Steirerpack startet Sanierungsverfahren

Das Unternehmen aus Pölstal will den Betrieb fortführen und sich im Rahmen des Verfahrens neu aufstellen. Aktuell beschäftigt Steirerpack 67 Mitarbeiter.
Bild: Steirerpack

Der österreichische Verpackungshersteller Steirerpack GmbH befindet sich in einem Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Das Unternehmen aus Pölstal will den Betrieb fortführen und sich im Rahmen des Verfahrens neu aufstellen.

Das Landesgericht Leoben hat am 21. September 2026 auf Eigenantrag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über das Vermögen der Steirerpack GmbH eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Helmut Fetz bestellt. Nach Angaben des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 2,95 Millionen Euro. Betroffen sind derzeit 75 Gläubiger.

Verpackungshersteller beschäftigt 67 Mitarbeiter

Steirerpack ist in der papier- und kartonverarbeitenden Industrie tätig. Am Standort Pölstal/Möderbrugg produziert das Unternehmen unter anderem Wellpappe und Verpackungslösungen für Industriekunden. Aktuell beschäftigt Steirerpack 67 Mitarbeiter.

Als Ursachen für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt das Unternehmen laut AKV die anhaltende Markt- und Branchenkrise in der Wellpappenindustrie sowie rückläufige Absatzzahlen. Hinzu kämen gestiegene Energie-, Material- und Personalkosten. Auch ein deutlicher Rückgang des Auftragseingangs und Produktionsstörungen hätten die Liquidität belastet.

Eine weitere Ursache sei die Kündigung des Factoringvertrags durch das finanzierende Institut gewesen. Dadurch sei ein wesentlicher Bestandteil der laufenden Finanzierung weggefallen. Zudem hätten wichtige Geschäftspartner ihre Liefer- und Zahlungsbedingungen verschärft.

Fortführung und Stellenabbau geplant

Steirerpack strebt eine Fortführung und Sanierung des Unternehmens an. Nach Angaben des AKV wurden bereits Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehören Anpassungen beim Personal sowie Optimierungen beim Materialeinkauf und in der Produktion. Der geplante Abbau von 30 Arbeitsverhältnissen sei bereits beim österreichischen Arbeitsmarktservice angezeigt worden.

Der vorgelegte Sanierungsplan sieht für die Gläubiger eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren vor. Davon sollen neun Prozent binnen 14 Monaten und weitere elf Prozent binnen 24 Monaten gezahlt werden. Die Sanierungsplantagsatzung ist für den 9. Dezember 2026 angesetzt.

Quelle: Alpenländischer Kreditorenverband