Gut für Gefahrgut: Weißblechverpackungen von Huber Packaging

Die Huber Packaging Group generiert über 50 Prozent des Umsatzes der Produktgruppe „Industrial“ mit Weißblechverpackungen. (Bild: Huber Packaging Group)Die Huber Packaging Group generiert über 50 Prozent des Umsatzes der Produktgruppe „Industrial“ mit Weißblechverpackungen. (Bild: Huber Packaging Group)

Welche Materialien, Ressourcen und Einrichtungen sorgen dafür, dass Gefahrgüter weitgehend unbemerkt um die Welt reisen, ohne dass etwas passiert? Bei der Huber Packaging Group GmbH, Öhringen, beschäftigt man sich seit vielen Jahrzehnten mit dieser Frage. Das Weißblech für die entsprechenden Verpackungen bezieht Huber seit Langem auch von der thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach.

Gefahrgüter sind Erzeugnisse, deren chemische oder physikalische Eigenschaften insbesondere beim Transport eine Gefahr für Menschen und Umgebung darstellen können. Das sind zum Beispiel Farben und Lacke, Klebstoffe, Lösemittel und viele andere chemische, oft flüssige Stoffe. Um die von ihnen ausgehende Gefährdung zu minimieren, ist ihre Beförderung von A nach B weltweit durch UN-Vorschriften einheitlich streng geregelt, ganz gleich ob auf Schiene oder Straße, zu Wasser oder in der Luft. Das gilt auch für die Behältnisse.

Hochwertige Stahlverpackungen aus Weißblech, mit denen Huber über 50 Prozent des Umsatzes der Produktgruppe „Industrial“ generiert, sind dafür zugelassen. Der europaweit führende Hersteller von Gefahrgutbehältnissen sorgt mit etwa 1.000 Mitarbeitern und Standorten in sieben Ländern dafür, dass Gefahrgüter sicher an ihren Bestimmungsort gelangen. Das breite Produktportfolio umfasst spezielle Behälter aus Weißblech in zahlreichen Formen und Größen, von Flaschen und Kanistern über Eimer und Kannen bis hin zum Hobbock, einem fassähnlichen, runden Großbehälter mit zwei seitlichen Tragegriffen und komplett abnehmbarem Deckel.

Weißblechverpackungen eignen sich besonders für Gefahrgut, da sie robust und äußert dicht sind. (Bild: Huber Packaging Group)

Weißblechverpackungen eignen sich besonders für Gefahrgut, da sie robust und äußert dicht sind. (Bild: Huber Packaging Group)

Hochwertiger Verpackungsstahl kann punkten

Das Weißblech bezieht Huber seit Langem auch von der thyssenkrupp Rasselstein GmbH, einem weltweit führenden Anbieter von Verpackungsstahl. Weißblech besitzt insbesondere für den Gefahrguttransport wichtige Eigenschaften, die es zum bevorzugten Verpackungsmaterial machen. „Weiß- oder Feinstblech ist besonders dünn gewalzter Stahl, der elektrolytisch verzinnt wird. Als Verpackungsmaterial ist es besonders robust – also stoßfest und bruchsicher –, temperaturbeständig und nicht brennbar. Außerdem zeigt es so gut wie keine Alterserscheinungen“, erläutert Bernhard Kürschner, Leiter Marketing und PR bei Huber Packaging. Hinzu kommt, dass sich Weißblechverpackungen einfach stapeln lassen und äußerst dicht sind. Weder Licht noch Gase, Flüssigkeiten oder Schädlinge haben eine Chance. Und im Vergleich zu anderen Materialien wie Kunststoff verfügt Weißblech über eine sehr hohe Lösemittelbeständigkeit. „Damit ist gewährleistet, dass nicht nur die Umwelt vor dem Inhalt geschützt wird, sondern auch der Inhalt vor der Umwelt“, ergänzt der Experte.

Im rheinland-pfälzischen Andernach produziert thyssenkrupp jährlich etwa 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsstahl. An diesem weltgrößten Standort seiner Art wird Stahl auf bis zu 0,100 Millimeter Dicke gewalzt und mit Zinn beziehungsweise Chrom oberflächenveredelt. Nahezu die gesamte Produktion geht als Werkstoff an Verpackungshersteller in aller Welt. Neben Dosen für Lebensmittel und Tiernahrung werden aus Verpackungsstahl beispielsweise Getränke- und Aerosoldosen, Behälter für chemisch-technische Füllgüter sowie Kronkorken und Drehverschlüsse hergestellt. Am Standort Andernach sind rund 2.400 Mitarbeiter beschäftigt.

Um die Bedürfnisse der Endkunden bestmöglich zu erfüllen, liefert thyssenkrupp vom Standort Andernach Weißblech in 280 verschiedenen Spezifikationen an Huber Packaging. Das betrifft nicht nur die verschiedenen Behälterformen, sondern auch unterschiedliche Dicken und die Art und Weise der Veredelung. Wirtschaftlichkeit und Qualität stehen ganz oben auf der Agenda, im engen Korsett aus Vorschriften und Regulierungen ist für Fehler kein Raum. „Wenn bei einer Fremdprüfung bei uns im Haus etwa festgestellt würde, dass eine Verpackung nicht den festgelegten Spezifikationen aus der Baumusterprüfung und der erteilten Zulassung entspricht, könnte dies theoretisch zu einer Sperre der Zulassung führen, eine erneute Zulassung würde Wochen oder gar Monate dauern. Wie wollen Sie das den Kunden erklären?“, fragt Bernhard Kürschner.

