Vollste Flexibilität: Eine Maschine für Papier und Folie

Zukunftssicher und flexibel: die paper X hybrid advance für Folien- und Papierverpackungen auf nur einer Maschine. (Bild: Hugo Beck)
Zukunftssicher und flexibel: die paper X hybrid advance für Folien- und Papierverpackungen auf nur einer Maschine. (Bild: Hugo Beck)

Quo vadis, Verpackung? Weg von der Folie, hin zum Papier? Was ist die Lösung für nachhaltiges Verpacken in der Zukunft? Es gibt keinen Königsweg, sagen die Experten bei der Hugo Beck Maschinenbau GmbH & Co. KG. Flexibilität bei der Wahl des künftigen Packstoffs und ressourcenschonende Maschinentechnologie helfen Industrie und Handel dabei, die aktuellen komplexen Fragestellungen rund um Nachhaltigkeit zukunftssicher anzugehen.

Das Unternehmen ist in der Verpackungsindustrie bekannt für höchste Qualität in Bezug auf Verpackungsoptik, Maschinenverfügbarkeit und Effizienz. Individuelle horizontale Verpackungslösungen für Flowpack-, Beutel- und Schrumpfverpackungen aus Folie, egal welchen Typs, sind das Kerngeschäft des schwäbischen Familienunternehmens.

Nicht so stark im Fokus standen in den vergangenen Jahren Maschinenlösungen für das Herstellen von Papierverpackungen, die es im Portfolio bereits seit Längerem gab oder die als Zusatzoption von Folienverpackungsmaschinen erworben werden konnten.

Jüngst hat das Unternehmen, das auf über 60 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet flexibler Folienverpackungslösungen für verschiedenste Branchen zurückgreifen kann, seine Produktpalette um papierbasierte Lösungen erweitert und eine neue Generation flexibler Schlauchbeutelmaschinen auf den Markt gebracht, die sowohl Papier als auch alle Arten von Folie zu Primär- und Sekundärverpackungen verarbeiten.

Flexible und ressourcenschonende Maschinentechnologie gefragt

Timo Kollmann, Vertriebsleiter der Hugo Beck Maschinenbau GmbH & Co. KG, Dettingen/Erms. (Bild: Hugo Beck)

Timo Kollmann, Vertriebsleiter der Hugo Beck Maschinenbau GmbH & Co. KG, Dettingen/Erms. (Bild: Hugo Beck)

„Wir erleben seit etwa einem Jahr eine enorme Veränderung bei der Nachfrage. Man muss aber ganz klar sagen, dass Themen wie Nachhaltigkeit, Recyclingfähigkeit von Verpackungen und Kreislaufwirtschaft nicht erst seit Kurzem diskutiert werden.

Aber die Dringlichkeit und das Bewusstsein in der Industrie, über das bloße Reden hinaus aktiv zu werden, sind akut gestiegen. Wir setzen uns derzeit mit den unterschiedlichsten Anfragen auseinander, bei denen es darum geht, neue Papierarten für die maschinelle Produktion von Verpackungen zu testen und nutzbar zu machen“, betont Timo Kollmann, Vertriebsleiter bei Hugo Beck.

„Dabei ist es sehr problematisch, dass Kunststoffe allgemein und die Plastik- bzw. Folienverpackung im Besonderen derart stark unter medialem Beschuss sind, dass eine sachliche Diskussion fast nicht mehr möglich ist. Wir beobachten bei unseren Kunden eine große Verunsicherung, da teilweise jegliche Verpackung als schlecht, geradezu als Müll, wahrgenommen wird, aber in vielen Fällen nicht einfach weggelassen werden kann.

Bedenklich sind auch regelrechte Schnellschüsse, wo es nur darum geht, einer Verpackung vordergründig einen ‚grünen oder plastikfreien Anstrich‘ zu verpassen, der in Wirklichkeit sogar noch zu einer Verschlechterung der Ökobilanz führt. Eine gut recycelbare Folienverpackung zugunsten einer Papierverpackung aufzugeben oder gar der völlige Verzicht auf eine Verpackung sollte daher gut durchdacht sein.“

Das Ziel gibt den Weg vor

Am Anfang sollte die Frage stehen: Was möchte ich als Unternehmen erreichen? Langfristig muss es das Ziel sein, eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie zu verfolgen. Dabei spielen Faktoren wie z. B. Transport, Logistik, Energiekosten, Recyclingmöglichkeiten, gesetzliche Rahmenbedingungen eine Rolle.

Die Art der Verpackung, die am Ende eingesetzt werden soll, ist ein wichtiger Teil davon und leitet sich von diesen Zielen ab. Dazu kommen individuelle produktspezifische Anforderungen an Produktschutz, Haltbarkeit, Hygiene, Barrierewirkung oder Optik, die berücksichtigt werden müssen. Außerdem können Anforderungen an die Verpackung von Land zu Land unterschiedlich sein.

