Model-Gruppe: Von Industriegütern bis zu edlen Düften alles perfekt verpackt

Verpackungslösungen von ModelVerpackungslösungen von Model

Die Schweizer Model-Gruppe entwickelt, produziert und liefert qualitativ hochwertige Verpackungslösungen aus Voll- und Wellkarton. Aus der 1882 in Ermatingen gegründeten Handpappenfabrik ist eine international agierende Firmengruppe mit zehn Gesellschaften in sieben Ländern geworden. Der Firmenhauptsitz befindet sich in Weinfelden in der Schweiz.

Das Produktspektrum des Unternehmens reicht von der einfachen Transportverpackung bis zur luxuriösen Premium-Faltschachtel für die Kosmetikindustrie. Model ist in den Märkten Deutschland, Schweiz, Tschechien, Polen, Frankreich, Slowakei und Kroatien vertreten.

Der Siegeszug des Pappkartons

Verpackungen aus Voll- oder Wellkarton gehören seit Langem zu einer modernen Warenwirtschaft. Sie sind elementarer Bestandteil fast jeden Produkts auf dessen Weg von der Herstellung über den Handel bis zum Endverbraucher. Sie dienen dem Schutz wertvoller Güter, transportieren wichtige Informationen und fungieren als Träger verheißungsvoller Markenbotschaften. Dabei können Displays und Verpackungen aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen. Dennoch: Von Anfang an spielten Lösungen aus Voll- und Wellkarton eine entscheidende Rolle. In Zeiten von E-Commerce und Onlinehandel sind sie wichtiger denn je.

Übersiedlung des Betriebs nach Weinfelden 1931. (Bild: Model)

Übersiedlung des Betriebs nach Weinfelden 1931. (Bild: Model)

Vom Handwerks- zum Industriebetrieb

Den Grundstein zur industriellen Nutzung von Wellkarton legten im 19. Jahrhundert Amerikaner und Engländer, doch auch in der Schweiz leistete ein rühriger Unternehmer einen entscheidenden Beitrag: Louis Model, der Gründervater der Model AG. In seiner Papiermühle stellte er Handpappe her, übrigens schon damals mehrheitlich aus dem geschätzten Rohstoff Altpapier.

Was er im 19. Jahrhundert noch als Handwerk beginnt, wird im 20. Jahrhundert sukzessive von einer industriellen Fertigung abgelöst. Mit dem Tod des umtriebigen Unternehmers übernehmen Otto Model und seine Frau Els die Firma. 1931 wird der Standort nach Weinfelden, dem heutigen Hauptsitz der Gruppe, verlegt. Denn trotz Weltwirtschaftskrise floriert der Betrieb weiter, Verpackungen werden insbesondere an die Nahrungsmittel- und die Schuhindustrie geliefert. Die 1939 bei Model in Betrieb genommene Rundsieb-Kartonmaschine markiert schließlich endgültig den Übergang vom Handwerks- zum Industriebetrieb.

Els Model führt das Unternehmen ab 1940 nach dem Tod von Otto Model unter dem Namen Otto Model & Co. weiter und prägt es die nächsten vier Jahrzehnte. (Bild Model)

Els Model führt das Unternehmen ab 1940 nach dem Tod von Otto Model unter dem Namen Otto Model & Co. weiter und prägt es die nächsten vier Jahrzehnte. (Bild Model)

1953 wird erstmals Wellkarton produziert und zu Verpackungen verarbeitet. An diesem Meilenstein, der eines der aktuellen Geschäftsfelder der Model-Gruppe – Verpackungen und Displays aus Voll- und Wellkarton sowie Verpackungsdienstleistungen – entscheidend prägt, orientieren sich in den 1960er-Jahren weitere Investitionen und Strategien. Schon 1961 wird eine zweite Kartonmaschine in Betrieb genommen.

Europäische Ausrichtung und weitere Diversifikation

Seit den 1980er-Jahren setzt das Schweizer Unternehmen verstärkt auf Expansion und Diversifikation. Man erschließt zunehmend die europäischen Märkte und entwickelt eine Dynamik, die neben Deutschland vor allem Zentral- und Osteuropa in den Fokus nimmt. 1996 wird das erste Wellkartonwerk in Nymburg bei Prag eröffnet, 1998 ein weiteres in Polen. Vor allem die Märkte Tschechien, Polen, Slowakei und Kroatien sorgen in den letzten Jahren dafür, dass Verpackungen „Made by Model“ so erfolgreich sind.

Auch in Deutschland expandiert das Unternehmen weiter. Im Jahr 2000 übernimmt die Gruppe die Offenbacher Firma Kramp & Co. GmbH, heute die Model Kramp GmbH, die 2010 einen Neubau in Hanau bezieht. Dadurch gewinnt Model vor allem weitere Druckexpertise im Bereich hochveredelte Verpackungen aus Vollkarton. Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist der 2016 erfolgte Erwerb der P-WELL-Unternehmensgruppe. Mit dieser Übernahme schafft das Unternehmen die ideale geografische Ergänzung zu den bestehenden Wellkartonwerken. Dadurch wird es möglich, bestehende Großkunden in Deutschland und den Benelux-Staaten flächendeckend zu beliefern. Außerdem ergänzt Model mit dem Preprint-Verfahren – dem einzigen bis dahin noch nicht angewendeten Druckverfahren – sein Angebot an Drucktechnologien.

Seit 2014 ist Model als erster Schweizer Wellkartonhersteller nach Prozessstandard Digitaldruck (PSD) zertifiziert. 2015 nimmt Model AG in Weinfelden die erste Beta-Installation einer Digitaldrucklösung für Wellkarton mit wasserbasierten Druckfarben in Betrieb. Seit 2015 kooperiert die Gruppe zudem mit dem 1922 in New York gegründeten Traditionsunternehmen Arkay im Bereich außergewöhnlicher Verpackungslösungen vor allem für die Kosmetik- und die Parfümindustrie.

Seit vier Generationen in Familienbesitz

Trotz der dynamischen Entwicklung und aller Internationalisierung ist das Unternehmen auch mehr als 135 Jahre nach der Firmengründung noch immer in Familienbesitz. Seit 1995 verantwortet Dr. Daniel Model das operative Geschäft der Gruppe. Seine Frau Elisabeth Model ist COO Schweiz und gleichzeitig Geschäftsführerin von Model Kramp in Hanau. Und die jüngste Tochter Sarah Model hat kürzlich die deutsche Werksleitung in Berka/Werra übernommen.

Die international aufgestellte Gruppe erzielt heute einen Umsatz von rund 915 Millionen CHF. Das Unternehmen beschäftigt über 4.200 Mitarbeiter und wächst kontinuierlich weiter. 2017 flossen Investitionen in Höhe von 86 Millionen CHF in Modernisierungs-, Ökologie- und Expansionsprojekte. In den Ländern Schweiz, Deutschland, Polen, Tschechien, Benelux, Frankreich, Österreich, Slowakei und Kroatien setzte Model im vergangenen Jahr mehr als 1.361 Millionen Quadratmeter Wellkartonbögen ab. Die beiden Schweizer Papierfabriken in Weinfelden und Niedergösgen produzieren jährlich rund 388.600 Tonnen altpapierbasierte Wellkartonpapiere.

Model-Hauptsitz in Weinfelden. (Bild: Model)

Model-Hauptsitz in Weinfelden. (Bild: Model)

Alle Druckverfahren plus komplettes Dienstleistungsangebot

Im Portfolio des traditionsreichen Familienunternehmens finden sich heute, abgesehen vom Wellkartongeschäft, die Entwicklung, Fertigung und Bedruckung von Diplays und Verpackungslösungen mit allen gängigen Druckverfahren: Flexo-Preprint- und Direktdruck sowie Offset- und Digitaldruck. Die Model-Gruppe bedient Branchen wie die Pharma- und Kosmetik, Lebensmittel-, Textil-, Automotiv- oder die Technikbranche.

„2017 hat unser Copack-Plus-Team in Niedergösgen sehr viel Schokolade, aber auch anderes erfolgreich verpackt.“, erklärt Elisabeth Model.

Die Verpackungslösungen werden ergänzt von einem Spektrum an Serviceleistungen, wie etwa dem Co-Packing, dem Recycling, einem vereinfachten Datenhandling oder konzeptioneller Unterstützung bei der Planung von Abpackanlagen und dem Verbessern von Abpackprozessen sowie technischem Anwendersupport von Anlagen und Systemen.

Edle Verpackungen aus Hanau

Vor allem die im Jahr 2000 übernommene Firma Model Kramp GmbH setzte innerhalb der Unternehmensgruppe neue Synergien frei. Denn damit holte man sich zusätzliche Expertise für den Verpackungsdruck in der Kosmetikbranche ins Haus. Bei dem 2010 errichteten Neubau in Hanau-Steinheim wurde besonderer Wert auf Klimaschutz, Arbeitsumfeld, Nachhaltigkeit sowie kurze Prozesswege in der Produktion und moderne Logistik gelegt. Heute werden dort Kosmetikverpackungen für hochwertige Marken wie Clarins, Jil Sander, Gucci, Hermés und Hugo Boss hergestellt. Hier hat das Unternehmen beispielsweise eine Technologie mitentwickelt, bei der jede Schachtel mit einem Fingerabdruck versehen werden kann.

