Greyparrot erhält 27 Millionen Dollar für KI-Abfallanalyse

Das Londoner Unternehmen will mit dem Kapital seine KI-basierte Analyse von Abfallströmen ausbauen. Die Daten sollen unter anderem Verpackungsherstellern und Marken helfen.
Bild: Greyparrot

Greyparrot hat in einer Series-B-Finanzierungsrunde 27 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das Londoner Unternehmen will mit dem Kapital seine KI-basierte Analyse von Abfallströmen ausbauen. Die Daten sollen unter anderem Verpackungsherstellern und Marken helfen, die Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen und regulatorische Anforderungen besser zu bewerten.

Die Finanzierung in Höhe von umgerechnet rund 23 Millionen Euro wird von Technologieinvestor Omar Mir angeführt. Greyparrot will damit insbesondere in Nordamerika und Europa wachsen sowie seine Teams für künstliche Intelligenz, Datenanalyse und Produktentwicklung erweitern. Bis 2030 soll die Technologie nach Angaben des Unternehmens dazu beitragen, mehr als eine Million Tonnen Abfall zu vermeiden beziehungsweise einer besseren Verwertung zuzuführen.

KI analysiert Verpackungen im Abfallstrom

Greyparrot installiert KI-gestützte Kamerasysteme über Sortierbändern von Recyclinganlagen. Die sogenannten Analyzer erkennen Materialien, Produkte und Marken in Echtzeit und liefern kontinuierlich Daten über Zusammensetzung und Bewegung der Abfallströme. Die Systeme sind nach Unternehmensangaben inzwischen in mehr als 20 Ländern im Einsatz und haben insgesamt mehr als eine Billion Abfallobjekte erfasst.

Zu den Anwendern gehören Entsorgungs- und Recyclingunternehmen wie WM, Veolia, Biffa, FCC und Circular Services. Die Daten sollen unter anderem dabei helfen, Wertstoffausbeuten und Materialqualitäten zu überwachen sowie Nachweise für regulatorische Anforderungen zu erstellen.

Auch für die Verpackungsindustrie sieht Greyparrot Einsatzmöglichkeiten. Konsumgüterunternehmen wie Unilever, L’Oréal und Kenvue nutzen die Datenplattform Deepnest nach Angaben des Anbieters, um zu untersuchen, was mit Verpackungen nach der Entsorgung geschieht. Die gewonnenen Informationen können demnach in die Verpackungsentwicklung sowie in die Bewertung von Verpflichtungen und Gebühren im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung und der europäischen Verpackungsverordnung PPWR einfließen.

Abfalldaten für regulatorische Nachweise

Auch Behörden greifen auf entsprechende Daten zurück. Im ersten Quartal 2026 akzeptierte die britische Environment Agency laut Greyparrot erstmals KI-generierte Daten zur Zusammensetzung von Abfällen für gesetzlich vorgeschriebene Meldungen. Eingereicht wurden die Daten von Biffa und FCC.

Greyparrot beziffert den potenziell rückgewinnbaren Wert der bislang von seinen Systemen erfassten Materialien auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Darunter seien 17,4 Milliarden PET-Flaschen und 4,2 Milliarden Aluminiumartikel.

Quelle: Greyparrot