{"id":47539,"date":"2021-08-18T11:31:13","date_gmt":"2021-08-18T09:31:13","guid":{"rendered":"https:\/\/packaging-journal.de\/?p=47539"},"modified":"2022-02-04T16:47:32","modified_gmt":"2022-02-04T15:47:32","slug":"wwf-calls-for-waste-avoidance-instead-of-recycling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/packaging-journal.de\/en\/wwf-fordert-abfallvermeidung-statt-recycling\/","title":{"rendered":"WWF study calls for a rethink: focus on waste avoidance instead of recycling"},"content":{"rendered":"<p>Eine gemeinsame Studie von WWF und Systemiq hat die zur Verf\u00fcgung stehenden Hebel im deutschen Verpackungssystem analysiert. Das Ergebnis: Es ist deutlich mehr Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffverpackungen m\u00f6glich. Zu den wichtigsten Stellschrauben z\u00e4hlen demnach innovative Wiederverwendungsmodelle, Vermeiden und Minimieren unn\u00f6tiger Verpackungen sowie recyclinggerechtes Design.<\/p>\n<p>Laut der <a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/fileadmin\/fm-wwf\/Publikationen-PDF\/Unternehmen\/WWF-Studie-Verpackungswende_jetzt_-_So_gelingt_der_Wandel_zu_einer_Kreislaufwirtschaft_f%C3%BCr_Kunststoffe_in_Deutschland.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie &#8222;Verpackungswende jetzt!&#8220;<\/a> verschwendet Deutschland wertvolle Ressourcen im Umgang mit Kunststoffverpackungen: Zu rund 90 Prozent werden sie aus Neukunststoff gefertigt, \u00fcber die H\u00e4lfte wird nach Gebrauch verbrannt. J\u00e4hrlich sind das 1,6 Mio. Tonnen Kunststoffverpackungen im Wert von 3,8 Mrd. Euro. Trotz hoher Sammel- und Recyclingquoten ist das deutsche Kunststoffsystem derzeit hoch linear, d.h. eine <strong>Einbahnstra\u00dfe von der Produktion zur Entsorgung<\/strong>.<\/p>\n<p>Mit mehr Wiederverwendungsmodellen, dem Vermeiden und Minimieren unn\u00f6tiger Verpackungen sowie recyclinggerechtem Design k\u00f6nnten bis 2040 mehr als 20 Mio. Tonnen Kunststoff eingespart werden \u2013 das entspricht <strong>mehr als dem sechsfachen Jahresverbrauch an Kunststoffverpackungen in Deutschland<\/strong>. Die Analyse zeigt, dass Deutschland bis 2040 das Gesamtabfallvolumen um 40 Prozent, den Verbrauch von Neuplastik um rund 60 Prozent und die Verbrennung von Abf\u00e4llen zur Energiegewinnung um \u00fcber 70 Prozent reduzieren kann.<\/p><div class=\"packa-in-post-alle\" style=\"text-align: center;\" id=\"packa-1241717444\"><div id=\"packa-1118844347\"><a data-no-instant=\"1\" href=\"https:\/\/packaging-journal.de\/en\/newsletter\/\" rel=\"noopener\" class=\"a2t-link\" target=\"_blank\" aria-label=\"PJ Eigenwerbung English 03\"><!--noptimize--><img src=\"https:\/\/packaging-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/PJ-Eigenwerbung-English-03.png\" alt=\"\"  srcset=\"https:\/\/packaging-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/PJ-Eigenwerbung-English-03.png 840w, https:\/\/packaging-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/PJ-Eigenwerbung-English-03-300x75.png 300w, https:\/\/packaging-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/PJ-Eigenwerbung-English-03-768x192.png 768w, https:\/\/packaging-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/PJ-Eigenwerbung-English-03-18x5.png 18w, https:\/\/packaging-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/PJ-Eigenwerbung-English-03-332x83.png 332w, https:\/\/packaging-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/PJ-Eigenwerbung-English-03-664x166.png 664w, https:\/\/packaging-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/PJ-Eigenwerbung-English-03-688x172.png 688w\" sizes=\"(max-width: 840px) 100vw, 840px\" width=\"840\" height=\"210\"  style=\" max-width: 100%; height: auto;\" \/><!