Der europäische Mittelstandsverband SMEunited fordert kurzfristige Nachbesserungen bei der Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung PPWR. Im Mittelpunkt stehen die Pflicht zur Benennung von Bevollmächtigten in den Mitgliedstaaten und eine ausreichend lange Schonfrist für kleine und mittlere Unternehmen.
Nach Einschätzung von SMEunited führt die seit dem 12. August 2026 anwendbare PPWR bei kleinen und mittleren Unternehmen zu Rechtsunsicherheit und zusätzlichem Aufwand. Insbesondere beim grenzüberschreitenden Verkauf sieht der Verband zusätzliche Komplexität und Kosten. Gleichzeitig betont SMEunited, die grundsätzlichen Ziele der Verordnung zu unterstützen.
Kritik an fehlenden Durchführungsakten
Der Verband kritisiert zudem Verzögerungen bei der Umsetzung. Notwendige Durchführungsrechtsakte seien nicht rechtzeitig erlassen worden. Auch die im sogenannten Environmental Omnibus vorgesehenen Vereinfachungen seien von den europäischen Gesetzgebern bislang nicht beschlossen worden.
„KMU können nicht jahrelang auf Lösungen warten. Der kommende Circular Economy Act könnte zwar einige Probleme angehen, doch die Unternehmen brauchen heute Klarheit. Die Europäische Kommission, das Parlament und die Mitgliedstaaten müssen kurzfristige Maßnahmen zur Entlastung von KMU priorisieren. Die Aussetzung der Pflicht, in jedem Mitgliedstaat einen Bevollmächtigten zu benennen, sollte der erste Schritt sein.“
SMEunited-Präsident Davide Galli
Konkret fordert SMEunited damit, die Verpflichtung zur Benennung von Bevollmächtigten in jedem Mitgliedstaat auszusetzen. Darüber hinaus spricht sich der Verband für eine ausreichend lange Schonfrist aus. Dabei solle nach Vorstellung von SMEunited zunächst beraten und erst später sanktioniert werden.
„KMU wollen die Vorschriften einhalten. Was sie brauchen, ist ein Rahmen, der klar, verhältnismäßig und in der Praxis umsetzbar ist. Jetzt muss es vorrangig darum gehen, dort, wo es möglich ist, für unmittelbare Entlastung zu sorgen“, so Galli. SMEunited fordert die politischen Entscheidungsträger zudem auf, die Arbeiten am Environmental Omnibus zu beschleunigen und während der Übergangsphase auf eine verhältnismäßige Durchsetzung der Vorgaben zu achten.
SMEunited vertritt nach eigenen Angaben 65 Mitgliedsorganisationen aus mehr als 30 europäischen Ländern. Dazu gehören nationale branchenübergreifende Handwerks- und KMU-Verbände sowie europäische Branchenorganisationen.
Quelle: SMEunited






