Frankreich will die Sammel- und Recyclingquoten für Kunststoffverpackungen deutlich erhöhen. Die Regierung schlägt dafür ein regionales und freiwilliges Pfandsystem für Plastikflaschen vor. Eine landesweite Pfandpflicht soll es nicht geben.
Hintergrund sind die vergleichsweise niedrigen Recycling- und Sammelquoten in Frankreich. 2024 wurden nach Angaben der Regierung lediglich 25,7 Prozent der Kunststoffverpackungen recycelt. Bei Plastikflaschen lag die Sammelquote bei 58,3 Prozent. Frankreich müsse damit seine Anstrengungen verstärken, um die europäischen Ziele von 55 Prozent Recycling für Kunststoffverpackungen bis 2030 und 90 Prozent Sammlung von Plastikflaschen bis 2029 zu erreichen.
Große regionale Unterschiede bei der Sammlung
Die französische Regierung verweist auf erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen. Rund 230 Gemeindeverbände mit insgesamt mehr als elf Millionen Einwohnern erreichen bereits eine Sammelquote für Plastikflaschen von mindestens 77 Prozent. Dazu gehören insbesondere ländliche Gebiete.
Demgegenüber liegt die Quote in rund 45 Gemeindeverbänden mit mehr als 14 Millionen Einwohnern unter 35 Prozent. Davon seien vor allem städtische Gebiete betroffen.
Ein einheitliches Pfandsystem für ganz Frankreich würde nach Einschätzung der Regierung auch bestehende Sammelstrukturen in Regionen verändern, die bereits gute Ergebnisse erzielen. Deshalb soll ein anderer Ansatz verfolgt werden.
Pfandsystem nur für freiwillige Kommunen
Die Regierung schlägt vor, ein Pfandsystem ausschließlich in Kommunen und Gemeindeverbänden einzuführen, die sich freiwillig daran beteiligen. Im Fokus sollen insbesondere Gebiete mit niedrigen Sammelquoten stehen. Ein verpflichtendes nationales Pfandsystem ist ausdrücklich nicht vorgesehen.
Die konkrete Ausgestaltung ist noch offen. Regierung, Kommunen, Industrie, Recyclingwirtschaft und kommunale Verbände sollen die Gespräche über die Umsetzung des französischen Plastikplans fortsetzen.
Der Plastikplan soll neben einer besseren Sammlung auch das Ökodesign von Verpackungen vorantreiben, industrielle Kapazitäten für Sortierung und Recycling ausbauen sowie die Wiederverwendung stärken.
„Unsere Verantwortung ist es, Lösungen zu wählen, die funktionieren – Gebiet für Gebiet –, ohne Kommunen zu benachteiligen, die bereits sehr gute Ergebnisse erzielt haben“, erklärte der für den ökologischen Wandel zuständige Minister Mathieu Lefèvre.
Quelle: Ministères de la Transition écologique, de l’Aménagement du territoire, des Transports, de la Ville et du Logement






