Die Auftragslage im Bereich der Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen hat sich im ersten Halbjahr 2026 als herausfordernd erwiesen. Ein Rückgang der Bestellungen um acht Prozent markiert eine deutliche Abweichung von den positiven Entwicklungen des Vorjahres, in dem die Produktion noch um fünf Prozent auf knapp 17 Milliarden Euro gestiegen war. Diese Entwicklung ist in erster Linie auf globale Unsicherheiten und wirtschaftliche Herausforderungen zurückzuführen.
Während die Nachfrage nach Verpackungsmaschinen im Inland um 40 Prozent zulegte, war die internationale Nachfrage rückläufig. Insbesondere die Bestellungen aus den Euro-Partnerländern sanken um 40 Prozent, während die Aufträge aus Nicht-Euro-Ländern um acht Prozent zurückgingen. Diese Diskrepanz ist teilweise auf Basiseffekte zurückzuführen, aber auch auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der europäischen Verpackungsverordnung PPWR, die Investitionsentscheidungen hemmte.
Im Gegensatz dazu verzeichnete der Bereich der Nahrungsmittelmaschinen einen Rückgang der Inlandsbestellungen um 18 Prozent, während die Auslandsnachfrage stabil blieb. Die Zuwächse aus den Euro-Partnerländern um 14 Prozent konnten den Rückgang aus den Nicht-Euro-Ländern um fünf Prozent ausgleichen, was insgesamt zu einem Minus von drei Prozent führte.
Globale Krisen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die globale Wirtschaftslage bleibt von Unsicherheiten geprägt, die durch Krisen in verschiedenen Regionen der Welt verschärft werden. Der anhaltende Konflikt mit Iran und die US-Zollpolitik wirken sich negativ auf die Investitionsbereitschaft in wichtigen Märkten aus. Hinzu kommen hohe Energiepreise, die die Produktionskosten in der Lebensmittelindustrie weltweit in die Höhe treiben. Da diese Kosten nur begrenzt an die Verbraucher weitergegeben werden können, geraten Margen und Liquidität der Unternehmen unter Druck, was die Investitionsspielräume schmälert.
Chancen durch Energieeffizienz und Freihandelsabkommen
Trotz der Herausforderungen bieten sich auch Chancen. Die hohen Energiepreise erhöhen den Anreiz für Investitionen in energieeffiziente und automatisierte Prozess- und Verpackungsanlagen. Darüber hinaus erwarten die Unternehmen der Branche mittelfristig positive Impulse von Freihandelsabkommen, insbesondere mit den Mercosur-Staaten und Indien. Auch die Lebensmittelindustrien in Schwellenländern, die eine hohe Investitionsdynamik aufweisen, könnten zu einer Belebung der Nachfrage beitragen.
Quelle: VDMA





