Eine neue Studie des Beratungsunternehmens Circpack by Veolia kommt zu dem Schluss, dass die Leistungsfähigkeit der Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) in Europa erheblich variiert. Die im Auftrag von Europen erstellte Untersuchung sieht Defizite bei Governance, Transparenz und Recyclinginfrastruktur und fordert eine stärkere Harmonisierung im Rahmen des geplanten Circular Economy Act (CEA).
Die Analyse vergleicht die Verpackungs-EPR-Systeme aller 27 EU-Mitgliedstaaten. Nach Einschätzung der Autoren sind die Leistungsunterschiede vor allem auf Unterschiede bei Systemgestaltung, Aufsicht, Datentransparenz und Infrastruktur zurückzuführen. Vor dem Hintergrund der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die verbindliche Recyclingziele und harmonisierte Berichtspflichten einführt, gewinne die Leistungsfähigkeit der nationalen EPR-Systeme weiter an Bedeutung.
Systemgestaltung entscheidend für den Erfolg
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass nicht das jeweilige Organisationsmodell über den Erfolg entscheidet. Ob ein einzelnes oder mehrere Rücknahmesysteme bestehen, sei weniger ausschlaggebend als klare Verantwortlichkeiten, wirksame Kontrolle, belastbare Berichterstattung und nachvollziehbare Finanzströme.
Zudem zeige sich, dass Mitgliedstaaten mit detaillierteren und öffentlich zugänglichen Daten bessere Ergebnisse erzielen. Granulare Daten ermöglichten es, Materialverluste zu identifizieren, Investitionsbedarfe zu erkennen und die Verwendung der Herstellerbeiträge besser nachzuvollziehen.
Infrastruktur und Ökomodulation im Fokus
Als weiteres Hindernis identifiziert die Studie fehlende Sortier- und Recyclingkapazitäten für verschiedene Verpackungsarten. Allein durch verbindliche Recyclingquoten lasse sich die Kreislaufwirtschaft nicht erreichen. Erforderlich seien zusätzliche Investitionen in Sammel-, Sortier- und Recyclinginfrastrukturen.
Darüber hinaus bewertet die Untersuchung die Ausgestaltung der EPR-Gebühren als entscheidenden Erfolgsfaktor. Systeme mit ökologisch modulierter Gebührenstruktur, die Material, Verpackungsformat und Recyclingfähigkeit berücksichtigen, erzielten demnach bessere Ergebnisse als Modelle mit pauschalen Beiträgen.
Empfehlungen für den Circular Economy Act
Die Studienautoren empfehlen, den geplanten Circular Economy Act für eine stärkere Harmonisierung der EPR-Systeme in Europa zu nutzen. Vorgeschlagen werden unter anderem ein eigenständiger EU-Rechtsrahmen für EPR, einheitlichere Berichtspflichten, mehr Transparenz sowie eine stärkere Ausrichtung der Herstellerbeiträge auf den Ausbau der Recyclinginfrastruktur.
Nach Ansicht der Autoren sollte die erweiterte Herstellerverantwortung weiterhin auf ihre Kernaufgabe ausgerichtet bleiben: die Organisation und Finanzierung eines leistungsfähigen Abfallmanagements, um die europäischen Recyclingziele zu erreichen.
Quelle: Europen





