Starbucks EMEA hat seinen legendären Kaffeebecher so adaptiert, dass er sich einfacher recyceln lässt und zu Hause kompostierbar ist. Dafür stellte das Unternehmen ein Expertenteam mit tiefer Verarbeitungserfahrung, patentierter Beschichtungskompetenz und ausgewiesenem Packstoff-Know-how zusammen. Metsä Board ist Teil dieses hochkarätigen internationalen Projekts.
Starbucks EMEA bezeichnet ihn als „die bisher aufregendste Variante“ des legendären weißen Bechers des Unternehmens. Der im Mai 2025 in Europa eingeführte Becher ist wirklich innovativ: Die Kunststoffauskleidung des Bechers wurde durch eine Beschichtung auf Mineralienbasis und die Einwegplastikdeckel wurden durch Alternativen aus Fasern ersetzt. Aber welche Art von Forschungs- und Entwicklungsaufwand steckt hinter der Herstellung des neuen und verbesserten Bechers?

Damit stand EMEA vor keiner leichten Herausforderung. Traditionell bestehen Einwegbecher für heiße und kalte Getränke aus einem Kunststoff-Papier-Gemisch, das in der Branche nahezu immer verwendet wird und schwer zu ersetzen ist. Auch die lokalen Anforderungen und die Abfallinfrastruktur sind von Standort zu Standort sehr unterschiedlich, was es für ein globales Unternehmen wie Starbucks schwierig macht, eine Einbecherlösung länderübergreifend einzuführen und zu skalieren.
Mithilfe des Verarbeitungsbetriebs Transcend Packaging machte sich Starbucks daran, einen Heißgetränkebecher zu entwickeln, bei dem die Kunststoffauskleidung vollständig entfernt wurde. Das ultimative Ziel war, die Kunststoffauskleidung durch eine umweltverträglichere Alternative zu ersetzen, ohne das Kundenerlebnis zu beeinträchtigen. Die innovative Beschichtung auf Mineralienbasis wurde vom Beschichtungsexperten Qwarzo hergestellt, dessen fortschrittliche patentierte Beschichtungstechnologie sich als entscheidend für das Vorhaben erwies. Dies bedeutete im Wesentlichen, dass die Technologie von Qwarzo auf die innere Schicht des neuen Bechers sowie auf die äußere Schicht des Faserdeckels angewendet wird, um eine wasserdichte Barriere zu schaffen, die zertifiziert ist und viele lokale gesetzliche Anforderungen an die Heimkompostierbarkeit und Recyclingfähigkeit erfüllt.
Fokus auf das Material

Und welches Primärmaterial kommt zum Einsatz? Schließlich brauchte das erfolgreiche Konzept noch eine Kartonqualität, die, damit alles funktioniert, eine zusätzliche Leistung bietet. Laut Matt Boyle, Sales Director, Food & Retail Europe bei Metsä Board, hat man sehr schnell gehandelt, als man erfuhr, dass Starbucks auf der Suche nach einer innovativen Kartonlösung war.
„Die Abkehr von Plastik war etwas, das eine starke Teamleistung erforderte. Und wir waren bereit, einen wichtigen Beitrag zu leisten“, hebt Boyle, der nach dem Beginn des Projekts 2022 für die Leitung des Metsä-Board-Teils zuständig war, hervor. Die Forschungs- und Entwicklungsexperten des Excellence Centre von Metsä Board im finnischen Äänekoski boten sehr gerne ihre Hilfe an.

„Unsere Experten sind schnell eingesprungen, haben das Projekt unterstützt und einen wichtigen Beitrag für das Gelingen geleistet“, erklärt Hélène Lehtinen, Vice President R&D bei Metsä Board. Von der Analyse bis zur Fehlerbehebung brachte das Äänekoski Excellence Centre seine umfassenden Ressourcen ein, um das Projekt zu beschleunigen. „Wir haben schnell festgestellt, dass wir in enger Zusammenarbeit wirklich etwas Großartiges schaffen können“, erinnert sie sich.
Die Spannung war greifbar
Drei Jahre lang entwarfen die Teams von Starbucks, Transcend Packaging, Qwarzo und Metsä Board Dutzende Prototypen und unterzogen sie Tausenden von Teststunden. Boyle räumt ein, dass auch eine gewisse Nervosität in der Luft lag: Mit der Einführung des neuen Bechers würden neue Nachhaltigkeitsaussagen gemacht, die hieb- und stichfest sein mussten: „Damit das alles funktioniert, haben wir sehr offen zusammengearbeitet und uns ständig gegenseitig herausgefordert, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.“
Die Erschließung und Inbetriebnahme neuer Fertigungskapazitäten zur Steigerung der Produktion wurde zu einer der wichtigsten Prioritäten, als sich der Fokus auf das Werk von Metsä Board im schwedischen Husum richtete. „Husum verfügte über das nötige Know-how, um den Karton für den neuen Becher herzustellen“, sagt Lehtinen und erklärt, dass Metsä Board bereits einen geeigneten Karton hatte, der sowohl kompostierbar als auch recycelbar war. „Das Material war von Anfang an nahezu perfekt für das Projekt geeignet und erforderte nur sehr wenige Änderungen an der Produktspezifikation“, erklärt sie.

