Sealpac hat die Kosten pro Verpackung im Fokus

Für Sealpac sind die tatsächlichen Kosten pro Verpackung ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg. Der Oldenburger Maschinenbauer richtet seine Anlagen daher gezielt auf eine Senkung der „Total cost per pack“ aus.
Das Konzept EPP (EasyPeelPoint) erleichtert das Öffnen einer versiegelten Schale durch die geschützte Daumenmulde. (Bild: Sealpac)

Kosten, Effizienz und Versorgungssicherheit sind zentrale Themen in der Verpackungsindustrie. Der Oldenburger Maschinenbauer Sealpac begegnet diesen Herausforderungen mit einem eigenen Ansatz: Nicht der reine Anschaffungspreis einer Verpackungsmaschine entscheidet über den wirtschaftlichen Erfolg, sondern die tatsächlichen Kosten pro Verpackung (Total cost per pack) über die gesamte Lebensdauer der Anlage hinweg.

Steigende Energiepreise, knappe Ressourcen, wachsender Wettbewerbsdruck und neue regulatorische Anforderungen wie die EU-Richtlinie PPWR verändern die Rahmenbedingungen für Hersteller. Sealpac stellt daher die Faktoren in den Mittelpunkt, die im Produktionsalltag über Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit entscheiden.

Die Lebensmittelbranche befindet sich in einem dynamischen Wandel. Während klassische Segmente wie Rotfleisch auf einem niedrigeren Niveau stabil bleiben, entwickeln sich Bereiche wie Weißfleisch, Convenience-Produkte und Snacks positiv. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Hersteller. Kürzere Produktzyklen, kleinere Losgrößen, häufigere Formatwechsel und neue nachhaltige Verpackungskonzepte prägen den Markt.

Zusätzlichen Einfluss hat die kommende EU-Verpackungsverordnung PPWR. Sie erhöht den Druck, Materialverbrauch, Recyclingfähigkeit und Prozesseffizienz stärker miteinander zu verbinden. Verpackungsmaschinen müssen heute daher deutlich mehr leisten als reine Automatisierung. Gefragt sind flexible Systeme, die unterschiedliche Produkte, Materialien und Produktionsanforderungen zuverlässig und wirtschaftlich abbilden können.

Maximale Wirtschaftlichkeit im laufenden Betrieb

Wirtschaftlichkeit bedeutet vor allem maximale Verfügbarkeit. Jede ungeplante Stillstandzeit, jeder unnötige Materialverbrauch und jede ineffiziente Prozessphase wirken sich direkt auf die Kosten pro Packung aus. Deshalb betrachtet Sealpac Verpackungssysteme nicht isoliert, sondern als Gesamtlösung aus Technologie, Prozesssicherheit, Energieeffizienz und einfacher Bedienbarkeit. Der Maschinenbauer konzentriert sich dabei auf seine Kernkompetenzen in den Bereichen Traysealer und Thermoformer.

Mit der neuen F-Serie setzt Sealpac im Thermoformbereich einen neuen Maßstab für Verfügbarkeit und Prozesssicherheit. Die Entwicklung entstand aus einer grundlegenden Analyse moderner Produktionsanforderungen. Statt bestehende Systeme lediglich weiterzuentwickeln, wurden zentrale Abläufe neu betrachtet. Das Ergebnis ist eine Maschinenplattform, die konsequent auf stabile Prozesse und geringe Stillstandzeiten ausgelegt ist. Intelligente automatisierte Funktionen, die sogenannten Pack-Assistenten, unterstützen an vielen Stellen die Verfügbarkeit und Prozesssicherheit. Relevante Maschinenparameter werden kontinuierlich überwacht und ermöglichen eine vorausschauende Wartung.

Mit der neuen F-Serie setzt Sealpac im Thermoformbereich einen neuen Maßstab für Verfügbarkeit und Prozesssicherheit. (Bild: Sealpac)

Ein weiterer Baustein ist der Ansatz „Plug & Pack“ statt „Set & Adjust“. Dahinter verbirgt sich ein innovatives Werkzeugwechselsystem, mit dem sich die Werkzeuge der F-Serie schnell, ergonomisch und ohne aufwendige Einstellprozesse tauschen lassen. Gleichzeitig sorgt eine intelligente Steuerung dafür, dass die Maschine stets im optimalen Verhältnis zwischen Leistung und Energieverbrauch arbeitet.

