Gerresheimer richtet Verpackungsgeschäft neu aus

Besonders das Glasgeschäft litt unter einer anhaltend schwachen Nachfrage, wie es aus Düsseldorf heißt.
Foto: Gerresheimer

Der Verpackungs- und Medizintechnikspezialist Gerresheimer stellt seine Unternehmensstruktur neu auf. Ab dem Geschäftsjahr 2026 bündelt das Unternehmen seine Aktivitäten in drei Divisionen und will sich stärker auf Pharma- und Biotech-Anwendungen konzentrieren. Das Geschäft mit Behälterglas wird dafür organisatorisch ausgegliedert und soll zu einem späteren Zeitpunkt veräußert werden.

Gerresheimer reagiert damit auf veränderte Marktbedingungen und richtet sein Portfolio stärker auf pharmazeutische Primärverpackungen und Drug-Delivery-Systeme aus. Die bisherige Segmentstruktur mit den Bereichen Plastics & Devices, Primary Packaging Glass und Advanced Technologies wird durch die Divisionen Containment & Delivery Systems, Primary Injectable Solutions und Moulded Glass ersetzt. Nach Angaben des Unternehmens soll die neue Struktur die operativen Verantwortlichkeiten klarer abbilden und die Transparenz in der Steuerung erhöhen.

Fokus auf Pharma und Biotech

Im Rahmen einer strategischen Überprüfung entschied Gerresheimer, das Geschäft mit Behälterglas künftig als eigenständige Division zu führen. Ein Verkaufsprozess sei zwar vorgesehen, werde jedoch nicht bereits im Geschäftsjahr 2026 eingeleitet. Das Unternehmen sieht die besten Wachstumschancen künftig vor allem in den Bereichen Pharma und Biotechnologie.

Die neue Division Containment & Delivery Systems vereint künftig Kunststoff-Primärverpackungen, Centor, Medical Systems und Advanced Technologies. Die Sparte Primary Injectable Solutions bündelt Röhrenglasprodukte und Spritzensysteme für injizierbare Arzneimittel. Die Division Moulded Glass umfasst Glasverpackungen für Pharma-, Kosmetik-, Lebensmittel- und Getränkeanwendungen.

Schwache Nachfrage im Glasgeschäft

Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Konzernumsatz auf 2,32 Milliarden Euro. Treiber war vor allem die Einbeziehung von Bormioli Pharma. Operativ blieb die Entwicklung jedoch hinter den Erwartungen zurück. Besonders das Glasgeschäft litt unter einer anhaltend schwachen Nachfrage aus der Kosmetikindustrie sowie bei Primärverpackungen für orale Flüssigarzneien. Positiv entwickelten sich dagegen sterile und gebrauchsfertige Glasfläschchen (Ready-to-use Vials) für pharmazeutische Anwendungen.

Als Reaktion auf die rückläufige Geschäftsentwicklung startete Gerresheimer im September 2025 zudem ein konzernweites Transformationsprogramm. Mit Maßnahmen in Produktion, Einkauf, Vertrieb und Cash-Management sollen Kosten gesenkt, die Leistungsfähigkeit gesteigert und der Free Cashflow innerhalb der kommenden zwei Jahre nachhaltig verbessert werden.

Quelle: Gerresheimer