Kaltfolienveredelung der HUGO ICED-Faltschachtel. (Bild: Model)

Kaltfolienveredelung der HUGO ICED-Faltschachtel. (Bild: Model)

In Hanau beschäftigt das Unternehmen rund 150 Mitarbeiter, die im Dreischichtbetrieb arbeiten. 180 Millionen Verpackungen aus rund 3.500 Tonnen Karton werden hier jährlich verarbeitet, pro Auftrag sind das durchschnittlich 90.000 Faltschachteln. Dabei werden für die hochwertigen Kosmetikverpackungen ausschließlich Primärfasern aus nachhaltiger Forstwirtschaft eingesetzt, die Abfälle werden komplett dem Recycling-Kreislauf zugeführt.

Druck- und Wellkarton-Expertise aus Deutschland

Die Model GmbH bietet jede Menge Expertise im Vertrieb von Wellkarton-Formatware. Die hier erstellten Verpackungen und Displays erfüllen höchste Ansprüche in puncto Qualität und Farbverbindlichkeit. Der Druck erfolgt mit bis zu acht Farben auf nahezu allen verfügbaren Flächengewichten. In den ISO-zertifizierten Produktions- und Vertriebsstandorten hat Model in den letzten Jahren kräftig investiert.

Die Intralogistik wurde optimiert und der Maschinenpark auf den allerneuesten Stand der Technik gebracht. 2018 werden zudem in Deutschland eine neue Flachbettstanze und zwei Flexodruckwerke von Bobst in Betrieb gehen. Damit ist Model in Bad Bentheim, Berka/Werra und Ochtendung in der Lage, seine Kunden innerhalb kürzester Zeit zu bedienen. Und das von der Kleinstauflage bis zur Großserie. Von der Beratung über die Druckvorstufe, den Druckprozess, die Weiterverarbeitung bis hin zur Logistik laufen dabei alle Prozesse inhouse.

Anfang 2015 erhielten Dr. Daniel Model (l.) und Elisabeth Model (2. v. l.) den Procter & Gamble External Business Partner Excellence Award für beständige Hochleistung. Prämiert wurden nur 58 von 75.000 Zulieferern.

Anfang 2015 erhielten Dr. Daniel Model (l.) und Elisabeth Model (2. v. l.) den Procter & Gamble External Business Partner Excellence Award für beständige Hochleistung. Prämiert wurden nur 58 von 75.000 Zulieferern.

Im Zeichen der Zeit

Auch 135 Jahre nach der Firmengründung haben Verpackungen aus Wellkarton nichts von ihrer Attraktivität verloren. Im Gegenteil: Sie lassen sich exakt an die Bedürfnisse der Kunden anpassen und sind Vorreiter im Bereich Ressourcenschonung und Wiederverwertbarkeit.

„Die Qualität des verfügbaren Altpapiers nimmt ständig ab, gleichzeitig steigen technische Qualitätsansprüche aus der Verpackungsindustrie. Wir waren gefordert, neue Rohstoffe zu finden, welche die Qualität des Wellkartonpapiers halten oder sogar verbessern können. Deshalb entschieden wir uns, die bestehenden technischen Möglichkeiten des Recyclings so zu erweitern, dass auch Rohstoffe recycelt werden können, die bisher kostenpflichtig thermisch verwertet wurden. Durch die Wiederverwertung vorhandener Stoffe werden Ressourcen nachhaltig geschont und der CO2-Ausstoß reduziert. Beim Recycling von Getränkekartons werden gegenüber der Entsorgung über die Verbrennung z. B. etwa 365 Kilogramm CO2 pro Tonne eingespart. Diese Kreislaufwirtschaft ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll.“, erläutert Dr. Daniel Model, CEO und Chairman Model-Gruppe.

Deshalb hat der Schweizer Verpackungsspezialist im vergangenen Jahr am Standort Weinfelden 38 Mio. CHF in eine neue Pionier-Recyclinganlage „Model Fibre Evolution“ für Getränkekartons, schwerlösliche Papiere und Papierverbunde investiert, die bisher nur thermisch verwertet wurden. 75.000 Tonnen der neuen Fraktionen werden pro Jahr stofflich wiederverwertet.

Wellkarton ist eine in der Schweiz übliche Bezeichnung für Voll- und Wellpappe.