Traysealer-Lösungen mit Fokus auf Effizienz

Auch im Traysealer-Bereich setzt Sealpac mit der Amax-Serie auf Lösungen, die gezielt auf eine Senkung der „Total cost per pack“ ausgerichtet sind. Bei der Entwicklung der Amax-Anlagenserie standen kurze Umrüstzeiten, hohe Verfügbarkeit und ein effizienter Materialeinsatz im Mittelpunkt. Besonders relevant ist die vollständige Kompatibilität zu bestehenden Werkzeugen der A-Serie. In Produktionsumgebungen mit Maschinen beider Generationen können Werkzeuge flexibel zwischen den Anlagen getauscht werden. Das erhöht die Ausfallsicherheit, schafft Zukunftssicherheit und erleichtert die Produktionsplanung.

Traysealer bieten vielfältige Anwendungen auf einer einzigen Anlage. (Bild: Sealpac)

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Energieeffizienz. Der Druckluftverbrauch der Anlage konnte im Vergleich zur Vorgängerserie um mehr als 90 Prozent reduziert werden. Energieeffiziente Motoren und intelligente Steuerungskonzepte passen den Energiebedarf kontinuierlich an die tatsächlichen Produktionsmengen an. Dadurch arbeitet die Maschine immer im effizientesten Betriebsbereich. In der Verarbeitung neuer Verpackungslösungen und Materialien, die regulatorische Vorgaben der PPWR aufnehmen, gewährleisten die Anlagen auch bei anspruchsvollen Anwendungen hohe Prozesssicherheit, z. B. bei Monomaterialien. Gerade im europäischen Markt, in dem unterschiedliche Materialien parallel eingesetzt werden, gewinnt diese Flexibilität zunehmend an Bedeutung.

Mit PackingPanda verbindet der Maschinenbauer industrielle Verpackungstechnologie mit Mehrwegkonzepten. Die Lösung richtet sich insbesondere an den Bereich der Außer-Haus-Verpflegung, in dem Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen wie Fachkräftemangel, steigenden Qualitätsanforderungen und dem Bedarf nach standardisierten Prozessen stehen. Materialien wie Edelstahl, Porzellan, Glas oder Melamin können unter Schutzatmosphäre oder im Skin-Verfahren versiegelt werden. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für zentrale Produktionskonzepte. Der Ansatz wurde zusammen mit Küchen- und Verpackungsexperten entwickelt und bietet eine praxisnahe Lösung, die von halbautomatischen Anwendungen mit dem Traysealer M-Flex bis hin zu vollautomatischen Linien mit Anlagen der Amax-Serie skalierbar ist.

Langfristige Partnerschaft als Erfolgsfaktor

Neben technischen Lösungen spielt für das inhabergeführte Unternehmen auch die langfristige Entwicklung eine wichtige Rolle. Die frühzeitige Einbindung der nächsten Generation in die Unternehmensstruktur schafft Perspektive und stärkt die Verlässlichkeit gegenüber Kunden. Gerade bei Investitionen in Verpackungstechnik, die über viele Jahre hinweg eingesetzt wird, gewinnt die langfristige Partnerschaft zunehmend an Bedeutung. Kunden benötigen nicht nur leistungsfähige Maschinen, sondern einen Partner, der Technologien weiterentwickelt, Service sicherstellt und gemeinsam mit ihnen künftige Herausforderungen bewältigt. Die zentrale Botschaft lautet deshalb: Entscheidend ist nicht die Maschine allein, sondern das Ergebnis im laufenden Betrieb. Denn am Ende bestimmt nicht der reine Maschinenpreis über die Wirtschaftlichkeit einer Investition, sondern die Kosten pro Verpackung.

http://www.sealpac.de

packaging journal 4/2026

Dieser Artikel ist im packaging journal 4/2026 (September) erschienen.