Schubert: 720 Yakult-Fläschchen pro Minute

Je nach ausgewähltem Auftrag werden die kleinen Flaschen in 6er- oder 8er-Formationen vorgruppiert. (Bild: Gerhard Schubert GmbH)
Je nach ausgewähltem Auftrag werden die kleinen Flaschen in 6er- oder 8er-Formationen vorgruppiert. (Bild: Gerhard Schubert GmbH)

Für den europäischen Markt wird ein Großteil der Fläschchen mit dem probiotischen Getränk Yakult mit einer Maschine von Schubert in Kartonboxen und in Displayverpackungen verpackt. Eine kompakte TLM-Verpackungsmaschine garantiert dabei hoch effiziente Prozesse bei hervorragender Verpackungsqualität.

Die Vision des Yakult-Unternehmensgründers Dr. Minoru Shirota war, die Gesundheit der Menschen weltweit zu verbessern. Über 80 Jahre Forschung stecken in dem heutigen Produkt. Dem Wissenschaftler gelang es, die später nach ihm benannten Milchsäurebakterien Lactobacillus casei Shirota (LcS) zu selektieren und zu kultivieren. Daraus entwickelte er 1935 das fermentierte Getränk Yakult. Jedes Fläschchen enthält mindestens 6,5 Milliarden dieser Milchsäurebakterien, die den Darm lebend erreichen: Weltweit konsumieren heute über 39 Millionen Menschen in 39 Ländern das probiotische Getränk.

Sekundärverpackungen und Tertiärverpackung Yakult

Sekundärverpackungen und Tertiärverpackung Yakult (Bild: Schubert)

Papier statt Plastik für Europa

Für den europäischen Markt wird Yakult in den Niederlanden in Almere bei Yakult Europe produziert. Das Werk hat seine Produktionskapazität erhöht und kann mit der neuen Schubert-Maschine 43.200 Flaschen pro Stunde verarbeiten. Die Fabrik versorgt 13 Länder in Europa.

„Wir wollten auf dem europäischen Markt bei der Sekundärverpackung von Folie auf Karton umstellen. Dafür hatten wir bei Schubert die Entwicklung einer Maschine angefragt“, erklärt Ronald Jacobs, Werksleiter von Yakult Europe. „Gemeinsam mit den Experten entwickelten wir eine umweltfreundliche und praktische Verpackung.“

In leicht zu öffnenden Displayverpackungen stehen die Fläschchen mit den einzigartigen Shirota-Bakterien heute in den Supermärkten für die Käufer bereit. Zu Hause im Kühlschrank lassen sich die Fläschchen in der Kartonbox stabil lagern.

Besonderes Verpackungs- und Maschinendesign

Die Anforderungen an die Verpackungsanlage waren komplex: Neben einer hohen Leistung und einem vordefinierten, geringen Platzbedarf standen flexible Formatmöglichkeiten auf der Wunschliste. Außerdem sollte die Möglichkeit bestehen, optional ein Leaflet zur Kundeninformation zwischen die Fläschchen in die Packungen zu schieben. Die Ingenieure von Schubert realisierten Höchstleistung auf kleinstem Platz mit der Kombination von mehreren F2-Robotern, vier Transmodulstrecken sowie Bilderkennungssystemen. Die Anlage verpackt 720 Yakult-Fläschchen pro Minute. Der schnelle Formatwechsel unterstützt die Sekundärverpackung in 6er- oder 8er-Packungen.

Die F2-Roboter setzen die vorgruppierten Formate in die aufgerichteten Kartonboxen.

Die F2-Roboter setzen die vorgruppierten Formate in die aufgerichteten Kartonboxen. (Bild: Gerhard Schubert GmbH)

Verpacken in Kartonboxen

Die Faltschachtelzuschnitte werden von F3-Robotern im Magazin abgeholt und in horizontaler Position bereitgestellt. Die F2-Roboter übernehmen diese Zuschnitte, lassen sie über der Beleimstation mit Klebstoff versehen, drücken sie durch das Faltaggregat und setzen sie direkt auf ein Transmodul, das die aufgerichteten Kartonboxen zu den nächsten Arbeitsschritten transportiert. Gleichzeitig führt die Transportkette die Fläschchen von der Vormaschine in die TLM-Anlage.

„Das Verteilen der Flaschen vom einbahnigen Einlauf auf zwei Bahnen bei einer hohen Leistung war eine besondere Herausforderung“, sagt Georg Koutsogiannis, der verantwortliche Sales Account Manager von Schubert.