Behördliche Standards erfüllen
Der Karton wird aus rückverfolgbaren Holzfasern aus nordischen Wäldern hergestellt und ist von der deutschen Zertifizierungsorganisation DIN CERTCO als heimkompostierbar zertifiziert worden. Das Material ist außerdem nach PEFC (PEFC/02-31-92) und/oder FSC (FSC C0o1580) für die Waldherkunft zertifiziert. Lehtinen zufolge war die Teilnahme an dem Projekt für das Forschungs- und Entwicklungsteam von Äänekoski, das derzeit aus 15 Fachleuten besteht, eine prägende Erfahrung.
„Wir konnten unsere Erfahrung wirklich nutzen, indem wir Testergebnisse analysierten, Empfehlungen gaben und mit den Projektmitgliedern bei jedem Schritt kommunizierten“, sagt Lehtinen. Boyle fügt hinzu, dass der Versuch, alle behördlichen Standards zu erfüllen, natürlich ein Kampf war, den es zu gewinnen galt. Die Bewältigung der Anforderungen und Erwartungen der Lieferkette war eine weitere große Hürde: „Bei einem groß angelegten Projekt mit mehreren Partnern wie diesem gibt es immer ‚Projekte im Projekt‘, die alle perfekt ausgeführt werden müssen.“
„Der neue Starbucks-Becher in Europa bietet eine weitgehend recycelbare Alternative für Kunden, die keinen wiederverwendbaren Becher haben“, betont Duncan Moir, President von Starbucks EMEA, und hebt hervor, wie stolz er auf sein Team ist, das an der Entwicklung dieser innovativen Lösung mitgewirkt hat.
Den Ton angeben
Metsä Board arbeitet zwar permanent mit internationalen Topmarken zusammen, aber der Starbucks-Kaffeebecher ist einer der seltenen Fälle, bei dem man tatsächlich von „legendär“ sprechen kann. Die Professionalität und das Umweltbewusstsein von Starbucks und seinen Partnern haben Eindruck hinterlassen: „Starbucks nimmt das Thema Nachhaltigkeit ernst“, betont Lehtinen.

Der neue Heißgetränkebecher kommt im vertrauten Starbucks-Design, das von Verbrauchern auf der ganzen Welt geliebt wird, daher, aber das Endergebnis ist jetzt weitgehend recycelbar und in den meisten Ländern zertifiziert heimkompostierbar. „Der Becher ist ein Beispiel dafür, was erreicht werden kann, wenn Ressourcen im Rahmen einer gemeinsamen Vision gebündelt werden und sich alle für eine aufgeschlossene Zusammenarbeit einsetzen“, fasst Lehtinen zusammen. Die Tatsache, dass das Nachhaltigkeitsteam von Metsä Board direkt mit seinem Pendant bei Starbucks zusammenarbeitet, habe zu bedeutenden Synergieeffekten geführt. „Ohne Technologieoffenheit wäre das ganze Projekt nie zustande gekommen“, pflichtet Boyle dem bei und merkt an, dass Starbucks seine Rolle als Vorreiter klar angenommen und den Weg für einen umweltverträglicheren Kaffeebecher geebnet hat – ein Schritt, dem höchstwahrscheinlich andere Branchenakteure folgen werden.
Teamwork Europa
Die Herstellung des neuen Bechers war eine paneuropäische Anstrengung: Er wurde aus rückverfolgbaren Holzfasern aus nordischen Wäldern mit einer im italienischen Brescia entwickelten Beschichtung auf Mineralienbasis hergestellt. Der Becher wurde im Werk von Transcend Packaging in Wales entworfen und hergestellt. Seit dem Frühjahr 2025 werden der neue Heißgetränkebecher und der Deckel schrittweise in ausgewählten europäischen Märkten eingeführt. Zu den ersten Ländern gehörten Italien, Deutschland, Frankreich, Schweden, die Schweiz, Österreich, Spanien und Ungarn.







