Fünf Fragen an Dr. Thomas Graefenstein (roTeg AG)

Dr. Thomas Graefenstein, roTeg AG (Bild: roTeg)
Dr. Thomas Graefenstein, roTeg AG (Bild: roTeg)

Dr. Thomas Graefenstein promovierte im Bereich Robotertechnik und gründete 1993 in Dortmund die Firma roTeg. Mittlerweile hat sich das Unternehmen als Spezialist für Palettieraufgaben auf dem deutschen und internationalen Markt etabliert.

Als Vorstand der roTeg AG war Dr. Graefenstein in den letzten Jahren verantwortlich für ein breit gefächertes Spektrum an Automatisierungslösungen im Bereich der industriellen Robotertechnik. Im Unternehmen ist Dr. Thomas Graefenstein als Geschäftsführer tätig. Seit April 2018 ist er zudem im Hochschulrat der Fachhochschule in Dortmund.

pj: Herr Dr. Graefenstein, wo liegen aktuell die Schwerpunkte in Ihrem Unternehmen?

Dr. Thomas Graefenstein: Unser Hauptschwerpunkt liegt seit Langem im Bereich der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von Automatisierungslösungen für industrielle Palettieraufgaben. Dazu gehören vor allem Innovationen im Bereich intelligenter multifunktionaler Greifsysteme. Auch steigt die Gesamtkomplexität unserer Roboteranlagen deutlich. Dies betrifft insbesondere die Anbindung der Roboterzellen an die ERP-Systeme unserer Kunden. Die Folge ist die Einbindung von Kontrollwaagen, Scannern, Etikettendruckern und sensorischen Überwachungssystemen des gesamten Prozesses.

pj: Welche besonderen Herausforderungen gab es für Sie im letzten Jahr?

Dr. Thomas Graefenstein: 2018 stand für uns eine weitere Expansion der Fertigung auf dem Plan. Durch eine gute Auftragslage war es an der Zeit, unsere Produktionsfläche noch mal zu vergrößern. Außerdem geht damit eine weitreichende Personalerweiterung einher. Auch der Auf- und Ausbau unserer Serviceabteilung wird immer wichtiger, da viele Roboteranlagen nunmehr weit über 20 Jahre in Betrieb sind und einer intensiveren Betreuung bedürfen.

pj: Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Lage ein?

Dr. Thomas Graefenstein: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist für die Automatisierungsbranche immer noch gut, das sehen wir auch an unserer guten Auftragslage. International beschäftigen uns aktuell vor allem die Auswirkungen des Brexit sowie natürlich die gesamtpolitische Entwicklung. Vorerst sehen wir allerdings in unserem Haus noch erhebliches Wachstumspotenzial in vielen EU-Ländern.

pj: Welche Auswirkungen erwarten Sie für Ihr Unternehmen?

Dr. Thomas Graefenstein: Wir erwarten in Zukunft die Anfrage größerer komplexerer Automatisierungsanlagen aus dem Bereich der industriellen Lebensmittelproduktion. Bezüglich des Brexits müssen wir im engen Kontakt mit unseren britischen Kunden bleiben. Da wir nicht wenige Kunden in England und Schottland haben, ist es wichtig, wie wir hier zukünftig Service und Instandhaltungsaufgaben abwickeln können.

pj: Worin sehen Sie die wichtigsten Aufgaben und Trends der Branche?

Dr. Thomas Graefenstein: Der Trend wird mehr und mehr zu Anlagen gehen, die noch individueller an Kundenwünsche angepasst sind und einen größeren Grad an Automation aufweisen. Die intelligente Integration der Robotersysteme in den gesamten Material- und Datenfluss steht hierbei im Fokus der nächsten Aufgaben. Im Rahmen von Industrie 4.0 sehen wir durchaus weiteres Potenzial, um die automatischen Abläufe vom Endprodukt bis zur fertigen, versandbereiten Ladeeinheit zu optimieren.

Weitere Interviews aus unserer Serie Fünf Fragen an …