So eindeutig war das Urteil der Verbraucherinnen und Verbraucher noch nie: Die Milka Alpenmilch Schokolade ist „Mogelpackung des Jahres 2025“. Zwei Drittel der abgegebenen Stimmen (66,7 Prozent) entfielen auf die Schokoladentafel des Konzerns Mondelez.
Noch nie in der zwölfjährigen Geschichte der Wahl erreichte ein Produkt einen derart hohen Stimmenanteil. An der aktuellen Ausgabe der Abstimmung nahmen 34.731 Personen teil, so viele wie seit sechs Jahren nicht mehr.
Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben ihrem Ärger mit großer Deutlichkeit Luft gemacht. Die subtile Reduzierung der Füllmenge bei Milka empfinden viele als dreiste Mogelpackung. Das Abstimmungsergebnis sei daher auch ein deutlicher Denkzettel, so die Verbraucherzentrale.
Weniger Inhalt zum höheren Preis
Die Schokoladentafel Alpenmilch der Marke Milka wurde Anfang des Jahres 2025 unmerklich dünner und gleichzeitig teurer: Die Füllmenge pro Tafel sank von 100 auf 90 Gramm, während der Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro stieg. Das entspricht einer Preiserhöhung von über 48 Prozent. Die reduzierte Füllmenge ist im Supermarkt kaum erkennbar, da die Verpackung nahezu unverändert geblieben ist. Auch andere Schokoladensorten von Milka waren davon betroffen.

Bereits im Juli 2025 hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch die Schokolade von Milka zur „dreistesten Werbelüge des Jahres“ gekürt.
Der Unmut scheint sich auch im Einkaufsverhalten und beim Markenimage niederzuschlagen: Verbraucherinnen und Verbraucher greifen seltener zu Produkten von Milka. Medienberichten zufolge verzeichnete Mondelez im vergangenen Jahr rückläufige Absatzzahlen; Verkäufe wurden oft über umfangreiche Preisaktionen gestützt. Befragungen des Meinungsforschungsinstituts YouGov weisen auf einen deutlichen Imageverlust der Marke hin, der bis August 2025 im Vergleich zum Vorjahr besonders ausgeprägt war. Trotzdem steigerte Mondelez seinen Umsatz bis zum dritten Quartal 2025 – vor allem infolge höherer Preise.
Nach Verbraucherurteil folgt Gerichtsverhandlung
Mit dem Negativpreis ist der Fall Milka allerdings noch nicht beendet. Im April muss sich der Hersteller, die Mondelez Deutschland GmbH, vor dem Landgericht Bremen verantworten, denn die Verbraucherzentrale Hamburg hat das Unternehmen verklagt. Dann wird geklärt, ob die Füllmengenreduzierung für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nur ärgerlich ist, sondern auch irreführend war. Während das deutliche Abstimmungsergebnis zeigt, wie stark sich Kundinnen und Kunden von Mondelez getäuscht fühlen, wird das Gericht entscheiden, ob auch im juristischen Sinne eine Täuschung vorliegt.
Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg