Warum Daten über den Erfolg der PPWR-Umsetzung entscheiden

Mit der PPWR ist Verpackungs-Compliance endgültig von einer Spezialaufgabe einzelner Fachabteilungen zu einer unternehmensweiten Managementaufgabe geworden.
PPWR-Anforderungen wirken sich auf Verpackung, Produkt, Kennzeichnung und Compliance aus. Ein vernetzter Prozess hilft, Änderungen effizient umzusetzen. (Grafik: TraceGains)

Seit die europäische Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) in Anwendung ist, müssen Hersteller ihre Verpackungen nicht nur regulatorisch bewerten, sondern auch deren Konformität belastbar dokumentieren können. Betroffen sind Einkauf, Verpackungsentwicklung, Qualitätsmanagement, Compliance und Produktentwicklung gleichermaßen. Die größte Hürde ist häufig nicht der Mangel an Informationen. Entscheidend ist vielmehr, Verpackungs-, Lieferanten- und Nachweisdaten über Abteilungen und Systeme hinweg für Entscheidungen nutzbar zu machen. Für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie zeichnen sich daraus drei zentrale Handlungsfelder ab.

Jede Verpackung muss auf den Prüfstand

Für viele Hersteller beginnt die Umsetzung der PPWR mit einer grundlegenden Bestandsaufnahme des Verpackungsportfolios. Die zentrale Frage lautet: Welche Verpackungen erfüllen die neuen Anforderungen bereits und wo besteht Handlungsbedarf. Insbesondere Unternehmen mit großen Produktportfolios stehen dabei vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Verpackungen unterscheiden sich oft in Material, Beschichtung und Recyclingfähigkeit. Entsprechend komplex sind die Lieferantenstrukturen. Um Risiken bewerten zu können, müssen relevante Auskünfte zentral verfügbar sein. Andernfalls bleibt unklar, welche Verpackungen prioritär überprüft werden sollten.

Hinzu kommt die Bewertung der eingesetzten Materialien. Folien, Beschichtungen und Verbundlösungen stehen zunehmend auf dem regulatorischen Prüfstand. Unternehmen müssen prüfen, welche Alternativen vorhanden sind und wie diese sich auf Produktionsprozesse, Produktschutz und Wirtschaftlichkeit auswirken. Dabei reicht die Betrachtung einzelner Verpackungskomponenten nicht aus. Hersteller müssen die gesamte Lieferkette einbeziehen und sicherstellen, dass Spezifikationen und Nachweise jederzeit aktuell und abrufbar sind.

Besondere Bedeutung gewinnt in diesem Zusammenhang die Nachweisführung. Die PPWR erhöht die Anforderungen an Transparenz und Dokumentation. Angaben zu Materialien, Zusammensetzungen oder Rezyklatanteilen müssen nachvollziehbar dokumentiert und für Konformitätserklärungen zugänglich sein.

Materialänderungen sind weit mehr als eine Verpackungsfrage

Die Auswirkungen der PPWR enden jedoch nicht bei der Materialauswahl. Jede Anpassung einer Verpackung wirkt sich auch auf Kennzeichnung, Artwork und Freigabeprozesse aus. Ändert sich beispielsweise eine Materialspezifikation, müssen häufig auch Kennzeichnungselemente, Piktogramme oder Nachhaltigkeitsangaben überprüft werden. Was bisher getrennt bearbeitet wurde, muss jetzt eng verzahnt ablaufen. Dadurch steigt der Abstimmungsbedarf zwischen Verpackungsentwicklung, Marketing, Qualitätsmanagement und Compliance.

Gerade an diesen Schnittstellen entstehen häufig Reibungsverluste. Spezifikationen werden aktualisiert, ohne dass alle beteiligten Bereiche auf denselben Informationsstand zugreifen können. Artwork-Dateien, technische Dokumentationen und regulatorische Unterlagen verlieren dann ihre Konsistenz. Mit zunehmender regulatorischer Komplexität steigt dadurch das Risiko von Fehlern und Verzögerungen. Fehldrucke, zusätzliche Korrekturschleifen oder verspätete Markteinführungen verursachen hohe Kosten. Gefragt sind Prozesse, die Abweichungen früh erkennen und Änderungen nachvollziehbar dokumentieren.

Die PPWR zeigt deutlich: Compliance endet nicht bei der Dokumentation. Sie wird zunehmend zu einem integralen Bestandteil der täglichen Geschäftsprozesse.

Verpackungsentscheidungen werden zu Produktentscheidungen

Besonders deutlich zeigt sich die Wechselwirkung in der Zusammenarbeit von Verpackungs- und Produktentwicklung. Denn nicht jede regulatorisch geeignete Verpackung erfüllt automatisch auch alle Anforderungen an Produktschutz und Qualität. Für die Lebensmittelindustrie bedeutet das eine engere Zusammenarbeit zwischen Packaging- und R&D-Teams.

