Wie können Etikettenhersteller regulatorische Risiken auch bei sensiblen Anwendungen in den Bereichen Lebensmittel, Kosmetik und Spielzeug wirksam minimieren? Bobst beantwortet diese Frage mit einer strukturierten, transparenten Methodik für umfassende Gesetzeskonformität.
„Die europaweit verschärften und zunehmend komplexen Regulierungen – allen voran die Schweizer Verordnung 2026 und die Deutsche Druckfarbenverordnung 2027 – setzen Verpackungs- und Etikettenhersteller mehr denn je unter Druck, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Gleichzeitig erwartet die Markenartikelindustrie von ihnen, die Gesetzeskonformität ihrer Verpackungen für Lebensmittel, Spielzeug sowie für Pharma- und Kosmetikprodukte anhand evidenzbasierter Daten lückenlos zu belegen. Hersteller, die Gesetzeskonformität nicht in Form verifizierter Konformitätserklärungen nachweisen können, laufen Gefahr, aus den Lieferantenlisten ihrer Kunden gestrichen zu werden. Ganz zu schweigen von Imageschäden als mögliche Folge von Produktrückrufen“, legt Patrick Graber, Marketingleiter für die Produktlinie Labels bei Bobst, den Finger in die Wunde. „Bei der Entwicklung der Thalia-UV-Tinten für unsere Digital- und All-in-one-Etikettendruckmaschinen standen diese Aspekte im Mittelpunkt.“
Kompromisslose Konformitätsstrategie
Durch die aktive Mitarbeit in der Joint Industry Group (JIG) und an den Leitlinien des Artikels 35a der Schweizer Verordnung sowie die Unterstützung dieser vorausblickenden Konformitätsstrategie ist es dem Unternehmen gelungen, die Formulierung der Thalia-UV-Digitaldrucktinten mit künftigen Regulierungen in Einklang zu bringen. „Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung hat bei der SVHC- und TPO-freien Formulierung dieses UV-Tintensystems mehr als 20 kritische Stoffgruppen ausgeschlossen“, analysiert Graber. Zu diesen Gruppen zählen unter anderem PFAS, Phthalate, Bisphenole, ITX, MOSH/MOAH, Parabene und primäre aromatische Amine.
Im Ergebnis unterstützen die Thalia-Tinten optimal die Einhaltung wichtiger gesetzlicher Rahmenbedingungen, wie sie in der Verordnung (EG) Nr. 1935/2004, in den EuPIA-GMP-Richtlinien für eine gute Herstellerpraxis, in der REACH-Verordnung und in den Richtlinien führender Markenartikelhersteller definiert sind. Sie entsprechen also den aktuellen und den anstehenden Regularien. Und da sie frei von CMR-Substanzen sind, garantieren sie sowohl für das Bedienpersonal an Maschinen als auch für die Verbraucher maximale Sicherheit.
Hohe Produktivität und Druckqualität
Darüber hinaus zeichnet sich das speziell für den digitalen Etikettendruck mit der Inkjet-Technologie von Bobst entwickelte UV-Tintensystem durch hohe Leistungsfähigkeit aus. Es handelt sich dabei um einen optimierten Prozessfarbsatz mit breitem und stabilem Farbraum. Bei Druckgeschwindigkeiten von bis zu 100 Metern pro Minute und einer Auflösung von 1.200 × 1.200 dpi bietet es Premiumdruckqualität und langfristige Farbstabilität auch über große Druckauflagen hinweg – bei gleichzeitiger Kompatibilität mit vielen Bedruckstoffen und Veredelungsverfahren.

Im Nass-in-nass-Druck ermöglichen sie Anwendungen mit maximal breitem Farbraum und eine optimale Wiedergabe von Sonderfarben. Etikettenhersteller mit Digital- und All-in-one-Druckmaschinen von Bobst stellen mit der aktuellen Thalia-Tintenserie in ihren Druckprozessen so Gesetzeskonformität sicher, ohne Kompromisse hinsichtlich ihrer Produktivität oder Druckqualität eingehen zu müssen.
