IPV: gute Geschäftslage, aber große Planungsunsicherheit

Die Nachfrage nach Papierverpackungen als Ersatz für Kunststoff ist das Resultat der vielfältigen Diskussionen um das Thema Kunststoff. (Bild: IPV)
Die Nachfrage nach Papierverpackungen als Ersatz für Kunststoff ist das Resultat der vielfältigen Diskussionen um das Thema Kunststoff. (Bild: IPV)

Wie lief 2019 und was wird sich 2020 für die Verpackungsindustrie ändern? Der Vorstand des Industrieverbandes Papier- und Folienverpackung hat hierzu am Jahresanfang eine erste Einschätzung vorgenommen. Die Branche der flexiblen Verpackungen kann weiterhin mit einer stabilen Auslastung rechnen, darauf deuten aktuelle Prognosen hin. Genaue Zahlen wird die Jahresbefragung der Mitglieder erbringen, die im Februar durchgeführt wird.

2019 war der Umsatz fast so stark wie im Rekordjahr 2018. Der gute Auftragseingang zu Beginn des Jahres 2020 weist auf eine Fortsetzung der guten Geschäftslage hin. Bemerkenswert ist, dass die Auftragslage sich seit einigen Jahren immer mehr vom Saisongeschäft abkoppelt.

Die Lieferengpässe durch Probleme der Rohstoffbeschaffung wurden behoben, weshalb sich die Lieferzeiten der Hersteller im abgelaufenen Jahr normalisieren konnten. Aktuell sind es jedoch vor allem die fehlenden Arbeitskräfte, die die Fertigung erschweren und die Lieferzeiten verlängern. Der Fachkräftemangel schlägt voll durch. Die Vakanzen sind trotz ausgezeichneter Perspektiven immer schwerer zu besetzen.

Unklarheiten wegen Herstellerverantwortung und EU-Richtlinie

Aber es gibt noch ganz andere Risiken, die Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung der Branche haben können.

IPV-Vorstandssprecher Klaus Jahn (Bild: IPV)

„Es ist nicht wegzureden, dass es eine große Planungsunsicherheit gibt. Bei den Kunden ist eine deutliche Verunsicherung spürbar, die sich natürlich auf unsere Mitglieder fortsetzt. Die im politischen Raum diskutierten Produktverbote für Kunststofftragetaschen und die noch unklaren Restriktionen der neuen Einwegkunststoffrichtlinie sind nicht gerade positive Impulsgeber für die Wirtschaft. Selbstverständlich nehmen unsere Mitgliedsbetriebe diese Herausforderung an und arbeiten mit Hochdruck daran, neue technische Entwicklungen voranzutreiben. Schön wäre es aber, wenn schneller Klarheit vorhanden wäre und ihnen weniger Hürden in den Weg gestellt würden“, formuliert der IPV-Vorstandssprecher Klaus Jahn die Forderungen des Verbandes.

Die Pläne einer verschärften Umsetzung der europäischen Einwegkunststoffrichtlinie durch die Bundesregierung ist nicht die einzige Kritik vom Industrieverband Papier- und Folienverpackung. Vor allem die ungeklärten Auswirkungen der erweiterten Herstellerverantwortung, beispielsweise beim Thema Littering, sowie eine weitgehende Verordnungsermächtigung zum Thema Produktverbote sind dem Verband ein Dorn im Auge.

IPV-Geschäftsführer Karsten Hunger. (Bild: IPV)

IPV-Geschäftsführer Karsten Hunger. (Bild: IPV)

„Verabschieden wir uns in Deutschland von der weitgehenden 1:1-Übernahme europäischer Regelungen, droht ein juristischer Flickenteppich für das Inverkehrbringen von Produkten in Europa“, warnt IPV-Geschäftsführer Karsten Hunger. „Wir haben schon seit Jahren große Herausforderungen mit den sprunghaft angestiegenen behördlichen Anforderungen. Wird der freie Warenverkehr in Europa weiter ausgehöhlt, droht insbesondere dem Mittelstand in Deutschland eine düstere Zukunft.“

Aufgrund der vielfältigen Diskussionen um das Thema Kunststoff gibt es einen starken Anstieg bei der Nachfrage nach Papierverpackungen als Ersatz für Kunststoff. Hier gibt es vielfältige Bewegungen bei der Entwicklung alternativer Produkte. Gerade der Forschungsbereich, bspw. für Barriereschutzfunktionen bei Papier, hat eine spürbare Dynamik entwickelt.

Quelle: IPV