Die Mehrwegquote bei Getränkeverpackungen in Deutschland ist 2024 leicht gestiegen. Nach einer neuen Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes wurden 34,5 Prozent der konsumierten Getränke in Mehrwegverpackungen abgefüllt. Damit bleibt der gesetzliche Zielwert von 70 Prozent weiterhin deutlich verfehlt.
Der Anteil von Mehrweggetränkeverpackungen lag 2024 bei 34,5 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahr. Seit Einführung der Pfandpflicht im Jahr 2003 ist die Mehrwegquote jedoch von 63,7 Prozent auf unter 35 Prozent gesunken. Das zeigt der Abschlussbericht „Bundesweite Erhebung von Daten zum Verbrauch von Getränken in Mehrweggetränkeverpackungen“, den die GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt hat.
Mehrweg legt leicht zu
Insgesamt wurden 2024 rund 41 Milliarden Liter Getränke in Verkaufsverpackungen bis zehn Liter konsumiert. Während der Gesamtmarkt gegenüber 2023 um 0,2 Prozent zurückging, nahm das Volumen in Mehrwegverpackungen um 0,5 Prozent beziehungsweise 73 Millionen Liter zu. Nach Berechnungen der Autoren wurden rund 94 Millionen Liter, die im Vorjahr noch in Einwegverpackungen abgefüllt waren, durch Mehrwegverpackungen ersetzt.
Den höchsten Mehrweganteil erreichte weiterhin Bier mit 78,1 Prozent. Bei Mineralwasser lag der Anteil bei 45,8 Prozent, bei Erfrischungsgetränken bei 22,0 Prozent. Deutlich geringer fiel die Mehrwegquote bei Säften und Nektaren mit 12,3 Prozent sowie bei Wein, Sekt und Spirituosen mit 4,3 Prozent aus. Milch- und Milchmischgetränke kamen auf 2,1 Prozent.
Veränderungen bei den Packmitteln
Bei den Einwegverpackungen setzte sich 2024 der Rückgang der Kunststoffflaschen fort. Ihr Marktanteil sank auf 38,6 Prozent. Gleichzeitig legten Getränkedosen auf 5,8 Prozent zu und Getränkekartons erreichten einen Anteil von 13,1 Prozent. Mehrweg-Glasflaschen behaupteten sich mit einem Marktanteil von 25,2 Prozent als zweitwichtigste Packmittelgruppe hinter Einweg-Kunststoffflaschen.
Die Studie führt die Entwicklung sowohl auf Veränderungen im Getränkemarkt als auch auf eine Substitution einzelner Packmittel zurück. Während Mehrweg-Glasflaschen 2024 an Volumen gewannen, gingen die Füllmengen in Mehrweg-Kunststoffflaschen leicht zurück.
Gesetzliches Ziel weiterhin deutlich verfehlt
Das Verpackungsgesetz sieht einen Mehrweganteil von 70 Prozent vor. Nach den Ergebnissen der Studie wurde dieses Ziel auch 2024 deutlich verfehlt. Die Untersuchung basiert auf Daten von Destatis, Branchenverbänden, Marktforschungsunternehmen sowie der GVM-Getränkemarktforschung und berücksichtigt Getränke in Verkaufsverpackungen bis zu einem Füllvolumen von zehn Litern.
Quelle: Bundesweite Erhebung von Daten zum Verbrauch von Getränken in Mehrweggetränkeverpackungen, Bezugsjahr 2024





