Unternehmen kämpfen mit Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung

Die EU-Verpackungsverordnung fordert ressourcenschonende und recyclingfähige Verpackungen. Viele Unternehmen stehen vor bürokratischen und rechtlichen Herausforderungen.
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Hersteller müssen Verpackungen in der EU so herstellen, dass die Produktion ressourcenschonend ist und die Verpackungen wiederverwendbar oder recyclingfähig sind. Über diese und weitere Eigenschaften müssen sie eine Konformitätserklärung abgeben. Trotz der klaren Regelungen bleiben viele Fragen offen, wie eine aktuelle Umfrage unter Mitgliedern des Unternehmensnetzwerks BAUM e. V. und anderen Unternehmen zeigt.

Die Umfrage, durchgeführt im Auftrag des Forums Ökologisch Verpacken, zeigt, dass Unternehmen die Ziele der PPWR grundsätzlich begrüßen. Sie sehen in der Verordnung einen wichtigen Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft, der mehr und besseres Recycling sowie eine Reduzierung überflüssiger Verpackungen fördern soll. Allerdings kämpfen viele Abteilungen mit den Details der Umsetzung. Die Bürokratie wird als zu aufwendig empfunden, und viele Unternehmen benötigen externe Beratung, um die geforderten Daten für die Konformitätserklärungen bereitzustellen. Diese Erklärungen sind ab August 2026 für alle Verpackungen in der EU verpflichtend und erfordern umfassende Informationen zu Recyclingfähigkeit, Kompostierbarkeit und Kennzeichnung der Verpackungen.

Unklarheiten bei der Umsetzung

Zusätzlich zu den Anforderungen der PPWR müssen Unternehmen ab September auch die neuen EU-Regelungen zur Nachhaltigkeitskommunikation (EmpCo) umsetzen. Dies erhöht die Belastungen und Unklarheiten erheblich. Eine typische Rückmeldung aus der Befragung lautet: „Das mit den Konformitätserklärungen ist noch zu unklar, wir wissen nicht genau, wie wir es rechtssicher machen können.“ Obwohl Branchenverbände, Fachmedien und Behörden das Thema intensiv behandeln, fühlen sich nur sieben Prozent der Unternehmen sicher in Bezug auf die konkreten Anforderungen der Verordnung.

Fortschritte und Herausforderungen

Trotz der Herausforderungen sind die Arbeiten zur Umsetzung der PPWR in vollem Gange. Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen befinden sich in der Planungs- oder Umsetzungsphase. Einige haben bereits Maßnahmen umgesetzt, darunter die Reduzierung von Verpackungsmaterial, die Umstellung auf recyclingfähige Verpackungen und die Substitution von Kunststoff. Besonders im Fokus stehen faserbasierte Verpackungen wie Papier, Pappe oder Wellpappe, die durch ihre Kreislaufeigenschaften punkten. Diese Materialien erfordern nur fünf von insgesamt elf relevanten Konformitätserklärungen, was den bürokratischen Aufwand reduziert.

Gemischte Reaktionen aus der Wirtschaft

Martin Oldeland, stellvertretender Vorsitzender von BAUM, beschreibt das Stimmungsbild der Wirtschaft als gespalten. Während die PPWR als legitimes Instrument zur Förderung der Kreislaufwirtschaft anerkannt wird, wird ihre Umsetzung als organisatorisch anspruchsvoll und rechtlich unscharf bewertet. Die Umfrageergebnisse bestätigen ältere Einschätzungen zur PPWR und verdeutlichen die spezifischen Herausforderungen, vor denen die Betriebe stehen. Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage sind auf der Website von BAUM verfügbar. Das Unternehmensnetzwerk wurde 1984 als „Bundesdeutscher Arbeitskreis für umweltbewusstestes Management“ von Hamburger Unternehmern gegründet.

Quelle: BAUM e.V.