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Palettenmanagement wird durch Gutscheine einfacher und professioneller

Für die angelieferten Paletten erhalten die Speditionsfahrer nun am Wareneingang einen PAKi-Palettenschein Bilder: Pooling Partners
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Der direkte Tausch von Europaletten zwischen Lieferant und Empfänger direkt im Wareneingang ist sehr aufwendig. Der Supermarkt-Filialist „tegut...“ hat das Management der Europaletten an den Dienstleister „Pooling Partners“ übergeben. Seitdem wird ein größer werdender Teil der Paletten nicht mehr direkt mit den Spediteuren getauscht, sondern über sogenannte „PAKi-Palettenscheine“ abgewickelt.

Seit März 2017 arbeiten „tegut...“ und das Logistik-Unternehmen „Pooling Partners“ zusammen. Ziel war es, das Ladungsträgermanagement zu professionalisieren. Claus Goldbach, bei „tegut...“ zuständiger Bereichsleiter für die Logistik, berichtet von zunehmenden Diskussionen an den Laderampen, weil Speditionsfahrer die nach der Lieferung zu tauschenden Europaletten selbst sortieren wollten. Dies sei rechtlich aber nicht möglich gewesen. Also habe man sich auf die Suche nach einer einfacheren Lösung begeben.

Moritz Ziegler von „tegut...“ (r.) und Klaus Dörr von „PAKi Pooling Partners“Moritz Ziegler von „tegut...“ (r.) und Klaus Dörr von „PAKi Pooling Partners“

Über den Kontakt zu „Pooling Partners“ wurde „tegut...“ schließlich Teil des sogenannten PAKi-Logistik-Netzwerks. Dieses besteht aus 10.000 sogenannten Pooling-Stationen in ganz Europa sowie den angeschlossenen Unternehmen. Spediteure, die Waren zu „tegut...“ ausliefern, haben nun die Wahl, entweder die Paletten Zug-um-Zug zu tauschen oder einen PAKi-Gutschein zu erhalten. Mit diesem eindeutig nummerierten Dokument erhalten die Spediteure eine Paletten-Gutschrift. Eingelöst werden kann der übertragbare Gutschein an einer der Pooling-Stationen. Alternativ werden die Paletten zu einem gewünschten Empfänger geliefert.

Christian Kühnhold, CEO von Pooling Partners für PAKi Services

Christian Kühnhold, CEO für „PAKi Services“:

„Uns geht es darum, die Flexibilität des Tauschpools der Europalette optimal zu nutzen. Dabei ist ein zentrales Thema das praktizierte Sortieren von Qualitäten in Distributionszentren und die damit verbundene Abwicklung mit dem Palettenschein. Ist der eingesetzte Palettenschein an Dritte übertragbar, wird an dieser Stelle die Flexibilität des offenen Pools gewährleistet.“

Mit der Resonanz auf das neue Angebot ist „tegut...“ zufrieden, sagt Moritz Ziegler, Teamleiter des Trockensortimentelagers in Fulda: „Wir waren etwas überrascht über die hohe Akzeptanz, die sich im Bereich Trockensortiment sehr schnell eingestellt hat. Das anfangs erwartete Volumen hat sich jetzt bereits mehr als verdoppelt.“ Aktuell ziehen nach Angaben von „tegut...“ noch Spediteure, die kleinvolumige Waren anliefern, den Zug-um-Zug-Tausch vor. Die anderen Bereiche würden bereits komplett über den PAKi-Gutschein abgewickelt.

Der Supermarkt-Betreiber aus Fulda profitiert nach eigenen Angaben von verschiedenen Vorteilen durch das neue Ladungsträgermanagement. Insgesamt sind die Prozesse zum Austausch der Paletten einfacher und schneller geworden. Mitarbeiter mussten früher die Tauschpaletten selbst aus dem Wertstoffbereich holen und den Spediteuren bereitstellen. Nun holen die Speditionsfahrer ihre Gutscheine einfach im Lagerbüro ab. Weitere Laufwege entfallen.

Das sind die „tegut...“-Lebensmittelmärkte

Die „tegut… gute Lebensmittel GmbH & Co. KG“ betreibt 280 Lebensmittelmärkte in Hessen, Thüringen und Bayern sowie in Göttingen, Mainz, Stuttgart und Ludwigsburg. Das Unternehmen wurde 1947 von Theo Gutberlet gegründet. Unter dem heutigen Namen firmiert es seit 1955. Mehr als 5700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden beschäftigt. Das Unternehmen betont in der Selbstdarstellung, dass man beim rund 25.000 Produkte umfassenden Sortiment großen Wert auf Frische, Regionalität und Nachhaltigkeit lege.

Reduziert hat sich auch der Platzbedarf für die Zwischenlagerung leerer Paletten. Je nach Saison war dieser erheblich, beispielsweise wenn zu Weihnachten oder Ostern große Warenmengen in kurzer Zeit abverkauft worden waren. „Nun holt Pooling Partners die Leerpaletten nach telefonischer Avisierung ab und kümmert sich komplett um die Rückführung und Bereitstellung der Paletten bei Abruf durch die Lieferanten oder Spediteure“, beschreibt Moritz Ziegler die neue Regelung.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Umweltfreundlichkeit dieses Palettenmanagement-Ansatzes: Europaletten werden häufiger verwendet, durch die große Zahl von Pooling-Stationen kommt es zu weniger Leertransporten, und der vereinfachte Tauschvorgang spart Zeit und Logistikaufwand.

Pooling Partners“: jährlich mehr als 20 Millionen Paletten

Das niederländische Familienunternehmen „Pooling Partners“ beschreibt sich selbst als führend im Pool-Management standardisierter Ladungsträger. Es betreibt drei Pooling-Netzwerke für unterschiedliche Branchen: „IPP Logipal“, „PAKi Logistics“ und „PRS Return System“. Gerade „PAKi“ ist Marktführer im Pool-Management tauschfähiger und standardisierter Ladungsträger wie Europaletten oder Gitterboxen. Pro Jahr produziert und repariert „Pooling Partners“ mehr als 20 Millionen Paletten und Boxen mit PEFC- oder FSC-zertifiziertem Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 317 Millionen Euro und beschäftigt etwa 800 Mitarbeiter.

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