Syntegon verpackt Berner Kultschokolade

Für den neu entwickelten, standardisierten Elematic 1001 SL Seitenlader erwies sich das Toblerone-Werk in Bern als ideale Testumgebung. (Bild: Syntegon Technology)
Für den neu entwickelten, standardisierten Elematic 1001 SL Seitenlader erwies sich das Toblerone-Werk in Bern als ideale Testumgebung. (Bild: Syntegon Technology)

Der Schweizer Schokoriegelhersteller erweiterte nach erfolgreich absolviertem Feldtest seine Verpackungslinie um den Elematic 1001 SL Seitenlader von Syntegon Technology (ehemals Bosch Packaging Technology). Er zeichnet sich durch eine kleinere Standfläche, Wartungsfreundlichkeit und hohen Bedienkomfort aus. Es können verschiedene Packungsformate verarbeitet werden.

Ihr Wiedererkennungswert ist unumstritten: An jedem Flughafen lockt die auffällig verpackte Toblerone Reisende in die Duty-free-Läden. Die begehrte Schokolade mit Nougatcrunch wird seit ihrer Erfindung 1909 nur in der schweizerischen Hauptstadt Bern hergestellt.

Sagenhafte 97 Prozent aller produzierten und verpackten Riegel werden von hier aus in die ganze Welt exportiert. Syntegon Technology unterstützte die Marke seit der Eröffnung des Bern-Brünnen Werks 1985 mit seinem umfassenden Portfolio an Umverpackungstechnik.

Toblerone wird ausschließlich am Produktionsstandort Bern produziert

Toblerone wird ausschließlich am Produktionsstandort Bern produziert. (Bild: Mondelēz International)

Dreieckiger Schokogenuss

An der Verpackung der Toblerone hat sich im Laufe der Zeit kaum etwas geändert: Der knusprige Schokoriegel wird seit über 100 Jahren in der hellgelben, dreieckigen Faltschachtel verpackt.

1970 wurde das Matterhorn erstmalig abgebildet, seit 2000 versteckt sich ein Bär, das Wahrzeichen von Bern, im neuen Logo. 1985 wurde ein neues Produktionswerk im Westen Berns errichtet, um der steigenden globalen Nachfrage gerecht werden zu können.

Inzwischen gibt es die Toblerone in verschiedenen Größen und Geschmacksrichtungen, wovon einige ausschließlich saisonal oder in Fachgeschäften verfügbar sind. Im Erst- und Zweitverpackungsprozess werden die 100- und 360-Gramm- sowie 4,5-Kilogramm-XXL-Riegel in Alufolie eingeschlagen und in der unverwechselbaren Faltschachtel verpackt. Die einzeln im Mini-Schlauchbeutel verpackte Tiny Toblerone gibt es als Variety Pack im Standbodenbeutel oder als Sonderedition in einer Dispenser-Faltschachtel.

Toblerone auf Weltreise
Der Schweizer Chocolatier Jean Tobler begann 1867 in Bern mit der Kreation von Schokoladenprodukten. 1899 gründete Tobler mit seinen Söhnen die Schokoladenfabrik Fabrique de Chocolat Berne und läutete die Ära der industriellen Schokoladenherstellung ein. Neun Jahre später erfand Sohn Theodor mit seinem Cousin Emil Baumann die Toblerone, deren Namen sich aus „Tobler“ und „Torrone“ (ital.: Honig-Mandel-Nougat) zusammensetzt.
1970 entstand durch die Fusion mit dem Chocolatier Philippe Suchard das Unternehmen Interfood. Zwölf Jahre später wurde daraus durch den Zusammenschluss mit der renommierten Kaffeerösterei die Jacobs Suchard SA. 1990 erwarb der US-amerikanische Lebensmittelkonzern Kraft Foods Inc. die Mehrheit und gründete 2012 das Unternehmen Mondelēz International, das nun die Süßwaren- und Snackmarken, einschließlich Toblerone, führt.

Ab in die Umverpackung

Die Umverpackungstechnik knüpft an die Erst- und Zweitverpackung an. Seit über 40 Jahren sorgen die Elematic Sammelpacker von Syntegon Technology mit dafür, dass die Toblerone unbeschädigt und sicher verpackt bei den Vertriebspartnern und Endkonsumenten in aller Welt ankommt.

„Bereits 1986 wurde der erste Elematic Sammelpacker gekauft“, erinnert sich Bernhard Vaihinger, Produktmanager bei Syntegon Technology. „Die Maschinen von damals sind auch heute noch weitestgehend im Einsatz. Im Laufe der Zeit haben wir unseren Maschinenpark um neun weitere Elematic Sammelpacker für die Produktfamilie Toblerone erweitert“, ergänzt Juerg Adam, Ingenieur beim Mutterkonzern Mondelēz International.