Eine Gruppierkette verteilt die Flaschen auf zwei Spuren zu den beiden Einlaufschnecken, die die Produkte vereinzelt an zwei Zahnriemenbänder übergeben. Von dort gelangen die Fläschchen in die Aufnahmebereiche von zwei F2-Robotern, die jeweils 48 Fläschchen vom Band abnehmen und auf ein Transmodul der zweiten Transmodulstrecke in der Anlage setzen. Dieses Transmodul befördert die Fläschchen zu zwei weiteren F2-Robotern. Diese greifen jeweils 24 Fläschchen gleichzeitig, schieben sie auf Verpackungsgröße zusammen und setzen sie in die aufgerichteten Kartonboxen auf der ersten Transmodulstrecke.

Eine Kamera kontrolliert die befüllten Boxen auf Vollständigkeit, bevor sie verschlossen werden.

Eine Kamera kontrolliert die befüllten Boxen auf Vollständigkeit, bevor sie verschlossen werden. (Bild: Gerhard Schubert GmbH)

Qualitätskontrolle durch Bildverarbeitungssystem

Je nach Format werden entweder zwölf oder 16 Kartonboxen gleichzeitig befüllt. Bei Bedarf wird ein Leaflet zwischen die Fläschchen geschoben, bevor eine Kamera die Verpackungen auf Vollständigkeit kontrolliert und sie von den nächsten beiden F2-Robotern verschlossen werden. Die Verschließroboter setzen die Schachteln auf ein Transmodul der dritten Transmodulstrecke in der Anlage. Ein Drucker versieht die Kartonboxen während des Transports mit Haltbarkeitsdatum.

Danach werden die verschlossenen Kartonboxen von zwei weiteren F2-Robotern zu jeweils fünf Stück in Displayverpackungen gesetzt. Auch diese Zuschnitte werden nach demselben Prinzip wie die Kartonboxen in der Anlage aufgerichtet und über eine vierte Transmodulstrecke zum Füllbereich befördert. Den Auslauf der befüllten Displayverpackungen nach oben löste Schubert über einen integrierten Elevator. Eine weitere Besonderheit der neuen Schubert-Verpackungsmaschine ist die zentrale Leimnachfüllstation für das Aufrichten und Verschließen der Umverpackungen.

Die befüllten und verschlossenen Kartonboxen werden auf derselben Anlage in Displayverpackungen verpackt.

Die befüllten und verschlossenen Kartonboxen werden auf derselben Anlage in Displayverpackungen verpackt. (Bild: Gerhard Schubert GmbH)

Technische Daten

  • Verpacken von sechs oder acht Flaschen in Kartonboxen
  • Leistung von 720 Fläschchen pro Minute
  • Schneller Formatwechsel
  • Sekundär- und Tertiärverpackung auf einer Maschine
  • 90 bis 120 Kartonboxen pro Minute
  • 19 bis 24 Displayverpackungen pro Minute
  • Wirkungsgrad von 97 Prozent
  • Transmodul im Einsatz

Das erste Mal Schubert …

„In zehn Tagen war die Anlage aufgebaut, eingerichtet und bereit für die ersten Produktionsläufe“, berichtet Georg Koutsogiannis und ergänzt. „Wir sind stolz, dass wir die gewünschte Leistung auf dem vorgegebenen Platz erreichen konnten.“ „Wir sind sehr zufrieden und kommen gut mit der Anlage zurecht. Es ist für uns die erste Maschine von Schubert“, bestätigt Firmenchef Ronald Jacobs.

Der hohe Wirkungsgrad der Verpackungsmaschine von Schubert von 97 Prozent konnte die Produktionskapazität bei Yakult Europe entscheidend erhöhen. Zudem bietet die Anlage flexible Formatmöglichkeiten für künftige Anforderungen in der Sekundär- und Tertiärverpackung.

Yakult ist ein fermentiertes Getränk mit Magermilch und Lactobacillus casei Shirota Bakterien. Schon mit der Entdeckung dieser Milchsäurebakterien war es dem Unternehmensgründer und Pionier der Probiotik-Forschung, Dr. Minoru Shirota, wichtig, einen Beitrag für Wissenschaft und Menschheit zu leisten. 1955 gründete er in Tokio das Unternehmen Yakult Honsha Co., Ltd. zur Herstellung und zum Vertrieb von Yakult. Gleichzeitig eröffnete er sein eigenes Forschungsinstitut. Heute arbeiten rund 300 Wissenschaftler und wissenschaftliche Mitarbeiter im Yakult Central Institute, das in der mikrobiologischen Forschung der Darm-Mikrobiota und ihrer Funktionen im menschlichen Körper tätig ist. Seit 2005 erforscht das Yakult Honsha European Research Center for Microbiology (YHER) in Gent, Belgien, den Lactobacillus casei Shirota und die Darmflora.