Nachhaltiges Pouch Airless-System für Kosmetik

Die 2K-Preform-Technologie als Pouch Airless-System verändert die Architektur von Kosmetikverpackungen. Sie bietet Lösungen für Nachhaltigkeit und Designfreiheit im Kosmetikregal.
Der flexible Innenbeutel zieht sich beim Entleeren sichtbar zusammen. Kunden erhalten einen klaren visuellen Indikator über den verbleibenden Produktinhalt. (Bild: Inotech)

Eine 2K-Preform-Technologie als Pouch Airless-System zeigt, wie sich Produktausbeute, Materiallogik und Markenauftritt neu zusammendenken lassen – und warum Verpackung künftig weniger als Hülle und mehr als funktionales System verstanden werden muss. Die Technologie nutzt einen flexiblen Innenbeutel, der sich während der Anwendung kontrolliert zusammenzieht, und eine äußere Hülle, die in ihrer Form nicht mehr durch die interne Mechanik limitiert wird. Für Marken bietet dies die Chance, Packaging Design neu zu interpretieren.

Airless-Verpackungen gelten als Goldstandard für empfindliche Formulierungen. Doch die Branche steht unter wachsendem regulatorischem Druck: Die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) zwingt Hersteller zu konsequenter Materialreduktion, Recyclingfähigkeit und dem verstärkten Einsatz von Rezyklaten (PCR-Materialien). Gleichzeitig bleibt die Umsetzung komplex: Materialdefinitionen, Recyclingfähigkeit und regulatorische Anforderungen sind teils uneindeutig und in der Praxis schwer kalkulierbar.

Ein zentrales Problem dabei: PCR-Material ist nicht unbegrenzt verfügbar und unterliegt Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen – insbesondere im Kosmetikbereich. In der Konsequenz müssen Marken heute Verpackungslösungen entwickeln, die nicht nur nachhaltig erscheinen, sondern regulatorisch langfristig Bestand haben.

2K-Preform-Technologie: Trennung von Funktion und Materiallogik

Hier setzt die 2K-Preform-Technologie an. Im Kern basiert sie auf einem Zweikomponenten-Spritzgussverfahren, das zwei Materialien in einem einzigen Prozessschritt kombiniert. Dadurch entsteht ein funktionales Verbundsystem ohne nachgelagerte Montageprozesse. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Airless-Systemen liegt dabei in der Architektur: Während herkömmliche Systeme auf einem Kolben basieren, nutzt die 2K-Preform-Technologie einen flexiblen Innenbeutel (Pouch), der sich während der Anwendung kontrolliert zusammenzieht. So kommt es im Ergebnis zu einer nahezu vollständigen Produktentleerung – je nach Formulierung können bis zu 98 Prozent erreicht werden.

Designfreiheit ohne technische Kompromisse

Ein zentraler Vorteil der Technologie liegt in der gestalterischen Freiheit. Während klassische Airless-Systeme stark formgebunden sind, ermöglicht das neue System nahezu jede Form. Ob rund, eckig, konisch oder organisch – die äußere Hülle ist nicht mehr durch die interne Mechanik limitiert. Das eröffnet Marken die Möglichkeit, ikonische Packaging-Designs zu erhalten oder neu zu interpretieren. Gleichzeitig wird sogenannter „Toter Raum“ – also nicht genutztes Volumen im Packaging – nahezu vollständig eliminiert. Gerade im Kontext der PPWR ist dies ein relevanter Faktor, da Materialeffizienz zunehmend regulatorisch bewertet wird.

Materialwahl neu gedacht: PCR, Recycling und regulatorische Freiheit

Ein weiterer zentraler Hebel der Technologie liegt in der Entkopplung von Produkt und Außenmaterial. Da der innere Pouch das Produkt vollständig vom Außenbehälter trennt, entstehen neue Freiheitsgrade in der Materialwahl der äußeren Verpackung. Diese kann – abhängig vom Konzept – aus PCR-Kunststoff, Aluminium, Glas, Holz oder anderen Materialien bestehen. Damit wird ein zentrales Problem klassischer Verpackungssysteme gelöst: die Kompatibilität zwischen Rezyklat und Formulierung. Zusätzlich reduziert sich der Testaufwand erheblich, da das Produkt nicht direkt mit dem Außenmaterial in Kontakt kommt. Der Innenpouch selbst ist dabei aus funktionalen Gründen in der Regel aus Virgin Material gefertigt, da er eine zentrale Rolle für Produktsicherheit und Dosierverhalten übernimmt.

Die Komponenten des innovativen Verpackungssystems. (Bild: Inotech)

Minimalismus für unterwegs

Ein Beispiel für die konkrete Anwendung der 2K-Preform-Technologie liefert die innovative Reisekosmetikmarke Passport2skn. Die Marke verpackt ihre hochwertigen Gesichtspflegeprodukte so, dass sie im mobilen Einsatz ohne Umfüllen, ohne Zusatzsysteme und mit minimalem Materialeinsatz funktionieren. Im Fokus steht dabei eine 30-ml-Formatlösung, die gezielt für Reise- und E-Commerce-Szenarien entwickelt wurde. Die Verpackung kombiniert ein geringes Eigengewicht mit einer kompakten, stabilen Außenstruktur und einer integrierten Airless-Funktion.

Auch im E-Commerce entfaltet das Pouch-Airless-System einen zusätzlichen praktischen Vorteil: Da sich der flexible Innenbeutel in Kombination mit einem transparenten oder transluzenten Außenbehälter beim Entleeren sichtbar zusammenzieht, erhalten Endkunden einen klaren visuellen Indikator über den verbleibenden Produktinhalt. Anwender erkennen frühzeitig, wann eine Nachbestellung erforderlich wird. Für Marken bedeutet dies nicht nur eine stabilere Kundenbindung, sondern auch die Reduktion von Kaufabbrüchen durch spontane Umorientierung im stationären Handel.

Die 2K-Preform-Technologie ist eine konsequente Weiterentwicklung bestehender Airless-Logiken. Sie verbindet drei zentrale Anforderungen der Branche: maximale Produktausbeute, regulatorische Zukunftssicherheit und gestalterische Freiheit im Design. Gleichzeitig zeigt sie, dass Innovation im Packaging selten in der sichtbaren Oberfläche beginnt – sondern in der unsichtbaren Architektur dahinter. 

Quelle: Inotech