England droht Engpass beim Folienrecycling

Ab Ende März 2027 müssen Kommunen in England Kunststofffolien und -beutel flächendeckend bei Haushalten zur Wiederverwertung erfassen.
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Ab Ende März 2027 müssen Kommunen in England Kunststofffolien und -beutel flächendeckend bei Haushalten zur Wiederverwertung erfassen. Eine Studie von Valpak warnt jedoch davor, dass die vorhandenen Sortier- und Recyclingkapazitäten für die zusätzlich anfallenden Mengen nicht ausreichen könnten.

Nach Berechnungen von Valpak werden in England jährlich rund 770.000 Tonnen Kunststofffolien in Verkehr gebracht. Davon gelangen etwa 392.000 Tonnen in Haushaltsabfälle. Derzeit sammeln Kommunen lediglich rund 15.000 Tonnen Folien pro Jahr für das Recycling. Mit Einführung der Vorgaben aus „Simpler Recycling“ könnte diese Menge zunächst auf rund 96.000 Tonnen steigen.

Recyclingkapazitäten reichen bislang nicht aus

Dem Bericht zufolge stehen im Vereinigten Königreich derzeit maximal rund 145.000 Tonnen Sortierkapazität und etwa 139.000 Tonnen Verarbeitungskapazität für Kunststofffolien zur Verfügung. Diese Anlagen seien allerdings nicht ausschließlich für Haushaltsfolien bestimmt. Viele Verarbeiter bevorzugten Folien aus Gewerbe und Industrie, da diese in größeren, saubereren und homogeneren Fraktionen anfielen.

Zusätzlich seien bis zu 290.000 Tonnen neue Verarbeitungskapazitäten geplant. Ein großer Teil davon werde jedoch 2027 noch nicht verfügbar sein, teilweise sei eine Inbetriebnahme erst bis 2030 vorgesehen. Zudem könnten Anlagen weiterhin eher Gewerbefolien oder starre Kunststoffe verarbeiten. Valpak hält es deshalb für wahrscheinlich, dass mit dem Start der verpflichtenden Sammlungen nicht ausreichend Kapazitäten bereitstehen.

Nur rund die Hälfte gilt als recyclingfähig

Nach Einschätzung der Autoren sind etwa 51 Prozent der Kunststofffolien im Haushaltsabfall derzeit kommerziell recyclingfähig. Weitere 25 Prozent könnten abhängig von Aufbau und Materialkombination verwertet werden, während rund 24 Prozent als nicht recyclingfähig gelten. Zu den besser verwertbaren Formaten zählen insbesondere Monomaterialien aus PE und PP. Mehrschichtfolien mit PET, Aluminiumfolie oder Papier sowie verschiedene Verbundverpackungen gelten dagegen als problematisch.

Für die Sammlung hält die Studie insbesondere bei Mehrstromsystemen separate Kunststoffbeutel für geeignet. Bei gemischten Sammlungen können moderne Sortieranlagen Folien teilweise auch lose aus dem Materialstrom abtrennen. Entscheidend seien jedoch die technische Ausstattung der Sortieranlagen und gesicherte Absatzwege für das gesammelte Material.

Kosten von bis zu 301 Millionen Pfund

Die jährlichen Gesamtkosten für Sammlung, Sortierung und Entsorgung der Kunststofffolien in England beziffert Valpak modellhaft auf 82 bis 301 Millionen Pfund. Der mittlere Wert liegt bei rund 170 Millionen Pfund. Zusätzlichen Kostendruck erwartet die Studie durch die Ausweitung des britischen Emissionshandelssystems auf die Abfallverbrennung ab Januar 2028.

Sollten die zusätzlich gesammelten Folien wegen fehlender Recyclingkapazitäten stattdessen verbrannt werden müssen, könnten die Gesamtkosten dem Bericht zufolge auf bis zu 318 Millionen Pfund steigen. Valpak empfiehlt deshalb unter anderem einen schnellen Ausbau der Sortier- und Recyclinginfrastruktur sowie langfristige politische Rahmenbedingungen, die stabile Absatzmärkte für Rezyklate aus Haushaltsfolien schaffen.

Quelle: Valpak