Studie zu den Trends im E-Commerce

E-Commerce und Klimaschutz kann funktionieren. Laut einer Studie von Idealo w√ľrden 71 Prozent der Online-Shopper sogar einen Aufschlag bei den Versandgeb√ľhren in Kauf nehmen, wenn bestellte Ware daf√ľr klimafreundlich versendet wird. (Bild: Idealo Internet GmbH)
E-Commerce und Klimaschutz kann funktionieren. Laut einer Studie von Idealo w√ľrden 71 Prozent der Online-Shopper sogar einen Aufschlag bei den Versandgeb√ľhren in Kauf nehmen, wenn bestellte Ware daf√ľr klimafreundlich versendet wird. (Bild: Idealo Internet GmbH)

Zum inzwischen dritten Mal befragt die Shopping- und Vergleichsplattform idealo Online-Shopper zu den Trends im E-Commerce. Dabei wurde der Frage nachgegangen, wie Verbraucher zu aktuellen Branchentrends stehen.

Millennials pushen den Online-Handel

Laut der idealo Umfrage geben 29 Prozent der Befragten an, mindestens einmal die Woche online zu shoppen. Insbesondere die Millennials sind hier ganz weit vorne. 41 Prozent der 18- bis 29-Jährigen kaufen einmal wöchentlich online ein.

Im Vergleich: Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 30 Prozent und bei den 60- bis 64-Jährigen sogar nur 13 Prozent. (Bild: Idealo Internet GmbH)

Im Vergleich: Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 30 Prozent und bei den 60- bis 64-Jährigen sogar nur 13 Prozent. (Bild: Idealo Internet GmbH)

Dabei ist das Smartphone direkt nach dem Laptop das beliebteste Shopping-Device der Deutschen ‚Äď 57 Prozent kaufen mit dem Handy ein, 61 Prozent mit dem Laptop. Der Kauf im Ladengesch√§ft hat in vielen Bereichen allerdings nach wie vor die Nase vorn. Insbesondere bei Lebensmitteln, M√∂beln oder Medikamenten kann der E-Commerce die Verbraucher noch nicht voll √ľberzeugen. Elektronik, Unterhaltungsmedien und B√ľcher werden hingegen bereits bevorzugt online gekauft.

Alle Daten wurden vom Marktforschungsunternehmen dynata im Auftrag der idealo internet GmbH erhoben. An der Online-Befragung im Dezember 2019 nahmen 1.076 Internetnutzer teil. Die Ergebnisse sind repr√§sentativ f√ľr Online-Shopper in Deutschland zwischen 18 und 64 Jahren.

Das Whitepaper zur Studie mit allen Umfrageergebnissen finden Sie hier.

Es muss aber kein Entweder-oder sein. Die Studie zeigt, dass eine sinnvolle Verzahnung zwischen Online und Offline ‚Äď der sogenannte Connected Commerce ‚Äď f√ľr den Konsumenten viele Vorteile birgt. Beispielsweise hat die Verf√ľgbarkeit von Preisdaten im Internet einen Einfluss auf das Kaufverhalten im station√§ren Handel.

Sieben von zehn Online-Shoppern (73 Prozent) suchen zumindest gelegentlich online nach Preisen, wenn sie sich gerade im Ladengesch√§ft ein Produkt anschauen. Und jeder Dritte (33 Prozent) nutzt das Wissen √ľber den aktuellen Marktpreis seines Wunschproduktes, um vor Ort einen g√ľnstigeren Preis zu verhandeln.

Klimaschutz im E-Commerce

Der Versandhandel steht vor dem Hintergrund des Klimawandels immer mehr in der Kritik, unter anderem wegen des entstehenden Verpackungsm√ľlls und der Treibhausgas-Emissionen im Lieferverkehr. Ein kurzfristig wirksamer L√∂sungsansatz ist die Kompensierung von CO2-Emissionen, die beim Versand von Paketen entstehen. 71 Prozent der Online-Shopper w√ľrden sogar einen Aufschlag bei den Versandgeb√ľhren in Kauf nehmen, wenn bestellte Ware daf√ľr klimafreundlich versendet wird. Bei den 18- bis 29-J√§hrigen sind es sogar 84 Prozent, bei den 60- bis 64-J√§hrigen hingegen nur etwas mehr als jeder Zweite (53 Prozent).