Partner gesucht und gefunden

Aus den verschiedenen Produktgrößen, dem saisonalen Geschäft und den Sonderformaten für den Duty-free-Markt ergeben sich unterschiedliche Verpackungsanforderungen. Als Toblerone einen neuen Sammelpacker für das Werk suchte, wandten sie sich an ihren Partner Bosch Packaging Technology, jetzt Syntegon Technology.

Verpackt wird in Regular Slotted Cases: Bei der einfachen Faltkartonage treffen die Klappen oben und unten jeweils in der Mitte zusammen. (Bild: Mondelēz International)

Verpackt wird in Regular Slotted Cases: Bei der einfachen Faltkartonage treffen die Klappen oben und unten jeweils in der Mitte zusammen. (Bild: Mondelēz International)

Die Verpackungstechnikexperten arbeiteten bereits intensiv an der Entwicklung des neuen, auf globale Bedürfnisse abgestimmten Elematic 1001 SL Seitenladers für Regular Slotted Cases und suchten einen Kooperationspartner für den Feldtest.

Als Toblerone davon erfuhr, erklärten sie sich bereit, die neue Maschine auf die Probe zu stellen. „Feldtestversuche beinhalten immer ein gewisses Risiko, aber nach der jahrelangen Zusammenarbeit wussten wir, dass wir uns auf Bosch Packaging verlassen konnten“, erklärt Juerg Adam.

Elematic 1001 SL auf dem Prüfstand

Maschinen auf Herz und Nieren zu prüfen, ist bei Toblerone nichts Neues: In anspruchsvollen Produktionstests wurde im kontinuierlichen Mehrschichtbetrieb bei Toblerone geprüft, ob die Elematic 1001 SL auch wirklich das liefern kann, was der technische Prospekt verspricht. Der Packer ist auf den mittleren Leistungsbereich ausgerichtet, die Bediener müssen die Zuschnitte seltener nachlegen.

Das Elematic-Click-System ermöglicht werkzeuglose und vollständig reproduzierbare Formatwechsel innerhalb von zehn Minuten. Ein deutlich hörbares Klicken signalisiert dem Bediener, wann die Teile erfolgreich eingerastet sind.

Dank langen Zuschnittmagazins und Prefeeder in ergonomischer Höhe müssen die Bediener der Elematic 1001 SL die Zuschnitte seltener nachlegen. (Bild: Syntegon Technology)

Dank langen Zuschnittmagazins und Prefeeder in ergonomischer Höhe müssen die Bediener der Elematic 1001 SL die Zuschnitte seltener nachlegen. (Bild: Syntegon Technology)

Der Seitenlader wurde innerhalb weniger Tage bei Toblerone im Werk in die Produktionslinie integriert und von den Technikern des Maschinenherstellers in Betrieb genommen. Bis auf wenige Details, die angepasst wurden, verlief der Feldtest unter normalen Produktionsbedingungen ohne Probleme. Seitdem verpackt der Sammelpacker einzelne oder zu Multipacks gebündelte Toblerone in Regular Slotted Cases.

„Die Elematic 1001 SL überzeugte uns mit ihrer Formatflexibilität und Leistungsfähigkeit: Im Anschluss an das Pilotprojekt bestellten wir gleich einen zweiten Seitenlader sowie zwei Elematic-2000-Wrap-around-Sammelpackmaschinen für Volleinschlagverpackungen.“

Juerg Adam, Ingenieur beim Mutterkonzern Mondelēz International

Gruppieren und verpacken leicht gemacht

Der Seitenlader gruppiert die Toblerone-Riegel oder -beutel je nach gewünschter Konstellation in mehrlagige Reihen. Diese werden dann seitlich in eine Umverpackung aus Well- oder Vollpappe geladen. Die Elematic 1001 SL kann bis zu 20 Packungen pro Minute herstellen.

„Derzeit stellt der Seitenlader in unserem Toblerone-Werk sieben Sammelpackungen pro Minute her. Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben, sodass wir für zukünftige Leistungssteigerungen gewappnet sind. Wir haben einen Partner an unserer Seite, mit dem wir zahlreiche Veränderungen gemeistert haben, und wissen, dass wir auch in Zukunft auf die Elematic-Maschinen zählen können“, fasst der Verantwortliche von Mondelēz International die Zusammenarbeit zusammen.

Syntegon Technology ist ein weltweit agierender Anbieter von Prozess- und Verpackungstechnik. Als ehemalige Verpackungssparte der Bosch-Gruppe bietet das Unternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen bei Stuttgart seit über 50 Jahren Gesamtlösungen für die Pharma- und Lebensmittelindustrie.

www.syntegon.com