Erstklassiges Weißblech in 280 verschiedenen Spezifikationen liefert thyssenkrupp Rasselstein an die Huber Packaging Group. (Bild: thyssenkrupp)

Erstklassiges Weißblech in 280 verschiedenen Spezifikationen liefert thyssenkrupp Rasselstein an die Huber Packaging Group. (Bild: thyssenkrupp)

Umfangreiche Prüfungen und Tests bis zur Zulassung

Damit sichergestellt ist, dass die Verpackungen für Gefahrgüter von Huber die Anforderungen erfüllen, werden sie beim zuständigen TÜV in Halle (Westf.) auf Herz und Nieren getestet: Dort müssen sie einen Fall aus einer Höhe von bis zu 1,80 Meter überstehen, müssen bei Erwärmung einem hohen Innendruck standhalten und dürfen außerdem beim Übereinanderstapeln nicht einknicken. Erst wenn die sogenannte Baumusterprüfung bestanden wurde und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) die Zulassung erteilt hat, dürfen die entsprechenden Verpackungen produziert werden und mit der Zulassungsprägung versehen zum Abfüller gehen. Abweichungen und nachträgliche Änderungen sind dann absolut tabu. „In Sachen Zuverlässigkeit und Qualität können wir uns zu 100 Prozent auf thyssenkrupp verlassen. Die erfolgreiche Partnerschaft ist älter als meine Berufslaufbahn bei Huber von über 30 Jahren“, betont Kürschner. „Konkret heißt das, dass wir sicher sein können, dass die Spezifikationen genau eingehalten werden, zum Beispiel bei den Zinndicken.“

Vorteil: Recyclingfähigkeit

Ein weiterer großer Vorteil der Weißblechverpackungen ist ihre nahezu unbegrenzte Recyclingfähigkeit. Das Non-Profit-Unternehmen KBS Kreislaufsystem Blechverpackungen Stahl GmbH, das unter anderem von der thyssenkrupp Rasselstein GmbH ins Leben gerufen wurde, sorgt dafür, dass Verpackungsstahl aus industrieller und gewerblicher Nutzung fachgerecht und zielgenau in die Stahlproduktion zurückgeführt wird. Der gesammelte Stahl wird im Stahlwerk eingeschmolzen. Aus Stahlschrott und Primärressourcen wie Eisenerz, Kokskohle und Kalkstein wird dort neuer Stahl. Der Teilbereich „KBS extra“ widmet sich Verpackungen, von denen durch Anhaftungen oder unvollständige Restentleerung eventuell Gefahren ausgehen können. Für deren Rücknahme und Aufbereitung stehen spezielle Entsorgungsfachbetriebe zur Verfügung.

Gefahrguttransporte in Deutschland

Laut Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Jahr 2015 knapp 307 Millionen Tonnen Gefahrgut über deutsche Verkehrswege transportiert. Dabei entfielen auf:

  • den Seeverkehr 44,5 Millionen Tonnen,
  • die Binnenschifffahrt: 46,5 Millionen Tonnen,
  • die Eisenbahn 74,5 Mio. Millionen und
  • den Straßenverkehr 141,5 Millionen Tonnen.

Verlässlichkeit steht über allem

Durch die intensive Reglementierung mit ihren strengen Vorgaben und Spezifikationen ist der Markt für Gefahrgutverpackungen konservativ geprägt. Innovationen erfolgen eher punktuell und in kleinen Schritten und setzen intensive Vorbereitung voraus. „Wir arbeiten auch in Forschung und Entwicklung eng mit Huber Packaging zusammen, etwa, um neue Spezifikationen zu entwickeln. Dabei ist vor allem die Nähe zum Kunden wichtig und dass man dieselbe Sprache spricht“, hebt Stefan Thomas von der Technischen Kundenberatung der thyssenkrupp Rasselstein GmbH hervor. „Durch das Einbringen von Sicken in den Boden konnten zum Beispiel beim Hobbock Schäden durch Schwingungen während des Transports deutlich reduziert werden“, weiß Bernhard Kürschner. „Wir haben kürzlich auch in Zusammenarbeit mit thyssenkrupp nochmals dünnere Verpackungen aus Feinstblech entwickelt, die Vorteile in Sachen Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz bieten und trotzdem sicher sind.“

Stefan Thomas von der Technischen Kundenberatung der thyssenkrupp Rasselstein GmbH. (Bild: Thyssenkrupp rasselstein)

Stefan Thomas (Bild: Thyssenkrupp rasselstein)

„Geliefert werden müssen vor allem große Mengen, bei denen möglichst wenig Verschnitt anfällt, wichtig ist dabei besonders die Gleichmäßigkeit und Planheit des Materials.“,so Stefan Thomas von der Technischen Kundenberatung der thyssenkrupp Rasselstein GmbH.

So zeigt auch der traditionelle Markt für Gefahrgutverpackungen Innovationsstärke und Huber Packaging hat mit thyssenkrupp einen Partner an seiner Seite, der in Sachen Qualität, Lieferperformance und Materialforschung kaum Wünsche offenlässt. Das Hauptziel wird auch in Zukunft darin bestehen, den Endkunden Verpackungen zu liefern, die Gefahren beim Transport gefährlicher Produkte gar nicht erst aufkommen lassen und nach Gebrauch gesammelt und fast vollständig recycelt werden können.