Verpackungsabfälle belasten die Umwelt erheblich. Mit durchschnittlich 178 Kilogramm Verpackungsabfall pro Einwohner in der Europäischen Union, und sogar 215 Kilogramm in Deutschland, ist der Handlungsbedarf groß. Die neue EU-Verpackungsverordnung zielt darauf ab, diesen Abfall zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Die Circular Valley Stiftung begrüßt diese Schritte, sieht jedoch Herausforderungen in der praktischen Umsetzung, besonders für kleinere Unternehmen im grenzüberschreitenden Handel.
Die neue Verordnung der Europäischen Union setzt klare Ziele: Verpackungsabfälle sollen vermieden, die Wiederverwendung gestärkt und Verpackungen kreislauffähiger gemacht werden. Dr. Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Circular Valley Stiftung, betont die Bedeutung dieser Maßnahmen. So reduziere beispielsweise die Begrenzung von Leerraum in Um- und Transportverpackungen nicht nur den Materialverbrauch, sondern verringere auch den Entsorgungsaufwand für Verbraucher.
Herausforderungen für kleine Unternehmen
Die Umsetzung der Verordnung stellt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen vor Herausforderungen. Unterschiedliche administrative Anforderungen in den EU-Mitgliedstaaten, Registrierungen und die Benennung von Bevollmächtigten können für diese Unternehmen einen erheblichen Mehraufwand bedeuten. Besonders für kleine Händler, Hersteller oder Direktversender kann der schnell zu einer unverhältnismäßigen Hürde werden.
Ein Ansatz könnte in standardisierten Verpackungsgrundtypen für den grenzüberschreitenden Versand liegen. Denn die grundlegenden Anforderungen an eine Versandverpackung sind in vielen Fällen vergleichbar: Sie muss das Produkt etwa vor Feuchtigkeit, Licht oder Erschütterungen schützen. Nicht jedes kleine Unternehmen sollte dafür eigene Lösungen entwickeln und sich durch komplexe Anforderungen in jedem einzelnen Markt arbeiten müssen.
Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft
Die Circular Valley Stiftung sieht darin zugleich eine Aufgabe für die Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft: Welche Anforderungen entstehen kleinen und mittleren Unternehmen durch die neuen Regeln tatsächlich? Wo liegen die größten Hürden im grenzüberschreitenden Handel? Und welche standardisierten Verpackungslösungen könnten diese Hürden reduzieren?
„Die neue Verpackungsverordnung sollte nicht als Gegensatz zwischen Umwelt und Wirtschaft verstanden werden. Ihr Ziel ist es, Verpackungen ressourcenschonender und kreislauffähiger zu machen. Das ist im Interesse von Umwelt, Unternehmen und Verbrauchern. Jetzt kommt es darauf an, die Umsetzung so zu gestalten, dass sie ihren ökologischen Anspruch erfüllt und zugleich für Unternehmen praktikabel bleibt.“
Dr. Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Circular Valley Stiftung
Quelle: Circular Valley





