Studie zeigt steigende Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Verpackungen

Eine neue Studie von Simon-Kucher & Partners zeigt, dass Verbraucher zunehmend wieder bereit sind, mehr für nachhaltige Verpackungen zu zahlen. Der Preisspielraum bleibt jedoch begrenzt.
Am Point of Sale muss die Verpackung schnell überzeugen und intuitiv verstanden werden. Signale, die sofort als nachhaltig verstanden und gelesen werden, können eine Kaufentscheidung verstärken. Am Point of Sale muss die Verpackung schnell überzeugen und intuitiv verstanden werden. Signale, die sofort als nachhaltig verstanden und gelesen werden, können eine Kaufentscheidung verstärken.
(Bild: Shutterstock/Steklo)

Die Bereitschaft der Verbraucher, für nachhaltige Verpackungen mehr zu bezahlen, nimmt wieder zu. Laut einer aktuellen Studie von Simon-Kucher & Partners sind drei von fünf Konsumenten bereit, für umweltfreundliche Verpackungslösungen einen Aufpreis zu akzeptieren. Besonders jüngere Verbraucher zeigen eine höhere Zahlungsbereitschaft, was auf einen generellen Trend hin zu mehr Umweltbewusstsein in dieser Altersgruppe hindeutet.

Trotz der wachsenden Akzeptanz für höhere Preise bleibt der Preisspielraum für nachhaltige Verpackungen begrenzt. 60 Prozent der deutschen Verbraucher akzeptieren grundsätzlich einen Aufpreis für nachhaltigere Produktverpackungen – sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das zeigt die „Sustainable Product Packaging“-Studie der globalen Strategieberatung Simon-Kucher. Zugleich setzen Verbraucher dem Aufpreis enge Grenzen: 30 Prozent würden höchstens fünf Prozent mehr für nachhaltig verpackte Produkte bezahlen, bezogen auf den Gesamtproduktpreis. „Hersteller sollten die begrenzte Zahlungsbereitschaft nicht vorschnell als Hindernis verstehen“, so Dr. Daniel Bornemann, Senior Partner bei Simon-Kucher. „Nachhaltigere Verpackungen können den Wert des Gesamtprodukts spürbar erhöhen. Die Mehrkosten bleiben aber häufig überschaubar.“

„Die Altersgruppen driften auseinander“

Während die große Mehrheit (83 Prozent) der unter 25-Jährigen bereit ist, mehr zu zahlen, trifft das bei den über 54-Jährigen nur auf etwa jeden Zweiten (51 Prozent) zu. Der Abstand zwischen den Altersgruppen ist damit seit 2025 um 12 Prozentpunkte gestiegen. „Die Altersgruppen driften auseinander – das macht Markenkommunikation und Preisgestaltung für Hersteller deutlich anspruchsvoller“, sagt Mark-Daniel Rentschler, Senior Director bei Simon-Kucher.

Einflussfaktoren auf die Kaufentscheidung

Fast jeder Zweite (49 Prozent) erkennt nachhaltige Verpackungen vor allem an einem möglichst geringen Materialeinsatz. Klar verständliche Recyclinghinweise sind ebenfalls ein zentrales Erkennungsmerkmal. Offizielle Umweltlabels spielen dagegen eine geringere Rolle (26 Prozent). Gleichzeitig können 12 Prozent nachhaltige Verpackungen nach eigener Einschätzung nicht zuverlässig erkennen. „Was Verbraucher nicht sofort erkennen, verpufft“, erklärt dazu Stephanie Sparber, Senior Director bei Simon-Kucher.

Konsumenten unterstützen politische Maßnahmen gegen Verpackungsmüll grundsätzlich, bevorzugen aber gezielte Eingriffe. Es scheint: Je stärker eine Maßnahme Alltag oder Komfort betrifft, desto zurückhaltender fällt die Akzeptanz aus. Die größte Zustimmung (37 Prozent) erhalten Verbote bestimmter Einwegverpackungen und Vorgaben zur Reduktion von Leerraum (35 Prozent). Deutlich geringer fällt die Zustimmung zur Ausweitung der Pfandpflicht auf weitere Verpackungsarten aus (25 Prozent). Für Sparber ist klar: „Nicht jede Maßnahme überzeugt gleichermaßen. Für Unternehmen kommt es darauf an, regulatorische Anforderungen in Lösungen zu übersetzen, die für Konsumenten nachvollziehbar und alltagstauglich sind.“

Preisdruck verschiebt die Prioritäten nicht

Inflation, hohe Energiepreise und geopolitische Spannungen führen nicht dazu, dass Konsumenten nachhaltige Verpackungen grundsätzlich aus den Augen verlieren. Für 71 Prozent ist das Thema weiterhin mindestens genauso wichtig wie zuvor. „Der Preisdruck verschiebt die Prioritäten nicht. Hersteller müssen den Mehrwert nachhaltiger Verpackungen so klar vermitteln, dass sie damit auch Unentschlossene überzeugen“, fasst Bornemann zusammen.

Quelle: Simon-Kucher & Partners