--\/noptimize--><\/a><\/div><\/div>\n<p>Dies w\u00e4re ein<strong> wirksamer Baustein f\u00fcr den Klimaschutz<\/strong>: 68 Millionen Tonnen Treibhausgase k\u00f6nnen so bis 2040 eingespart werden. L\u00e4uft dagegen alles weiter wie bisher, wird allein die Herstellung und Entsorgung von Kunststoffverpackungen ca. f\u00fcnf Prozent des deutschen Treibhausgasbudgets bezogen auf das 1,5 Grad Ziel des Pariser Klimaabkommens beanspruchen.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eVerpackung aufrei\u00dfen und wegwerfen \u2013 unser Umgang mit Plastik versinnbildlicht ein sorgloses und verschwenderisches Konsummodell, das mit den planetaren Grenzen nicht vereinbar ist. Der Verbrauch von Kunststoffverpackungen steigt seit Jahren, gleichzeitig werden die Verpackungen immer komplexer und schwieriger zu recyceln. Wir m\u00fcssen bewusst einen anderen Kurs einschlagen, von der Wegwerfgesellschaft hin zur Kreislaufwirtschaft. <strong>Wir brauchen weniger und bessere Verpackungen<\/strong>. Unsere Studie weist den Weg zu einem zukunftsf\u00e4higen und zirkul\u00e4ren Verpackungssystem.\u201c <strong>Laura Griestop,<\/strong> Expertin f\u00fcr Kunststoffe und Verpackungen des WWF Deutschland<\/p><\/blockquote>\n<p>Momentan machen Verpackungen und Einwegartikel fast 60 Prozent des deutschen Kunststoffabfalls aus. Pro Kopf fallen in Deutschland j\u00e4hrlich 39 kg Abfall allein aus Plastikverpackungen an, <strong>deutlich mehr als im europ\u00e4ischen Durchschnitt.<\/strong><\/p><div id=\"packa-2448745145\" class=\"packa-inhalt\"><!--noptimize--><script async src=\"https:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js?client=ca-pub-2686439340972671\" crossorigin=\"anonymous\"><\/script>\r\n<ins class=\"adsbygoogle\" style=\"display:block;text-align:center\" data-ad-layout=\"in-article\" data-ad-format=\"fluid\" data-ad-client=\"ca-pub-2686439340972671\" data-ad-slot=\"6171251825\"><\/ins>\r\n<script>\r\n     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});\r\n<\/script><!--\/noptimize--><\/div>\n<h2><strong>Von der Wegwerfgesellschaft hin zur Kreislaufwirtschaft<\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcr den Zeithorizont 2040 zeigt die WWF-Studie drei konkrete Szenarien auf: 1. Weiter wie bisher, 2. die Entwicklung unter Ber\u00fccksichtigung derzeitiger Verpflichtungen aus Politik und Wirtschaft, wie z.B. die Umsetzung der EU-Einwegkunststoffverordnung und 3. ein Systemwechsel, in dem alle heute verf\u00fcgbaren Hebel auf Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Plastikverpackungen ausgerichtet w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Analyse zeigt: Die bisherigen politischen Verpflichtungen werden zwar die Recyclingquote steigern und die Verbrennungsrate senken, doch der Abfallberg w\u00e4chst weiter. F\u00fcr einen Kurswechsel reicht das nicht. <strong>Selbst wenn alle aktuellen Verpflichtungen vollst\u00e4ndig umgesetzt w\u00fcrden, stiege der Bedarf an Neuplastik um vier Prozent an.<\/strong> Entscheidend f\u00fcr die Neuausrichtung ist ein grundlegendes Umdenken, das konsequent auf Abfallvermeidung fokussiert statt nur auf die Erh\u00f6hung der Recyclingmengen wie bisher, betont der WWF.<\/p>\n<h2><strong>Abfallvermeidung statt Recycling in den Fokus r\u00fccken <\/strong><\/h2>\n<p>\u201eStatt den Ex- und-Hopp-Konsum mit Infrastruktur f\u00fcr Verpackungsabf\u00e4lle aufzufangen, m\u00fcssen Abfallvermeidung und innovative Mehrwegmodelle ins Zentrum r\u00fccken\u201c, erl\u00e4utert Laura Griestop. Schon der Verzicht auf unn\u00f6tige Verpackungen w\u00fcrde den deutschen Plastikm\u00fcll um acht Prozent reduzieren. Hierf\u00fcr<strong> muss der Gesetzgeber klare Vermeidungs- und Reduktionsziele verankern<\/strong>. Als wichtigsten einzelnen Hebel identifiziert die Studie Wiederverwendungsmodelle: Fast ein Viertel des Plastikm\u00fclls (bis zu 23 Prozent) lie\u00dfe sich bis 2040 durch erweiterte oder neue Mehrwegsysteme einsparen, beispielsweise durch <strong>Pfandsysteme jenseits des Getr\u00e4nkesegments<\/strong>, mehr Nachf\u00fcllkonzepte in Superm\u00e4rkten und wiedernutzbare Boxen im Transportsektor.