Fünf Fragen an Tobias Weber (Weber Maschinenbau)

Tobias Weber, Weber Maschinenbau

Seit 2009 ist Tobias Weber im Familienunternehmen tätig und verantwortet seit 2015 die strategische Geschäftsfeldentwicklung. Seit 2016 ist er Mitglied der Geschäftsführung, und zum 1. Januar 2018 hat er die Position des Vorsitzenden der Geschäftsführung bei Weber Maschinenbau übernommen.

pj: Herr Weber, wo liegen aktuell die Schwerpunkte in Ihrem Unternehmen?

Tobias Weber: Unser Anspruch als Technologieführer im Bereich Slicing ist, für jede einzelne Schneidanwendung die Referenz zu sein. Das gelingt nur, wenn man ständig das vermeintlich Perfekte infrage stellt und weiter verbessert. Daher ist ein Schwerpunkt die Weiterentwicklung unserer Schneidtechnik. Der gleiche Anspruch gilt für die Entwicklung unserer Tiefziehverpackungsmaschine, die für das Verpacken von Aufschnitt optimiert ist und diesbezüglich keine Kompromisse eingeht. Im Fokus stehen außerdem vollintegrierte Automatisierungslösungen, die aufgrund ihrer Verschmelzung mit der Verpackungsmaschine extrem kompakt sind und überflüssige Schnittstellen beseitigen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau des Weber Guardian. Guardian ist ein ganzheitlicher Ansatz, der unseren Kunden mithilfe von Angeboten in den Bereichen Prozessoptimierung, Ersatzteilbereitstellung, Wartung, Produktionsunterstützung und Mitarbeiterqualifizierung das Leben einfacher macht.

pj: Welche besonderen Herausforderungen gab es im letzten Jahr?

Tobias Weber: Zum einen die Vorbereitung der Organisation auf neue Aufgaben, die sich durch die Entwicklung zum Komplettlösungsanbieter ergeben. Wir wollen unseren Kunden auch mit erweitertem Portfolio ein kompetenter und persönlicher Partner sein. So wie sie es von uns gewohnt sind. Zum anderen nutzen wir für Weber Guardian alle Möglichkeiten der Digitalisierung. Beides setzt die Weiterbildung unserer Mitarbeiter voraus. Außerdem folgen Entwicklungen in digitalen Themen völlig neuen Regeln: Anforderungen sind wechselhafter, Aufgaben lassen sich selten von Mitarbeitern nur eines Fachbereichs lösen. Hier braucht es eine agile Organisation mit flexiblen, adaptiven Strukturen und Prozessen.

pj: Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Lage ein?

Tobias Weber: Wir verzeichnen einen absoluten Rekordauftragseingang. Eine Abkühlung der wirtschaftlichen Lage nehmen wir nicht wahr.

pj: Welche Auswirkungen erwarten Sie für Weber?

Tobias Weber: Allgemeine Konjunkturschwankungen haben gewöhnlich kaum Einfluss auf unser Geschäft. Gegessen wird immer. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ernähren sich Menschen umso kostenbewusster. Daher werden effiziente, automatisierte Produktionsanlagen in der Lebensmittelherstellung benötigt – eine klare Chance für Maschinenbauer. Kritisch sehe ich die stark schwankenden Rohstoffpreise, mit denen unsere Kunden konfrontiert sind. Sicherlich auch eine Chance für effizienzsteigernde Technik, aber wenn unseren Kunden aufgrund des Kostendrucks keine Luft für Investitionen bleibt, ist das bedenklich.

pj: Worin sehen Sie die wichtigsten Aufgaben und Trends der Branche?

Tobias Weber: Aus meiner Sicht sind Ressourceneffizienz, Lebensmittelsicherheit, Automatisierung, Digitalisierung sowie die Reduzierung von Verpackungsabfällen von zentraler Bedeutung für die Zukunft unserer Branche. Daher stehen eben diese Themen im Mittelpunkt unseres IFFA-Messeauftritts.

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