Wenn Materialien oder Verpackungskonzepte verändert werden, können sich die Eigenschaften einer Verpackung unmittelbar auf Haltbarkeit und Produktsicherheit auswirken. Lichtschutz, Sauerstoffbarrieren und Feuchtigkeitsbeständigkeit bestimmen maßgeblich, ob ein Produkt seine Qualität behält. Verpackungsinnovationen müssen daher regulatorisch und technologisch geprüft werden. Verpackungsentscheidungen müssen stets gemeinsam mit der Rezeptur, der Produktstabilität und den Verbraucheranforderungen bewertet werden. Wo etablierte Verbundmaterialien ersetzt werden sollen, muss ermittelt werden, welche Alternativen denkbar sind und welche Auswirkungen diese auf Produktionsprozesse, Produktschutz und Wirtschaftlichkeit haben. Solche Entscheidungen erfordern belastbare Daten über Verpackungen, Materialien und Lieferanten. Ein systematisches Frühwarnsystem für Verpackungs- und Compliance-Risiken hilft, kritische Verpackungen, Datenlücken und potenziell betroffene Produkte frühzeitig zu identifizieren.

Die zentrale Aufgabe heißt Datenmanagement

So unterschiedlich die Aufgaben auch sind, sie haben einen gemeinsamen Nenner: die Datenbasis. Ob Materialbewertung, Lieferantenmanagement, Kennzeichnung oder Produktentwicklung – jede Entscheidung basiert auf einer Vielzahl von Einzelaspekten, die bislang häufig verteilt in Dokumenten, Tabellen und Insellösungen verwaltet werden. Dies geschieht aktuell an vielen unterschiedlichen Stellen manuell. Nicht selten werden Lieferanten einzeln angeschrieben. Mit der PPWR wird eine solche Herangehensweise jedoch zunehmend zum Hindernis. Erst durch eine strategisch sinnvolle Verknüpfung aller Informationen entsteht die Transparenz, die Audits und Konformitätsnachweise erfordern.

Infografik „Vom Ursprung bis ins Regal“ von TraceGains: Wertschöpfungskette von Lieferanten über Rezeptur und Artwork bis zur Verpackung
Vom Ursprung bis ins Regal: Entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Lieferanten und Rohstoffen über Rezeptur, Artwork bis zur Verpackung – fallen Daten an, die für den PPWR-Nachweis zusammengeführt werden müssen. (Grafik: TraceGains)

TraceGains adressiert diese Anforderungen mit einem integrierten Ansatz und unterstützt Unternehmen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie dabei, Lieferanten-, Verpackungs- und Compliance-Daten in einem digitalen Ökosystem zusammenzuführen und Dokumente aktuell zu halten.

Die dadurch verfügbare, zentrale und strukturierte Datenbasis sowie automatisierte Workflows und Dashboards helfen dabei, regulatorische Anforderungen in bestehende Prozesse zu integrieren und Risiken frühzeitig zu erkennen. Ebenso können diese Daten für die Erstellung von Konformitätserklärungen genutzt werden. Somit ist die Zusammenarbeit zwischen Lieferanten, Verpackungsentwicklung, Qualitätsmanagement und Compliance über den gesamten Verpackungslebenszyklus hinweg gewährleistet.

Auf dieser Basis ist die PPWR nicht einfach eine neue regulatorische Anforderung: Sie verändert die Art und Weise, wie Unternehmen Verpackungen entwickeln, bewerten und dokumentieren. Wer Verpackungsdaten strategisch nutzt, schafft nicht nur die Basis für Compliance und fundierte Verpackungsentscheidungen, sondern auch für Innovationen und ein verkürztes Time to Market.

Vertiefende Informationen und eine kostenfreie PPWR-Analyse finden Interessierte unter: https://lp.tracegains.com/ppwr_analyse/

Im On-Demand Webinar zeigt TraceGains anhand konkreter Anwendungsbeispiele, wie Unternehmen eine vernetzte Datenbasis aufbauen und Lieferanten- und Verpackungsdaten strukturiert für die PPWR-Umsetzung nutzen: TraceGains | PPWR Webinar

Zu TraceGains

TraceGains unterstützt Lebensmittel- und Getränkehersteller dabei, ihre Lieferketten zu digitalisieren, zu automatisieren und mit ihren Lieferanten zu vernetzen. Mit über 1.500 Kunden in 167 Ländern und mehr als 10,5 Millionen Lieferantendokumenten ist das Unternehmen das globale Netzwerk für Lieferanten- und Compliance-Daten in der Lebensmittel-, Getränke- und Konsumgüterindustrie.

Im digitalen Ökosystem von TraceGains arbeiten Hersteller, Markenartikler und Lieferanten auf einer gemeinsamen Datenbasis, in der Informationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette geteilt werden können. Das erleichtert die Zusammenarbeit über Teams, Standorte und Unternehmen hinweg, reduziert manuelle Prozesse und hilft, Compliance-Anforderungen sicher zu erfüllen.

So unterstützt das Unternehmen der Veralto-Gruppe langfristig die Hersteller dabei, Innovationen in der Produktentwicklung, von der Rezeptur bis zum Packaging, schneller und effizienter umzusetzen.

Website: tracegains.com

Mandy Lämmel, Marketing Manager DACH bei TraceGains

Autorin: Mandy Lämmel
Marketing Manager DACH bei TraceGains
linkedin.com/in/mandylaemmel