WKO warnt vor Belastungen durch PPWR

Die Wirtschaftskammer Österreich kritisiert die mit der EU-Verpackungsverordnung verbundenen Anforderungen an den Versand- und Onlinehandel.
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Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) kritisiert die mit der EU-Verpackungsverordnung PPWR verbundenen Anforderungen an den Versand- und Onlinehandel. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen könnten zahlreiche Vorgaben nach Einschätzung der Interessenvertretung kaum umsetzen. Auch für den grenzüberschreitenden Handel innerhalb der EU sieht die WKO erhebliche Belastungen.

Seit dem 12. August 2026 gilt die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) in der Europäischen Union. Sie soll Verpackungsabfälle vermeiden und verwerten sowie neue Anforderungen unter anderem an Verpackungen und deren Inhaltsstoffe stellen. Gleichzeitig bringt die Verordnung nach Darstellung der WKO umfangreiche Pflichten für Wirtschaftsakteure mit sich, die Verpackungen im Geschäftsverkehr verwenden.

Versand- und Onlinehändler müssten unter anderem Unterlagen, technische Dokumentationen und Konformitätsbewertungen zu Verpackungen vorweisen. Nach Angaben der WKO liegt dabei ein wesentliches Problem darin, dass Handelsunternehmen in vielen Fällen keinen Zugang zu den dafür notwendigen Dokumenten hätten. Zudem seien Definitionen verschiedener Begriffe und die Auslegung wichtiger Vorschriften weiterhin unklar.

WKO sieht Probleme insbesondere für KMU

„Mag das Ziel grundsätzlich begrüßenswert sein, ist die Umsetzung des Vorhabens im Rahmen der PPWR völlig misslungen“, sagt Alexander Smuk, Berufsgruppensprecher des Versand- und Internethandels der Wirtschaftskammer Österreich.

Nach Darstellung der WKO sorgen die neuen Anforderungen in den betroffenen Branchen für erhebliche Unsicherheit. Die Interessenvertretung sieht vor allem kleinere Unternehmen durch zusätzliche administrative und finanzielle Anforderungen belastet.

„Wir warnen seit Längerem davor, dass das Maß an bürokratischen und kostspieligen Zusatzverpflichtungen für heimische Versand- und Onlinehändler erreicht ist. Die Vorgaben der Verpackungsverordnung schießen völlig über das Ziel hinaus und können in dieser Form insbesondere von KMU schlicht nicht mehr umgesetzt werden“, so Smuk.

Kritik an Vorgaben für grenzüberschreitenden Handel

Besonders kritisch bewertet die WKÖ die Anforderungen bei grenzüberschreitenden Warensendungen innerhalb der Europäischen Union. Für österreichische Versand- und Onlinehändler seien damit zusätzlicher Verwaltungsaufwand und weitere Kosten verbunden.

Nach Darstellung der Wirtschaftskammer entstehen bereits ab dem ersten ins EU-Ausland verschickten Paket beziehungsweise dem ersten Gramm Verpackungsgewicht Verpflichtungen und Kosten für Sammel- und Verwertungssysteme sowie Bevollmächtigte in anderen Mitgliedstaaten. Praxistaugliche Ausnahmen für kleine und mittlere Unternehmen sowie Ein-Personen-Unternehmen fehlten nach Einschätzung der WKO.

Die Wirtschaftskammer warnt deshalb vor negativen Folgen für den europäischen Binnenmarkt. Gerade für kleinere Händler könne sich der Vertrieb in einzelne EU-Länder wirtschaftlich nicht mehr rechnen, wenn die Kosten zur Erfüllung der jeweiligen Verpackungsvorgaben den dort erzielten Umsatz übersteigen.

„Es kann nicht sein, dass eine kleine österreichische Händlerin ihre Geschäftstätigkeit auf anderen europäischen Märkten einstellen muss, weil die Kosten für die Einhaltung der Verpackungsvorschriften höher sind als der erwirtschaftete Umsatz. Der Binnenmarkt schafft sich selbst ab, wenn der grenzüberschreitende Handel von der Europäischen Kommission derart massiv beeinträchtigt wird“, sagt Smuk.

Quelle: Wirtschaftskammer Österreich