Die Wahl des bestmöglichen Materials

Der Verpackungsmaschinenhersteller unterstützt seine Kunden dabei, sich in Übereinstimmung mit den individuellen Nachhaltigkeitszielen und Produktanforderungen für das beste Material zu entscheiden. Hugo Beck verfolgt bereits seit Jahren drei Ansätze in der Entwicklung innovativer Maschinentechnologie, um eine möglichst ressourcenschonende Verpackung, aber auch Zukunftssicherheit für den Anwender zu ermöglichen:

  1. Minimierung des Folien- bzw. Materialverbrauchs bereits im Produktionsprozess.
  2. Verarbeitung aller Arten von maschinengängigen Folien mit Höchstgeschwindigkeiten, einschließlich solcher, die z. B. aufgrund ihrer Siegelfähigkeit als problematisch gelten, wie extrem dünne Folien, die heute bereits ab 7 μm erhältlich sind (wie Polyolefin), zu 100 Prozent recyclingfähige Folien aus Monomaterialen (wie Polypropylen) und solche aus Rezyklaten sowie Biofolien (wie PLA).
  3. Flexibilität im Umstieg auf Papier und diverse andere Packstoffe, wo dies als Alternative zur Folienverpackung gewünscht und sinnvoll ist.

Deutliche Ressourcenschonung durch Folienreduktion

Kontinuierliche Schlauchbeutelmaschinen von Hugo Beck sind so effizient konstruiert, dass sie so wenig wie möglich Verpackungsmaterial verbrauchen. Sie reduzieren den Folienbedarf allein durch die patentierte enge Beutelverpackung des Unternehmens mit einem absolut passgenauen Sitz der Folie und kaum Folienabfall in der Produktion um etwa 15 Prozent.

Es gibt zum Beispiel kein Stop-and-go, und durch hoch präzises Anreihen und Synchronisieren des Querschweißaggregats zum Produkt entstehen nur minimale Produktabstände. Dadurch wird eine äußerst eng anliegende, präzise, foliensparende Verpackung erreicht und neben hohen Leistungen eine herausragende Optik, die in dieser hohen Qualität bislang einzigartig im Bereich der Folienverpackung ist.

Durch das enge Beuteln entsteht ein minimaler Folienüberstand: Bei einer DIN-A4-Zeitschrift und einer Leistung von 8.000 Takten pro Stunde wären das 2 x 2,5 Millimeter. Im Falle einer Schrumpfverpackung wird anschließend weniger Folie geschrumpft, was das Verpackungsergebnis verbessert und zusätzlich den Energieverbrauch senkt.
Suppengemüse verpackt mit einer Polyolefin-Feinschrumpffolie (ohne PVC und Weichmacher) mit nur 7 µm: Das bedeutet etwa 60 Prozent Folienvolumen werden pro Verpackung im Vergleich zu branchenüblicher PVC-Dehnfolie eingespart. (Bild: Hugo Beck)

Suppengemüse verpackt mit einer Polyolefin-Feinschrumpffolie (ohne PVC und Weichmacher) mit nur 7 µm: Das bedeutet etwa 60 Prozent Folienvolumen werden pro Verpackung im Vergleich zu branchenüblicher PVC-Dehnfolie eingespart. (Bild: Hugo Beck)

Weitere drastische Materialeinsparungen von etwa 60 bis 70 Prozent pro Verpackung lassen sich durch dünnere und damit leichtere Verpackungs- und Schrumpffolien erreichen. Erprobte Beispiele sind die ultradünne Cryovac Polyolefin-Feinschrumpffolie (ohne PVC und Weichmacher) mit nur 7 μm von Sealed Air und mit 9 μm von Bolloré. Besonders bei Frischprodukten wie Obst und Gemüse werden sie bereits eingesetzt, aber viele andere Branchen ziehen nach, um ihr Verpackungsaufkommen signifikant zu reduzieren.

Diese neuen Folien setzen optimal darauf abgestimmte Maschinen voraus. Ansonsten würde die Verpackungsqualität und -geschwindigkeit darunter leiden. Die ausgeklügelte Maschinentechnologie des Unternehmens schafft bei deutlich reduziertem Folienbedarf einen gleichbleibend hohen oder sogar gesteigerten Output. Eine entsprechende Maschineninvestition amortisiert sich in kurzer Zeit oft allein schon durch die jährliche Folienersparnis.

Verarbeitet werden auf der neuen Maschine Folien aller Arten und Papiere ab etwa 60 g/m2 bis zu 120 g/m2 (Im Bild verarbeitet wird Papier 77 g/m2 matt). (Bild: Judith Grajewski)

Verarbeitet werden auf der neuen Maschine Folien aller Arten und Papiere ab etwa 60 g/m2 bis zu 120 g/m2 (Im Bild verarbeitet wird Papier 77 g/m2 matt). (Bild: Judith Grajewski)

Horizontale Schlauchbeutelmaschine kann Folie und Papier

„Unsere jüngste Maschineninnovation ermöglicht nun zusätzlich zu ressourcenschonenden Folienverpackungen auch den kosteneffizienten, flexiblen Einsatz von Papierverpackungen und bietet dadurch noch mehr Funktionalität und Zukunftssicherheit“, so Kollmann. Denn die horizontale Schlauchbeutelmaschine paper X hybrid advance kann beides.

Unbeschichtetes und beschichtetes Papier unterschiedlicher Art kann zur Herstellung von Beutelverpackungen verwendet werden. Beispiel hier mit Überlappung oben und zwei Seiten verleimt (alternative Verschließtechniken auf Anfrage). (Bild: Hugo Beck)

Unbeschichtetes und beschichtetes Papier unterschiedlicher Art kann zur Herstellung von Beutelverpackungen verwendet werden. Beispiel hier mit Überlappung oben und zwei Seiten verleimt (alternative Verschließtechniken auf Anfrage). (Bild: Hugo Beck)

Nach einer einfachen Umrüstung von etwa einer halben Stunde ist die Maschine für ein anderes Produkt und Verpackungsmaterial bereit: für Folie mit Seitenschweißung und Überlappung oben und für papierbasierte Verpackungen mit Überlappung oben und standardmäßiger Verleimung. Alternative Verschließtechniken sind möglich und gewünscht.

Was hier als Papier zum Einsatz kommt, entscheiden der Kunde und der Markt der Zukunft. „Anfragen kommen aus so gut wie allen Branchen wie Lebensmittel, Haushaltswaren, technische Artikel, grafische Druckprodukte, Logistik und E-Commerce“, erklärt der Experte.

Darüber hinaus verarbeiten die Flowpackmaschinen des Maschinenbauers auch flexibel sowohl Folie als auch Papier, das zu einem minimalen Anteil beschichtet sein muss (z. B. mit PE), um gesiegelt werden zu können. Je nach Land variiert der prozentuale Anteil, bis zu dem z. B. ein mit Kunststoff beschichtetes Papier noch als recycelbar gilt.

Flowpack-Verpackungen mit Längsschweißung oben/unten sind derzeit nur mit beschichtetem Papier, d. h. mit einer minimalen siegelfähigen Beschichtung (z. B. PE oder Kaltleim) möglich. (Bild: Hugo Beck)

Flowpack-Verpackungen mit Längsschweißung oben/unten sind derzeit nur mit beschichtetem Papier, d. h. mit einer minimalen siegelfähigen Beschichtung (z. B. PE oder Kaltleim) möglich. (Bild: Hugo Beck)

Was bringt die Zukunft?

„Kurzfristig werden mit Sicherheit Verschließtechniken, Papierarten und Folien auf den Markt kommen, die uns und allen Herstellern wiederum ganz neue Möglichkeiten bieten werden, gemeinsam weiter an in jeder Hinsicht nachhaltigen Verpackungslösungen zu arbeiten“, betont der Experte.

„Wir entwickeln derzeit eine Lösung, bei der die zwei oder drei offenen Seiten einer Papierverpackung auf völlig neuartige Weise geschlossen werden können. Diese Maschineninnovation stellen wir erstmalig auf der kommenden interpack vor. Sie ist besonders geeignet für Textilprodukte und den E-Commerce-Bereich, aber wie alle unsere Lösungen auf weitere Branchen übertragbar.“

„Bei aller Innovationslust und dem Zeitdruck, der sich durch verschiedene gesetzliche Rahmenbedingungen oder durch ein verändertes Konsumverhalten in Industrie und Handel aufbaut, müssen wir als Spezialist für Verpackungsmaschinen jedoch im Auge behalten, dass alle nachhaltigen Verpackungslösungen gerade im Primär- und Sekundärverpackungsbereich auch die notwendigen funktionalen Anforderungen an die Produktverpackung erfüllen müssen und Neuinvestitionen in unsere Maschinenanlagen zukunftssicher bleiben“, hebt Timo Kollmann hervor.

 Leistungsparameter der Schlauchbeutelmaschine paper X hybrid advance

Folie
Größen: Länge ab 45, Breite max. 450, Höhe max. 80 Millimeter
Leistung: bis zu 15.000 Takte/Stunde
aktuelle Verpackungsvarianten: Seitenschweißung, Überlappungsschweißung oben

Papier
Größen: Länge: ab 45, Breite max. 250, Höhe max. 50 Millimeter
Leistung: bis zu 10.000 Takte/Stunde
aktuelle Verpackungsvariante: Überlappung oben mit Verleimung

www.hugobeck.com