Machine Vision optimiert Montageprozesse

Endress+Hauser nutzt Machine Vision, um die Qualitätssicherung in der Montage zu verbessern. Die Software MVTec Merlic unterstützt Mitarbeiter bei der fehlerfreien Ausführung komplexer Arbeitsschritte.
(Bild: Endress+Hauser)

Steigende Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Produktion stellen viele Unternehmen vor Herausforderungen. Bei Endress+Hauser wird diese Aufgabe durch den Einsatz von Machine Vision-Technologien gemeistert. Die Bildverarbeitungssoftware MVTec Merlic dient dabei als digitales Assistenzsystem, das die manuelle Montage unterstützt und Fehler frühzeitig erkennt.

Die industrielle Bildverarbeitung bietet vielfältige Möglichkeiten, die Automatisierung zu unterstützen. Ein spannender Anwendungsfall, bei dem die Technologie mit großem Mehrwert zum Einsatz kommt, findet sich beim Schweizer Unternehmen Endress+Hauser. Dort ersetzt die industrielle Bildverarbeitung keine Mitarbeiter, sondern arbeitet „Hand in Hand“ mit diesen zusammen. Aufgrund der sehr hohen Varianz der Bauteile ist eine vollständige Automatisierung nicht möglich. Dennoch steigert die integrierte Machine-Vision-Software MVTec Merlic die Qualitätssicherung des Montageprozesses deutlich, indem sie dem Produktionsmitarbeiter alle relevanten Informationen zur Montage des Bauteils anzeigt und, diese anschließend prüft und die Qualität dokumentiert.

Julius Krause, der im Bereich Industrial Engineering bei Endress+Hauser tätig ist, erklärt, dass die Einführung von Machine Vision darauf abzielt, die Mitarbeiter zu entlasten und die Produktqualität zu maximieren. Vor der Umstellung wurden Qualitätssicherungsmaßnahmen durch doppelte Kontrollen und zusätzliche Tests durchgeführt. Die neue Technologie ermöglicht nun eine schnelle und kontaktlose Prüfung in Echtzeit.

Vorteile der Bildverarbeitungssoftware 

Die Entscheidung für Merlic fiel aufgrund seiner Flexibilität und der Möglichkeit, es ohne Programmierkenntnisse zu nutzen. Dies erleichtert die Integration in bestehende Systeme und reduziert den Schulungsaufwand für Mitarbeiter. Merlic nutzt KI-basierte Technologien wie semantische Segmentierung und Objektdetektion, um Fehler zu erkennen und die korrekte Ausführung von Prozessschritten zu bestätigen.

Ein weiterer Vorteil ist die einfache Einbindung in das bestehende Setup am Montagearbeitsplatz. Ein höhenverstellbarer Tisch mit einer Kamera begleitet den Mitarbeiter bei der Montage von Durchflussmessgeräten. Die Kamera liest Barcodes, die Informationen über den Montageprozess enthalten, und zeigt dem Mitarbeiter Anweisungen auf einem Bildschirm an. Dies gewährleistet, dass alle Schritte korrekt und konsistent ausgeführt werden.

Endress+Hauser plant, die Nutzung von Merlic weiter auszubauen. In der nächsten Phase soll die Software eigenständig Barcodes lesen und Informationen abrufen, um den Montageprozess weiter zu automatisieren. 

Quelle: Endress+Hauser