag.

Quelle: Koelnmesse