Neue Studie vergleicht Kosten von Einweg und Mehrweg

Untersucht wurde die Wirtschaftlichkeit von Einweg- und Mehrwegtransportverpackungen in der europäischen Obst- und Gemüselogistik.
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Eine Studie im Auftrag der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM) hat die Wirtschaftlichkeit von Einweg- und Mehrwegtransportverpackungen in der europäischen Obst- und Gemüselogistik untersucht. In vier von fünf betrachteten Lieferketten schnitten demnach Mehrwegsysteme im Basisszenario wirtschaftlich besser ab.

Die Untersuchung wurde vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und LMS durchgeführt. Analysiert wurden fünf europäische Lieferketten für Äpfel aus Deutschland, Orangen aus Spanien, Trauben aus Italien, Pilze aus Polen und Tomaten aus den Niederlanden. Dabei betrachteten die Studienautoren jeweils den gesamten logistischen Umlauf – von Bereitstellung und Verpackung über Transport und Prozesse in Zentrallager und Markt bis zur Entsorgung beziehungsweise Rückführung.

Durchschnittlicher Kostenvorteil von 11,6 Prozent

Nach den Ergebnissen der Studie waren Mehrwegtransportverpackungen in vier der fünf untersuchten Anwendungsfälle im Basisszenario wirtschaftlicher als Einwegverpackungen. Über alle fünf Lieferketten hinweg ermittelten die Autoren einen durchschnittlichen Kostenvorteil von 11,6 Prozent für Mehrweg.

Besonders groß waren die Unterschiede bei Tomaten aus den Niederlanden und Äpfeln aus Deutschland. Bei Tomaten lagen die Gesamtkosten der Einweglösung laut Studie 27,8 Prozent über denen der Mehrweglösung. Bei Äpfeln waren es 22,9 Prozent. Eine Ausnahme bildeten Pilze aus Polen. Hier wies Einweg einen Kostenvorteil von 0,4 Prozent auf.

Lieferkette entscheidet über Wirtschaftlichkeit

Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass sich die Wirtschaftlichkeit nicht allein anhand der Kosten einer Transportverpackung beurteilen lässt. Entscheidend seien unter anderem Verpackungskosten, Transportdistanzen, Auslastung und die Gestaltung der Prozesse entlang der Lieferkette.

Die Studie betrachtet deshalb die Gesamtkosten der jeweiligen Verpackungssysteme über den vollständigen logistischen Umlauf. Vor dem Hintergrund der seit dem 12. August 2026 anwendbaren EU-Verpackungsverordnung PPWR gewinnt die Bewertung von Mehrwegsystemen zusätzlich an Bedeutung.

Quelle: LMS Logistik Management Service GmbH