66,3 Prozent der haushaltsnah anfallenden PET-Schalen werden in Deutschland von den dualen Systemen erfasst. Doch nur 17,5 Prozent werden recycelt. Ein aktueller Bericht zum PET-Schalenrecycling (Auftraggeber: Forum Rezyklat/GS1 Germany GmbH) macht deutlich, dass vor allem zwischen Sammlung und Recycling große Mengen verloren gehen.
Der entscheidende Wert liegt dazwischen: 73,6 Prozent der eingesammelten PET-Schalen werden im Sortierprozess als Ausschuss ausgeschleust und anschließend überwiegend thermisch verwertet. Zum Vergleich: Die Recyclingquote für Kunststoffverpackungen insgesamt lag 2023 bei 52,2 Prozent. Das Problem beim PET-Schalenrecycling beginnt damit weniger bei der Erfassung als bei Sortierung und Verwertung.
PET-Systeme sind auf Flaschen ausgerichtet
Als eine Hauptursache nennt der Bericht die starke Ausrichtung bestehender Sortierfraktionen und Recyclinganlagen auf PET-Flaschen. Schalen werden dadurch häufig aus dem Recyclingstrom ausgeschleust. Hinzu kommt, dass PET-Schalen mit rund fünf Prozent nur einen vergleichsweise kleinen Teil des gesamten Kunststoffverpackungsaufkommens ausmachen. Das verringert laut Bericht die wirtschaftlichen Anreize für Recycler, eigene Verfahren für diese Verpackungen aufzubauen.
Ein Bericht des Umweltbundesamtes zur Praxis der Sortierung und Verwertung bestätigt die Schwierigkeiten. Befragte PET-Recycler gehen mit Schalen sehr unterschiedlich um. Transparente Monolayer-Schalen können demnach teilweise gemeinsam mit transparenten PET-Flaschen recycelt werden. Die Angaben der Recycler zum möglichen Anteil reichen allerdings von null bis 100 Prozent. Multilayer-Schalen wurden von fünf der sechs betrachteten Referenzanlagen als Störstoff im Rejekt genannt.
Monolayer und Multilayer unterscheiden sich
Dabei spielt der Aufbau der Verpackungen eine wichtige Rolle. Monolayer-Schalen bestehen aus PET und werden beispielsweise für Obst und Gemüse eingesetzt. Multilayer-Schalen enthalten dagegen zusätzliche Siegel- oder Barriereschichten aus Polymeren wie PE oder PA und werden häufig für Fleisch-, Wurst- oder Käseprodukte verwendet. Solche Fremdpolymere können die Qualität des gewonnenen PET-Rezyklats beeinträchtigen.
Nach den Marktdaten des Schlussberichts wurden 2024 in Deutschland insgesamt 144.000 Tonnen PET-Schalen und vergleichbare PET-Verpackungen eingesetzt. Davon entfielen 94.600 Tonnen auf Monolayer- und 49.300 Tonnen auf Multilayer-Anwendungen. Allein PET-Schalen und Trays für Lebensmittel kamen auf 101.800 Tonnen.
Für Multilayer-Schalen sind zusätzliche Aufbereitungsschritte erforderlich. Der Schlussbericht nennt insbesondere die Delaminierung von Verbunden wie PET/PE oder PET/PE/EVOH. Dadurch können Fremdpolymeranteile reduziert und Reinheit sowie Verarbeitbarkeit des rPET verbessert werden. Die zusätzliche Prozessstufe erhöht allerdings auch Anlagenkomplexität und Kosten.
Technik muss Schale und Flasche unterscheiden
Eine weitere Schwierigkeit liegt in der Sortiertechnik. Die verbreitete Nahinfrarotspektroskopie erkennt PET zuverlässig als Kunststoffart. PET-Flaschen und PET-Schalen besitzen jedoch sehr ähnliche Spektren. Eine sichere Unterscheidung allein anhand des Materials ist deshalb insbesondere bei verschmutzten, bedruckten oder deformierten Verpackungen schwierig.

Der Schlussbericht empfiehlt deshalb, PET-Schalen künftig gezielt positiv zu sortieren und nicht lediglich als Rückstand der PET-Flaschensortierung zu behandeln. Perspektivisch könnten bildgebende Sensorsysteme mit KI-gestützter Objekterkennung helfen. Solche Systeme werden laut Studie bereits in einzelnen Anlagen zur Trennung von PET-Schalen und PET-Flaschen eingesetzt.
Für einen Ausbau des Tray-to-Tray-Recyclings reichen technische Lösungen allein jedoch nicht aus. Die Autoren sehen auch Handlungsbedarf bei einheitlichen Sortierspezifikationen, wirtschaftlichen Anreizen und verlässlichen Abnahmewegen. Unterschiedliche Vorgaben der Systeme erschweren derzeit die gezielte Bereitstellung geeigneter PET-Schalenfraktionen für Recycler.
Quellen: Schlussbericht PET-Schalenrecycling, Praxis der Sortierung und Verwertung von Verpackungen im Sinne des § 21 VerpackG 2023/2024