<\/p>\n<p>Auch im Recyclingbereich besteht Nachholbedarf. Deutschland verf\u00fcgt mit hohen Sammelquoten im Dualen System eigentlich \u00fcber eine gute Ausgangsposition, doch immer noch landet viel zu viel Material in der Verbrennung, im Export, in offenen Recyclingkreisl\u00e4ufen und geht dem System nach kurzer Nutzung verloren. \u201e<strong>Aus Joghurtbechern und Shampooflaschen m\u00fcssen wieder Verpackungen werden, keine Autositze oder Fu\u00dfmatten<\/strong>. Daf\u00fcr muss die Recyclingf\u00e4higkeit der Verpackungen schon beim Design bedacht werden. Recyclinggerechtes Design kann die Kreislaufwirtschaft erheblich verbessern und sowohl die Ausbeute als auch den Wert der Rezyklate steigern\u201c, sagt Griestop.<\/p>\n<p>Insbesondere Folienverpackungen bestehen oft aus vielen verschiedenen, d\u00fcnnen Plastikschichten, die sich nicht mehr voneinander trennen lassen, so dass sie f\u00fcrs Recycling verloren sind. \u201eMonomaterialien, weniger Materialvielfalt, m\u00f6glichst ungef\u00e4rbte Beh\u00e4lter und leicht entfernbare Etiketten ersparen viel Arbeit und sind leicht im Kreislauf zu halten\u201c. Und auch<strong> Hersteller von Verpackungen m\u00fcssen \u00f6fter auf Recyclingmaterial zur\u00fcckgreifen,<\/strong> bisher liegt der Einsatz von Rezyklat nur bei elf Prozent.<\/p>\n<p>Der WWF fordert die kommende Bunderegierung auf, verbindliche Leitplanken zu setzen, die ressourcenarme Verpackungen belohnen, das Gesamtabfallaufkommen reduzieren, die Recyclingf\u00e4higkeit von Verpackungen verbessern, die Sammlung und Sortierung vorantreiben und Anreize f\u00fcr die Verwendung von Rezyklaten in Verpackungen schaffen. \u201e<strong>Der Wandel zum zirkul\u00e4ren Verpackungssystem ist m\u00f6glich<\/strong>. Er setzt jedoch politischen Gestaltungswillen, ein ehrgeiziges Handeln von Seiten der Unternehmen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Politik und Wissenschaft voraus\u201c, bilanziert Laura Griestop.<\/p>\n[infotext icon]Die <a href=\"https:\/\/www.wwf.de\/fileadmin\/fm-wwf\/Publikationen-PDF\/Unternehmen\/WWF-Studie-Verpackungswende_jetzt_-_So_gelingt_der_Wandel_zu_einer_Kreislaufwirtschaft_f%C3%BCr_Kunststoffe_in_Deutschland.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a> ist eine quantitative Analyse, die eine neue, datengest\u00fctzte und wissenschaftlich fundierte Perspektive auf die Str\u00f6me von Kunststoffverpackungen in Deutschland bietet. Die Analyse bewertet verschiedene Strategien und quantifiziert erstmals deren Auswirkungen, sowohl in Bezug auf das Volumen und die Recyclingf\u00e4higkeit von Kunststoffen als auch in Bezug auf Kosten, Treibhausgas-Emissionen und Arbeitspl\u00e4tze. Die Studie wurde im Auftrag des WWF von Systemiq und mit Unterst\u00fctzung von inhaltlichen Experten entlang der Wertsch\u00f6pfungskette erstellt. Systemiq ist ein Beratungsunternehmen und Think-Tank, das sich der Erreichung der SDG und Pariser Klimaziele verschrieben hat.[\/infotext]\n<p><em>Quelle:<\/em> WWF<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"A joint study by WWF and Systemiq has analysed the available levers in the German packaging system. The result: significantly more circular economy is possible for plastic packaging. According to the study, the most important levers include innovative reuse models, avoiding and minimising unnecessary packaging and recycling-friendly design.","protected":false},"author":20,"featured_media":33428,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"__cvm_playback_settings":[],"__cvm_video_id":"","rank_math_description":"Es ist mehr Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffverpackungen m\u00f6glich, so eine neue WWF-Studie. Dazu sollte Abfallvermeidung statt Recycling in den Fokus r\u00fccken. 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