Hinzu kommt die hervorragende Haftung dieser Tinten auf den wichtigsten Materialien, die in der Etikettenproduktion üblicherweise eingesetzt werden – inklusive der gängigsten Folien- und Papiersorten. Zudem zeichnen sich die Tinten durch hohe Beständigkeit gegen Abrieb, Kratzer, Wasser und Lösemittel aus. „Etikettenhersteller können sich mit ihnen neue Anwendungsmöglichkeiten erschließen, bei denen die UV-Inkjet-Technologie bislang passen musste“, bringt Graber einen weiteren Vorteil der Tinten auf den Punkt.
Strukturierte Methodik für ganzheitliche Konformität
Damit nicht genug: Die neuen Regulierungen machen den Nachweis der Konformität zu einer kontinuierlichen betrieblichen Aufgabe der Unternehmensführung. Vor diesem Hintergrund hat Bobst neben der zukunftsorientierten Formulierung der Thalia-Tinten mit ausschließlich zugelassenen Inhaltsstoffen ein Regelwerk für Materialien entwickelt, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Indem dieses die Tinten mit zertifizierten Migrationstests und prädikativer Modellierung verbindet, ermöglicht es Herstellern von Etiketten für Lebensmittelprodukte, mit einer strukturierten und transparenten Methodik kontinuierliche Gesetzeskonformität ihrer Prozesse sicherzustellen. Die Experten geben ihnen ein klar definiertes Handlungsfenster an die Hand, mit dem sie den Risiken zuverlässig begegnen können.
„In der Verpackungsherstellung zählen die Druckfarben zu den am meisten hinterfragten Komponenten. Unsere Thalia-Tinten garantieren eine zuverlässige Aufrechterhaltung kontrollierter Migrationsniveaus. Mit unseren Migrationstests, die unsere Experten auf Basis fundierter wissenschaftlicher Modelle entwickelt haben, können unsere Kunden ihr Migrationsverhalten zuverlässig dokumentieren“ betont Graber. Das Modell basiert auf SQTS-Tests und die Resultate respektieren die EUPIA-Normen zur Migrationsmodellierung. Das heißt, sie sind offiziell anerkannt. „Die theoretische Modellierung vereinfacht das Verfahren grundlegend und spart massiv den Zeit- und Kostenaufwand physischer Labortests und entspricht damit der Forderung der Markenartikelindustrie hinsichtlich Risikominimierung und Rückverfolgbarkeit der für sie hergestellten Verpackungen. Nach aktuellem Kenntnisstand ist Bobst der einzige Anbieter, der physikalische Labortests und prädikative Modellierung in offiziellen Migrationszertifikaten kombiniert“, ergänzt Graber.
Einfache Umstellung
In Europa sind inzwischen bereits etwa 50 Prozent der Etikettenhersteller mit Digital- und All-in-one-Druckmaschinen von Bobst auf die zukunftsorientierten Thalia-Tinten umgestiegen. Das heißt, sie nutzen bereits im Vorfeld des Inkrafttretens der Deutschen Druckfarbenverordnung zum 1. Januar 2027 eine Lösung, die dieser neuen Regulierung gerecht wird. Sie haben damit nicht nur im Markt die Nase vorn, sondern schließen gleichzeitig aus, dass es später in ihren Prozessen zu Störungen kommt.
Darüber hinaus bringt die Umstellung auf die Thalia-Tinten eine Reihe weiterer Vorteile mit sich. Die Maschinen erfordern keine Upgrades und benötigen kein Inertgas, damit weder einen Stickstofftank noch einen Generator. Dank der optimierten Formulierung ist bei den meisten Bedruckstoffen auch kein Primer erforderlich. An diesen Stellen gibt es also keine zusätzlichen Investitionen oder Kosten. „Unsere Kunden treffen mit dem Umstieg auf diese Tinten eine technisch zukunftssichere Entscheidung, die ihnen handfeste Wettbewerbsvorteile an die Hand gibt“, ist Graber überzeugt.







