Fünf Fragen an Jens Stadter (Jokey Group)

Jens Stadter, CEO der Jokey Group

Seit 50 Jahren steht die Jokey Group für herausragende Expertise im Kunststoffspritzguss. Im Bereich Kunststoffverpackungen zählt das Unternehmen zu den weltweit führenden Herstellern. Jens Stadter wurde im Juni 2018 zum Geschäftsführer und im Januar 2019 zum CEO bestellt, um langfristig die strategische und internationale Ausrichtung der Jokey Group zu stärken.

pj: Wo liegen aktuell die Schwerpunkte bei Jokey?

Jens Stadter: Zum einen im Innovationsmanagement: Wir bleiben offen für neue Wege in unseren Stammsektoren. Zum anderen beim Thema Nachhaltigkeit. Was wir fertigen, muss auch vollständig wiederverwertbar sein. Dieser Verantwortung stellt sich Jokey seit den Anfängen. Mit Blick auf Industrie 4.0 sind wir auf einem guten Weg – sowohl technisch als auch kommunikativ.

Hier muss die Personalentwicklung Schritt halten: Die digitale Transformation verändert die Arbeitswelt. Als Familienunternehmen war Jokey immer von der Gemeinschaftsidee getragen. Dies wird künftig noch bedeutsamer. Last but not least: Die Transformation der Jokey GmbH Gesellschaften in Wipperfürth und Gummersbach in Europäische Aktiengesellschaften SE, weiter zu 100 Prozent in Familienbesitz und ohne Börsengang.

pj: Welche besonderen, auch persönlichen Herausforderungen gab es im letzten Jahr?

Jens Stadter: Mein Eintritt ins Unternehmen fiel in die Zeit des 50-jährigen Firmenjubiläums. Ich möchte den erfolgreichen Wachstumskurs fortsetzen. Seit Jahresbeginn sind mit dem neuen Verpackungsgesetz die Anforderungen an Hersteller von Kunststoffprodukten gestiegen. Jokey entwickelt seit Jahren sein auf Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausgerichtetes Eco Concept fort, ist hier also bestens aufgestellt.

pj: Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Lage ein?

Jens Stadter: Trotz der generell gesenkten Wachstumsprognose für den EU-Raum 2020 wollen wir auch weiter profitabel wachsen. Brexit und Handelsstreitigkeiten wie zwischen den USA und China sorgen weiter für Unsicherheit, für uns sind aktuell Russland und die Türkei, künftig auch noch mehr Afrika wichtige lokale Produktions- und Liefermärkte.

pj: Welche Auswirkungen erwarten Sie für Jokey?

Jens Stadter: Jokey bleibt ein Familienunternehmen und steht weiterhin für Stabilität, Kontinuität und Kundennähe. Wir sind aufgrund geplanter Investitionen zur Sicherung der Marktversorgung optimistisch. Zukäufe wie zuletzt die des spanischen Verpackungsherstellers Treplás gehören zu unserer fortgesetzten Diversifizierungsstrategie.

pj: Worin sehen Sie die wichtigsten Aufgaben und Trends der Branche?

Jens Stadter: Verpackungsdesigns müssen sich an wachsenden Ansprüchen zur Nachhaltigkeit messen lassen. Hier können wir Hersteller unsere Beratungsfunktion ins Spiel bringen. Verpackungsverantwortung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir müssen uns den kritischen Verbraucherdiskussionen rund um Nutzen und Schaden von Kunststoff stellen und aktiv über einen ressourcenschonenden Umgang aufklären. Die Akzeptanz für den Rezyklateinsatz bei Gebinden im Bereich Bauchemie steigt bei unseren Kunden, nicht zuletzt durch gezielte Kampagnen. Das sind hoffnungsfreudige Signale.

www.jokey.com

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