SPKF sieht Verpackungen als Wachstumsfeld

Der Verband Schweizerischer Papier-, Karton- und Folienhersteller verortet die Schweizer Papierindustrie weiterhin in einem schwierigen Marktumfeld.
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Der Verband Schweizerischer Papier-, Karton- und Folienhersteller (SPKF) verortet die Schweizer Papierindustrie weiterhin in einem schwierigen Marktumfeld. Während die Nachfrage nach grafischen Papieren rückläufig bleibt, investieren Unternehmen verstärkt in Verpackungsanwendungen. Ein Beispiel ist die strategische Neuausrichtung der Perlen Industrieholding auf Spezialpapiere für flexible Verpackungen und recycelbare Papierflaschen.

Die Schweizer Papierindustrie war 2025 nach Angaben des SPKF von einer schwachen Nachfrage in Europa, hohen Energie- und Produktionskosten sowie dem starken Schweizer Franken belastet. Dennoch hätten sich insbesondere nachhaltige Verpackungslösungen als Wachstumsfeld erwiesen. So steigerte die Model Group ihren konsolidierten Umsatz um 8,6 Prozent auf 936 Millionen Schweizer Franken. Die Produktion von Verpackungspapieren erreichte mit 771.000 Tonnen einen neuen Höchststand, während die Menge der Wellpappeverpackungen um 3,6 Prozent zulegte.

Fokus auf Verpackungspapiere und Papierflaschen

Die Perlen Industrieholding reagiert laut SPKF mit einer strategischen Neuausrichtung auf die sinkende Nachfrage nach grafischen Papieren. Künftig soll die Produktion von Spezialpapieren für flexible Verpackungen, insbesondere für Lebensmittel- und Etikettenanwendungen, im Mittelpunkt stehen. Zudem hat das Unternehmen die Produktionsrechte für recycelbare Papierflaschen in Zusammenarbeit mit Pulpex gesichert. Die auf Papierfasern basierenden Flaschen sollen einen geringeren CO₂-Fußabdruck als Glas aufweisen. Der Produktionsstart ist für 2027 vorgesehen. Gleichzeitig befindet sich die Perlen Papier AG in einer Restrukturierung und baute 2025 rund 60 Stellen ab. Umsatz und Absatz gingen um knapp 15 Prozent zurück.

Verpackungspapiere behaupten sich

Die Branchenstatistik zeigt, dass Schweizer Papierfabriken 2025 insgesamt 904.331 Tonnen Papier und Karton auslieferten. Das entspricht einem Rückgang von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während Zeitungsdruckpapiere um 13,4 Prozent und andere grafische Papiere um 13,2 Prozent nachgaben, blieben Verpackungspapiere mit 424.395 Tonnen nahezu auf Vorjahresniveau. Auch Hygienepapiere entwickelten sich stabil.

Der SPKF verweist zudem auf die Bedeutung des Papierrecyclings für die Kreislaufwirtschaft. Die Einsatzrate von Altpapier in Schweizer Papierfabriken stieg 2025 auf 97,4 Prozent. Gleichzeitig lag die Sammelrate bei 84,5 Prozent.

Quelle: SPKF