Kunststoffverpackungsbranche schöpft vorsichtig Hoffnung

Die wirtschaftliche Stimmung in der deutschen Kunststoffverpackungs- und Folienindustrie hellt sich etwas auf. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IK.
Bild: Sorbis / Shutterstock.com

Die wirtschaftliche Stimmung in der deutschen Kunststoffverpackungs- und Folienindustrie hellt sich etwas auf. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen unter 112 Herstellern. Für das vierte Quartal 2026 verbessern sich insbesondere die Absatzerwartungen, während Ertrags- und Kostendruck hoch bleiben und das Exportgeschäft angespannt ist. 

Die Unternehmen beurteilen die allgemeine Wirtschaftslage weniger negativ als noch im Vorquartal. 55 Prozent der befragten IK-Mitglieder bewerten die Situation in Deutschland als befriedigend, 42 Prozent als schlecht und 3 Prozent als gut. Im dritten Quartal hatten noch 59 Prozent die Lage als schlecht eingeschätzt. Die IK wertet die Entwicklung als konjunkturelle Stabilisierung auf niedrigem Niveau.

Absatzerwartungen verbessern sich

Auch beim Absatz zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Zwar geht weiterhin die Mehrheit der Unternehmen von gleichbleibenden Mengen aus. Der Anteil der Hersteller, die im vierten Quartal mit steigenden Absatzmengen rechnen, erhöht sich jedoch von 12 auf rund 20 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Unternehmen mit negativen Erwartungen von 32 auf 25 Prozent. Der Saldo der Absatzerwartungen verbessert sich damit von minus 19,6 auf minus 5,4 Punkte.

60% Preisschock bei Rohstoffen: Dr. Martin Engelmann, IK | interpack 2026
Dr. Martin Engelmann · IK | interpack 2026 · leaders
Mehr Videos auf packaging journal TVAlle Videos →

Bei den Erträgen bleibt die Situation trotz einer Verbesserung angespannt. Rund 40 Prozent der Befragten rechnen für das vierte Quartal mit sinkenden Erträgen. Im Vorquartal waren es noch knapp 48 Prozent. Knapp 12 Prozent erwarten inzwischen eine Verbesserung, nach rund 9 Prozent im dritten Quartal. Der Saldo der Ertragserwartungen steigt von minus 39 auf minus 29 Punkte.

Rohstoffversorgung stabil, Kostendruck bleibt

Bei der Rohstoffversorgung erwartet die Branche ebenfalls mehr Stabilität. Nachdem die Einschätzungen zur Verfügbarkeit im Jahresverlauf stark geschwankt hatten, rechnen 69 Prozent der Unternehmen für das vierte Quartal mit stabilen Bedingungen. Positive und negative Erwartungen halten sich weitgehend die Waage. Als größere Herausforderung sieht die IK derzeit nicht die Rohstoffverfügbarkeit, sondern den weiterhin hohen Preis- und Kostendruck und dessen Auswirkungen auf die Ertragslage.

„Die Krise rund um die Straße von Hormus hat die Kunststoffverpackungsbranche in diesem Jahr vor eine außergewöhnliche Belastungsprobe gestellt. Rohstoffmärkte, Lieferketten und Kosten gerieten kurzfristig unter erheblichen Druck. Dass die Branche diese Phase parallel zu den hohen Umsetzungsanforderungen durch die seit August geltende EU-Verpackungsverordnung PPWR bewältigt hat, zeigt die starke Wirtschaftskraft der Branche. Unsere Unternehmen bleiben auch in einem schwierigen Umfeld handlungsfähig. Das unterstreicht die Bedeutung der Kunststoffverpackungs- und Folienindustrie für Versorgungssicherheit, industrielle Wertschöpfung und den Wirtschaftsstandort Deutschland.“

Dr. Laura Müller, Referentin Wirtschaft bei der IK

Auch bei der Beschäftigung überwiegt die Stabilität. 70 Prozent der Unternehmen planen keine Veränderung ihrer Mitarbeiterzahl, 9 Prozent erwarten einen Personalaufbau. 21 Prozent rechnen dagegen mit einem Abbau von Stellen.

Branche zwischen Krisenfolgen und PPWR-Umsetzung

Als Belastungen nennt die IK neben der wirtschaftlichen Situation auch die Entwicklungen an den Rohstoffmärkten und in den Lieferketten sowie die Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung PPWR.

Die von der IK vertretene Kunststoffverpackungs- und Folienindustrie beschäftigt nach Verbandsangaben mehr als 90.000 Menschen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 25 Milliarden Euro. Kunststoffverpackungen kommen demnach auf einen Anteil von 22 Prozent am deutschen Verpackungsmarkt.

Quelle: IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen