Neuseeland startet Rücknahmesystem für Agrarverpackungen

Es sollen unter anderem Pflanzenschutzmittelbehälter, Ballen- und Silofolien erfasst werden.
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Neuseeland führt zum 1. März 2027 ein landesweites Rücknahme- und Recyclingsystem für Kunststoffe aus der Landwirtschaft ein. Das regulierte „Rural Recycling Scheme“ soll unter anderem Pflanzenschutzmittelbehälter, Ballenfolien und Silofolien erfassen und die bisherigen freiwilligen Systeme ablösen.

Mit dem neuen System will die neuseeländische Regierung die Rückgewinnung und das Recycling von Agrarkunststoffen deutlich steigern. Nach Angaben von Umweltministerin Nicola Grigg erfassen die derzeit von Agrecovery und Plasback betriebenen freiwilligen Programme weniger als die Hälfte der Kunststoffe, die unter das künftige System fallen.

Das neue System wurde laut Regierung gemeinsam mit der Industrie entwickelt und soll von der gemeinnützigen Agrecovery Foundation betrieben werden. Ziel ist eine einheitliche Rücknahmestruktur, über die Landwirte und Gartenbaubetriebe unterschiedliche Kunststoffprodukte entsorgen können.

Hersteller finanzieren die Rücknahme

Finanziert werden soll das System über Beiträge der Hersteller für die verkauften Produkte. Damit soll ein für die Nutzer kostenloses landesweites Netz aus Rücknahmestellen und Abholdiensten aufgebaut werden.

Das bestehende regionale Netz von rund 240 Rücknahmestellen soll erweitert werden, um größere Mengen an Agrarkunststoffen erfassen zu können. Die Recyclingangebote sollen außerdem mit Sammeldiensten für Agrarchemikalien kombiniert werden.

„Wir haben auf die Rückmeldungen von Landwirten und Erzeugern gehört, die sich ein einfaches Rücknahmesystem gewünscht haben, das leicht zu nutzen ist und die üblichen Kunststoffprodukte aus der Landwirtschaft in einem Recyclingsystem zusammenführt“, erklärt Umweltministerin Nicola Grigg.

Angebot auch für weitere Branchen

Die Rücknahmedienste sollen nicht allein landwirtschaftlichen Betrieben offenstehen. Auch Anwender von Agrarchemikalien und entsprechenden Kunststoffprodukten aus Forstwirtschaft, Industrie, Gastronomie, Tourismus und Sport sowie Kommunen und Dienstleister sollen das System nutzen können. Für private Haushalte ist ein eigenes landesweites Angebot zur Rückgabe von Produkten zur Schädlings- und Unkrautbekämpfung vorgesehen.

Die bestehenden freiwilligen Sammelsysteme werden bis zum Start des Rural Recycling Scheme am 1. März 2027 weitergeführt. Mit dem neuen System will die Regierung insbesondere verhindern, dass Agrarkunststoffe auf Deponien gelangen oder auf landwirtschaftlichen Betrieben vergraben beziehungsweise verbrannt werden.

Quelle: Beehive.govt.nz