Graphic Packaging prüft Schließung des Werks in Winsford

Der US-Verpackungskonzern hat zudem den Verkauf seines Standorts in Kroatien abgeschlossen.
Bild: Graphic Packaging

Graphic Packaging treibt die Optimierung seines Produktionsnetzwerks voran und prüft dabei auch die mögliche Schließung seines britischen Verpackungswerks in Winsford. Im Zuge der Maßnahmen hat der US-Verpackungskonzern zudem den Verkauf seines Standorts in Kroatien abgeschlossen und die Schließung eines Werks in Lebanon im US-Bundesstaat Tennessee angekündigt.

Im aktuellen Investoren-Update zum zweiten Quartal 2026 nennt Graphic Packaging die Optimierung von Produktion, Standortstruktur und Portfolio als eine seiner kurzfristigen strategischen Prioritäten. Das Unternehmen verweist dabei ausdrücklich auf den abgeschlossenen Verkauf des kroatischen Standorts sowie weitere vorgeschlagene Werksschließungen. Das Werk in Winsford wird in der Präsentation selbst nicht namentlich genannt. Nach ergänzenden Angaben des Unternehmens wurden die Beschäftigten dort jedoch darüber informiert, dass Graphic Packaging eine mögliche Schließung des Standorts prüfen will.

Schließung in Winsford wird geprüft

Winsford liegt in Cheshire südwestlich von Manchester und gehört zum britischen Produktionsnetzwerk von Graphic Packaging. Noch im Geschäftsbericht für 2025 führte der Konzern Winsford als einen seiner internationalen Verpackungsstandorte auf. Das dortige Werk ist angemietet.

Anders als beim Werk in Lebanon ist die Schließung von Winsford bislang nicht beschlossen. Graphic Packaging spricht ausdrücklich von der Absicht, eine mögliche Schließung zu evaluieren. Damit befindet sich der Standort noch in einer Prüfungsphase. Angaben dazu, wie viele Beschäftigte von einer möglichen Schließung betroffen wären oder wann eine Entscheidung fallen könnte, enthält die vorliegende Investorenpräsentation nicht.

Die Überprüfung steht im Zusammenhang mit der weiteren Straffung des Produktionsnetzes. Graphic Packaging will nach eigenen Angaben seine Aktivitäten auf Kernkompetenzen und Standorte mit den höchsten Renditeaussichten konzentrieren. Im zweiten Quartal wurde der Verkauf des kroatischen Werks abgeschlossen. Für Lebanon in Tennessee hat das Unternehmen eine Schließung angekündigt, um Produktionsvolumen auf weniger Standorte zu konzentrieren.

Kostensenkungen sollen Ergebnis verbessern

Hinter den Maßnahmen steht auch der Druck auf die Profitabilität. Graphic Packaging erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 2,188 Milliarden US-Dollar nach 2,204 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Das bereinigte EBITDA sank von 336 auf 247 Millionen Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge ging entsprechend von 15,3 auf 11,3 Prozent zurück. Das Unternehmen verweist unter anderem auf Preisentwicklungen sowie eine Inflation von rund 60 Millionen Dollar im Quartal, insbesondere bei Logistik, Harzen, Arbeitskosten, Chemikalien und Sekundärfasern.

Graphic Packaging hat deshalb sein Sparziel für 2026 angehoben. Statt der zuvor vorgesehenen 60 Millionen Dollar sollen strukturelle Maßnahmen nun Einsparungen von rund 85 Millionen Dollar im laufenden Jahr bringen. Davon entfielen nach Unternehmensangaben zehn Millionen Dollar auf das erste und 25 Millionen Dollar auf das zweite Quartal. Für die zweite Jahreshälfte werden weitere rund 50 Millionen Dollar erwartet.

Gleichzeitig hat der Konzern Teile seines Ausblicks für 2026 zurückgenommen. Beim bereinigten EBITDA rechnet Graphic Packaging nun mit einem Ergebnis am unteren Ende der bisherigen Spanne von 1,05 bis 1,25 Milliarden Dollar. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde von 0,75 bis 1,15 Dollar auf 0,65 bis 0,90 Dollar gesenkt. Beim bereinigten Cashflow erwartet das Unternehmen statt 700 bis 800 Millionen Dollar nun 600 bis 700 Millionen Dollar.

Quelle: Graphic Packaging