Die Meinungen der Verbraucher zu Retouren sind zwiegespalten. Die H√§lfte der Befragten (51 Prozent) schickt ungern Produkte zur√ľck, weil sie geh√∂rt haben, dass retournierte Produkte oft vernichtet werden. (Bild: Idealo Internet GmbH)

Die Meinungen der Verbraucher zu Retouren sind zwiegespalten. Die H√§lfte der Befragten (51 Prozent) schickt ungern Produkte zur√ľck, weil sie geh√∂rt haben, dass retournierte Produkte oft vernichtet werden. (Bild: Idealo Internet GmbH)

F√ľr viel Aufsehen hat 2019 das Thema Retouren gesorgt. Der Branche wurde vorgeworfen, zur√ľckgeschickte Produkte teilweise eher zu entsorgen als sie wieder in den Verkauf zu bringen.¬†Die meisten (64 Prozent) empfinden es als sehr praktisch, bestellte Produkte zun√§chst in den eigenen vier W√§nden zu testen und gegebenenfalls zur√ľckzuschicken. Fast die H√§lfte der Befragten (45 Prozent) hat das sogar schon einmal bewusst in Kauf genommen, indem sie z.B. Artikel in verschiedenen Gr√∂√üen bestellten.

Trotzdem geben 57 Prozent der Online-Shopper an, dass sie ungern Produkte zur√ľckschicken, da dies umwelt- bzw. klimasch√§dlich sei. Das Bewusstsein ist bei den √Ąlteren (60 bis 64 Jahre: 64 Prozent) sogar ausgepr√§gter als bei den J√ľngeren (18 bis 29 Jahre: 53 Prozent). Die H√§lfte der Befragten (51 Prozent) schickt ungern Produkte zur√ľck, weil sie geh√∂rt haben, dass retournierte Produkte oft vernichtet werden.

Bei der Augmented-Reality-Funktion werden virtuelle Informationen in die Live-Ansicht der eigenen Smartphone-Kamera eingef√ľgt, sodass Kunden schon vor dem Kauf die M√∂glichkeit haben, Produkte auszuprobieren. (Bild: Idealo Internet GmbH)

Bei der Augmented-Reality-Funktion werden virtuelle Informationen in die Live-Ansicht der eigenen Smartphone-Kamera eingef√ľgt, sodass Kunden schon vor dem Kauf die M√∂glichkeit haben, Produkte auszuprobieren. (Bild: Idealo Internet GmbH)

Innovationen sind willkommen

Ob Voice Commerce, Augmented Reality oder Alternative Zahlungsmethoden – in allen Bereichen der sogenannten Customer Journey werden innovative Entwicklungen vorangetrieben, um Prozesse zu beschleunigen, zu vereinfachen oder sicherer zu machen. Die deutschen Online-Shopper begegnen diesen Neuerungen √ľberwiegend offen.

So kommt laut idealo Umfrage die Augmented-Reality-Funktion bei Online-Shoppern gut an. 16 Prozent der Befragten haben bereits eine solche Funktion genutzt ‚Äď mit 26 Prozent sind hier die 18- bis 29-J√§hrigen die Vorreiter. Weitere 56 Prozent aller Befragten k√∂nnen sich vorstellen, es in Zukunft einmal auszuprobieren.

Wenn es ums Bezahlen geht, sind die Deutschen w√§hlerisch: Die Freigabe von Zahlungen per Fingerabdruck findet fast jeder zweite Befragte (45 Prozent) sinnvoll. Gesichtserkennung hingegen scheint sich weniger schnell zu etablieren – nur drei von zehn Online-Shoppern (27 Prozent) halten diese Technologie f√ľr sinnvoll. Am meisten Potenzial sehen hier mit 35 Prozent die 18- bis 29-J√§hrigen.

Als Shopping-Methode hat sich die Sprachsteuerung noch nicht durchgesetzt, nur jeder F√ľnfte (19 Prozent) w√ľrde auf diese Weise Produkte bestellen. Die meisten halten diese Art des Online-Shoppings f√ľr zu umst√§ndlich und fehleranf√§llig. (Bild: Idealo Internet GmbH)

Als Shopping-Methode hat sich die Sprachsteuerung noch nicht durchgesetzt, nur jeder F√ľnfte (19 Prozent) w√ľrde auf diese Weise Produkte bestellen. Die meisten halten diese Art des Online-Shoppings f√ľr zu umst√§ndlich und fehleranf√§llig. (Bild: Idealo Internet GmbH)

Auch Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder dem Google Assistant wird nicht besonders viel Vertrauen entgegengebracht: Zwar hat jeder zweite Online-Shopper schon mindestens einmal √ľber ein Smartphone einen der digitalen Sprachassistenten benutzt (57 Prozent), und immerhin jeder vierte besitzt sogar ein eigenes sprachgesteuertes Smart-Home-Ger√§t wie etwa Amazon Echo (26 Prozent) ‚Äď neun Prozent mehr als noch im Vorjahr. Als Shopping-Methode hat sich die Sprachsteuerung aber noch nicht durchgesetzt.

Quelle: Idealo Internet GmbH