Die Verpackungsabfälle amerikanischer Haushalte verändern sich schneller als die Recyclinginfrastruktur. Zu diesem Ergebnis kommt The Recycling Partnership im zweiten Teil des „State of Recycling 2026“. Während Verpackungen leichter werden, nimmt die Vielfalt der Formate zu. Besonders Kartonagen, bestimmte Kunststoffverpackungen und Aluminium legen zu.
Die Studie untersucht Verpackungen und bedruckte Papiere, die US-Haushalte über Restmüll oder Recycling entsorgen. Grundlage sind unter anderem rund 90 Untersuchungen von Abfall- und Recyclingströmen. Die aktuellen Daten wurden zwischen 2022 und 2026 erhoben und mit früheren Daten verglichen.
Trotz 8,5 Millionen zusätzlicher Haushalte ist die Gesamtmenge der traditionell erfassten Wertstoffe gegenüber 2020 nach Gewicht um acht Prozent zurückgegangen. Ursache sind vor allem sinkende Mengen bei Mischpapier und Glas. Gleichzeitig wächst die Zahl leichterer und unterschiedlicher Verpackungsformate. The Recycling Partnership spricht deshalb von einer „evolving ton“, also einer sich verändernden Zusammensetzung des Materialstroms.
Kartonagen und Kunststoffverpackungen legen zu
Besonders deutlich zeigt sich die Verschiebung bei einzelnen Verpackungsmaterialien. Die in US-Haushalten anfallende Menge an Wellpappe stieg seit 2020 um 32 Prozent. Die Studie führt dies vor allem auf das Wachstum des E-Commerce zurück. Aseptische Verpackungen und Getränkekartons legten um 61 Prozent zu.
Auch bei Kunststoffverpackungen gibt es deutliche Veränderungen. Nicht-Flaschen-Verpackungen aus PET nahmen um 48 Prozent zu, solche aus HDPE um 38 Prozent und Verpackungen aus Polypropylen um 47 Prozent. Folien und flexible Verpackungen verzeichneten ein Plus von 15 Prozent. Gleichzeitig sank die Menge der Kunststoffe der Kategorien 3, 4, 6 und 7 um 47 Prozent.
Aluminium gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Getränkedosen legten laut Bericht um 18 Prozent zu, Aluminiumfolien und -schalen um 44 Prozent. Gerade bei Folien und Schalen sieht die Studie allerdings Nachholbedarf: Weniger als die Hälfte der Recyclingprogramme akzeptiert diese Materialien. Selbst dort seien die Erfassungsquoten der teilnehmenden Haushalte niedrig.
Leichtbau allein reicht nicht
Ein besonderes Augenmerk richtet die Studie auf das Lightweighting von Verpackungen. Weniger Material könne zwar Transportaufwand, Emissionen und Materialkosten reduzieren. Für das Recycling sei eine leichtere Verpackung jedoch nicht automatisch von Vorteil. Niedrige Erfassungsquoten, Schwierigkeiten bei der Sortierung, geringe Erlöse für das Recyclingmaterial oder höhere Verunreinigungen könnten die Vorteile wieder relativieren.
Damit verändert sich auch die Aufgabe für Sortieranlagen. Nach Einschätzung der Autoren müssen künftig mehr Verpackungseinheiten und eine größere Vielfalt verarbeitet werden, obwohl das Gesamtgewicht des Materialstroms sinkt. Der Bericht sieht deshalb zusätzlichen Investitionsbedarf bei Sammlung, Sortierung, Aufbereitung und Absatzmärkten für Rezyklate.
EPR soll Investitionen ermöglichen
Eine wichtige Rolle weist die Studie der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) zu. Gebührenfinanzierte EPR-Systeme könnten Investitionen in die Recyclinginfrastruktur unterstützen und zugleich Einfluss auf Verpackungsdesign, Materialreduktion und die Nachfrage nach Post-Consumer-Rezyklaten nehmen.
Die Analyse zeigt zugleich die Größenordnung der Herausforderung. Für 2026 schätzt The Recycling Partnership den gesamten untersuchten Strom aus Verpackungen und Papier in US-Haushalten auf rund 51,6 Millionen Tonnen. Dazu gehören sowohl traditionell erfasste als auch bislang nicht traditionell gesammelte Materialien wie PE- und PP-Folien, Multilayer-Folien, Verbundkunststoffe oder expandiertes Polystyrol.
Quelle: The Recycling Partnership






