McDonald’s darf Gästen beim Verzehr in seinen niederländischen Restaurants künftig keine kunststoffhaltigen Einwegbecher mehr anbieten. Die niederländische Umwelt- und Verkehrsinspektion ILT verlangt die Umstellung auf Mehrweg bis spätestens 5. Januar 2027. Andernfalls drohen dem Fast-Food-Konzern Strafzahlungen von bis zu 3,75 Millionen Euro.
Auslöser ist ein Antrag der Umweltorganisation Fair Resource Foundation (FRF) auf behördliche Durchsetzung der geltenden Vorschriften. Nach Angaben der Organisation untersuchte die Inspectie Leefomgeving en Transport (ILT) daraufhin in den vergangenen Monaten die Praxis bei McDonald’s. Bei mehreren Dutzend Restaurantbesuchen seien Verstöße festgestellt worden.
Seit August 2024 habe McDonald’s Einwegbecher für den Verzehr vor Ort ausgegeben. Nach Auffassung der ILT verstößt das Unternehmen damit gegen die geltenden Vorschriften für kunststoffhaltige Einwegverpackungen. Zusätzlich sei von den Kunden ein Aufpreis für die Becher verlangt worden.
Mehrweg ab Januar 2027
Die ILT verlangt laut FRF, dass McDonald’s ab dem 5. Januar 2027 für Getränke beim Verzehr vor Ort ausschließlich Mehrwegbecher bereitstellt. Sollte das Unternehmen die Vorgabe nicht erfüllen, droht eine wöchentliche Strafzahlung von 625.000 Euro. Insgesamt ist die Sanktion auf 3,75 Millionen Euro begrenzt.
Nach Angaben der Fair Resource Foundation orientiert sich die Höhe an den Einnahmen, die McDonald’s durch die mit einem Aufpreis versehenen Einwegbecher erzielt habe.
„McDonald’s ist ein Symbol der Wegwerfwirtschaft. Hoffentlich markiert dies den Anfang vom Ende dieser Entwicklung“, sagt Chloé Schwizgebel von der Fair Resource Foundation. Einwegverpackungen verschmutzten Straßen, Strände und Meere und bedeuteten zugleich einen erheblichen Verbrauch von Energie und Rohstoffen.
McDonald’s kritisiert praktische Umsetzung
McDonald’s Nederland widerspricht der Kritik der Umweltorganisation und verteidigt seine bisherige Praxis. Das Unternehmen unterstütze zwar ausdrücklich die Ziele der Single-Use-Plastics-Regulierung. Die bestehenden Vorschriften würden jedoch nach seiner Einschätzung die Abläufe in Fast-Service-Restaurants nicht ausreichend berücksichtigen.
Als problematisch bezeichnet McDonald’s insbesondere die Abgrenzung zwischen Verzehr vor Ort und Take-away. Gäste entschieden sich teilweise erst nach dem Essen im Restaurant, ein Getränk mitzunehmen. Für solche Fälle habe das Unternehmen bislang Einwegbecher angeboten.

McDonald’s argumentiert zudem, dass Mehrweg nicht unter allen Bedingungen automatisch zu einer geringeren Umweltbelastung führe. Bei niedrigen Rückgabequoten müssten laufend neue Mehrwegbecher produziert werden. Da diese nach Angaben des Unternehmens deutlich mehr Kunststoff enthielten als Einwegbecher mit einer dünnen Kunststoffbeschichtung, könnten Kunststoffverbrauch und Treibhausgasemissionen bei zu wenigen Nutzungszyklen sogar steigen.
Das Unternehmen fordert deshalb, bei der Regulierung stärker Daten zum Verbraucherverhalten, zu Rückgabequoten sowie zu ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Mehrwegverpackungen in der Gastronomie zu berücksichtigen.
Umstellung zum 5. Januar angekündigt
Ungeachtet seiner Kritik will McDonald’s die Vorgaben der ILT umsetzen. Das Unternehmen kündigte an, die notwendigen Prozesse derzeit anzupassen. Ab dem 5. Januar 2027 sollen Getränke beim Verzehr vor Ort ausschließlich in Mehrwegbechern ausgegeben werden.
McDonald’s hält zugleich an seiner Einschätzung fest, dass diese Vorgehensweise unter bestimmten Bedingungen zu einem höheren Kunststoffverbrauch führen könne und damit nicht zwangsläufig die Umweltziele der Regulierung unterstütze. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben den Dialog mit dem zuständigen Ministerium und der ILT über praktikable Verpackungsregelungen fortsetzen.
Die Fair Resource Foundation sieht in der angeordneten Umstellung dagegen einen wichtigen Impuls für Mehrweg. Sie verweist unter anderem auf Burger King in den Niederlanden sowie auf McDonald’s Frankreich, wo für den Verzehr vor Ort bereits seit 2023 wiederverwendbares Geschirr und Verpackungen eingesetzt werden.
Quellen: Fair Resource Foundation, McDonald’s Nederland






