Ineos Styrolution wird sein Polystyrolwerk im US-Bundesstaat Illinois dauerhaft schließen. Als Gründe nennt das Unternehmen anhaltenden Margendruck, Überkapazitäten im Markt und die Kostenstruktur des Standorts. Die Produktion soll künftig auf zwei Werke in Nordamerika konzentriert werden.
Das Werk in Channahon soll bis zum vierten Quartal 2026 schrittweise stillgelegt werden. Rund 100 Beschäftigte sind von der Entscheidung betroffen. Nach Angaben des Unternehmens bleibt Ineos Styrolution dem nordamerikanischen Polystyrolmarkt jedoch verpflichtet und wird Kunden weiterhin von den Standorten Decatur (Alabama) und Altamira (Mexiko) aus beliefern.
Marktbedingungen setzen Polystyrol unter Druck
„Anhaltender Margendruck gefährdet weiterhin die Wirtschaftlichkeit unseres Nordamerika-Geschäfts, da wir nach wie vor unter den Auswirkungen von Überkapazitäten in der Branche leiden“, sagt Steve Harrington, CEO von Ineos Styrolution.
Weiter erklärt er: „Nach einer umfassenden Bewertung der Marktbedingungen, der Auslastung in der Branche, der Kostenstruktur des Standorts und der langfristigen Perspektiven sind wir zu dem Schluss gekommen, dass ein Weiterbetrieb des Werks in Channahon wirtschaftlich nicht mehr tragfähig ist. Gleichzeitig sind wir weiterhin vom langfristigen Wert von Polystyrol überzeugt.“
Nach Unternehmensangaben ist die Schließung Teil einer Strategie zur Optimierung des Produktionsnetzwerks. Künftig soll die Polystyrolproduktion in Nordamerika an zwei statt bisher drei Standorten erfolgen.
Verpackungsmarkt bleibt wichtiger Absatzbereich
Ineos Styrolution will nach eigenen Angaben Kunden aus den Bereichen Gesundheitswesen, Verpackungen, Haushaltsgeräte und Bau weiterhin mit Polystyrol beliefern. Gleichzeitig kündigt das Unternehmen an, die Entwicklung kreislauffähiger Lösungen für den Werkstoff fortzusetzen.
„Wir sind weiterhin fest vom Nutzen überzeugt, den Polystyrol unseren Kunden bietet“, sagt Greg Fordyce, President von Ineos Styrolution Americas. „Seine Vielseitigkeit, Leistungsfähigkeit, Effizienz und sein Potenzial für kreislauffähige Lösungen machen den Werkstoff für zahlreiche Anwendungen unverzichtbar. Durch die Konzentration der Produktion auf weniger und effizientere Standorte stärken wir unsere Fähigkeit, Kunden zuverlässig zu beliefern und unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit in einem anspruchsvollen Marktumfeld zu sichern.“
Das Werk in Channahon ist seit 1960 in Betrieb und verfügt über eine Produktionskapazität von rund 400.000 Tonnen Polystyrol pro Jahr. Das am Standort angesiedelte regionale Entwicklungszentrum für Nord- und Südamerika soll erhalten bleiben und die Entwicklung neuer Anwendungen für styrolbasierte Kunststoffe weiter unterstützen.
Quelle: Ineos Styrolution






