SpieKo sichert Produktion bis Jahresende

Das Insolvenzverfahren über das Vermögen des auf Flaschenverschlüsse, Korken und Holzdrehteile spezialisierten Unternehmens wurde zum 1. August 2026 eröffnet.
Die SpieKo Flaschenverschlüsse e.K. wurde 1993 als Drechslerei mit einem breiten Sortiment gegründet und hat sich seitdem auf die Herstellung von Flaschenverschlüssen und Kunststoffkorken in verschiedensten Ausführungen spezialisiert (Bild: SpieKo Flaschenverschlüsse)

Der insolvente Flaschenverschlusshersteller SpieKo hat seinen Geschäftsbetrieb stabilisiert. Die Produktion am Standort Olbernhau ist nach Angaben des Insolvenzverwalters bis mindestens Ende 2026 gesichert. Parallel läuft die Suche nach einem Investor.

SpieKo Flaschenverschlüsse kann bestehende Aufträge weiterhin bearbeiten, produzieren und ausliefern. Grundlage dafür seien die aktuelle Ertrags- und Liquiditätsplanung sowie die Unterstützung von Kunden, Maschinenfinanzierern und der Hausbank. Das Insolvenzverfahren über das Vermögen des auf Flaschenverschlüsse, Korken und Holzdrehteile spezialisierten Unternehmens wurde zum 1. August 2026 eröffnet.

„Alle Aufträge werden wie geplant bearbeitet, produziert und ausgeliefert“, sagt Insolvenzverwalter Dr. Dirk Herzig. Die Löhne und Gehälter der zehn Mitarbeitenden sollen nach dem Auslaufen des Insolvenzgeldzeitraums wieder vollständig aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet werden.

Kunden erteilen wieder Aufträge

Zur Stabilisierung trugen laut Insolvenzverwalter unter anderem angepasste Finanzierungsraten für Maschinen bei. Zudem habe sich die Hausbank damit einverstanden erklärt, dass sicherungsübereignete Materialien und Rohstoffe weiterhin für die Fertigung verwendet werden können.

Auch auf Kundenseite gebe es Fortschritte. Mehrere Unternehmen hätten SpieKo erneut Aufträge erteilt und Interesse an einer weiteren Belieferung signalisiert. Künftig soll das Unternehmen verstärkt Kunden direkt beliefern. In der Vergangenheit war SpieKo nach Angaben des Insolvenzverwalters häufig als Subunternehmer tätig. Das Ende entsprechender Kooperationen habe zu den starken Umsatzrückgängen beigetragen.

Investor für SpieKo gesucht

Die gesicherte Auslastung bis zum Jahreswechsel soll nun Zeit für die Suche nach einer langfristigen Fortführungslösung schaffen. Nach Angaben von Herzig liegen bereits erste Interessensbekundungen potenzieller Investoren vor. Das Verfahren sei weiterhin für weitere Interessenten offen.

„Wir haben in den letzten Jahren sehr viel in die Automatisierung und die Weiterentwicklung der Fertigung investiert und erfüllen alle Anforderungen unserer Kunden. Dies zeigt das Potential, das SpieKo mit seiner Spezialisierung auf Produkte aus Kunststoff und Holz hat. Gerade in einem schrumpfenden Markt sind Innovation und Automatisierung wesentliche Voraussetzungen, um sich im Wettbewerb zu behaupten. Die positive Entwicklung der letzten Wochen zeigt, dass SpieKo bei seinen Kunden und Partnern neben der Qualität der Produkte auch für die Zuverlässigkeit der Arbeit bekannt und geschätzt ist.“

SpieKo-Inhaber Gunter Spiegelhauer

Ein Investor oder die Eingliederung in eine bestehende Unternehmensgruppe sei notwendig, um die Produktion langfristig fortzuführen. Als Ursachen der finanziellen Schwierigkeiten nennt SpieKo neben starken Umsatzrückgängen gestiegene Kosten für Ausgangsmaterialien bei gleichbleibender Finanzierungslast.

SpieKo wurde 1993 gegründet und produziert im sächsischen Olbernhau Flaschenverschlüsse und Kunststoffkorken in unterschiedlichen Ausführungen. Das Unternehmen fertigt sowohl Kleinstmengen als auch größere Stückzahlen.

Quelle: Schultze & Braun