Die Vetropack-Gruppe verzeichnet 2024 ein herausforderndes Geschäftsjahr mit sinkendem Umsatz und Gewinn. Der Rückgang sei auf Marktbedingungen und Schließungskosten für das Werk in St-Prex zurückzuführen. Für 2025 wird eine vorsichtige Erholung erwartet.
Die Vetropack-Gruppe blickt auf eines der schwierigsten Jahre ihrer Geschichte zurück. Infolge eines anhaltend angespannten Marktumfelds, Überkapazitäten und sinkender Verkaufspreise sanken die Nettoerlöse um 6,3 % auf CHF 842,1 Mio. (währungsbereinigt -4,2 %). Das adjusted EBIT ging um 37,2 % auf CHF 58,6 Mio. zurück. Der Konzerngewinn sank deutlich auf CHF 13,7 Mio. (Vorjahr: CHF 63,3 Mio.) – beeinflusst durch Einmalkosten von CHF 24,3 Mio. im Zuge der Werksschließung in St-Prex.
Belastung durch Preisdruck und sinkende Energiekosten
Der Umsatzrückgang reflektiere laut Vetropack sowohl die
gesunkenen Energiepreise, die sich direkt auf die Verkaufspreise auswirken, als auch den zunehmenden
Preisdruck durch Überkapazitäten im Markt. Die
adjusted EBIT-Marge sank auf 7,0 % (Vorjahr: 10,4 %). Auch der
Cash Flow reduzierte sich auf CHF 103,6 Mio. (-20,4 %), entsprechend einer Cash Flow-Marge von 12,3 %.
Investitionen und Bilanzkennzahlen
Die Investitionen beliefen sich 2024 auf
CHF 90,3 Mio., deutlich unter dem Vorjahreswert von CHF 238,0 Mio., der noch stark durch das neue Werk in
Boffalora sopra Ticino geprägt war. Ein positiver Mittelzufluss nach Investitionen in Höhe von
CHF 46,4 Mio. (Vorjahr: -164,1 Mio.) wurde zur
Schuldenreduktion um EUR 50 Mio. genutzt. Die
Eigenkapitalquote stieg auf 61,3 %.
Mitarbeitende und Strukturmaßnahmen
Die Zahl der Mitarbeitenden sank um 5,0 % auf
3.585, was überwiegend auf die Werksschließung in St-Prex sowie eine zurückhaltende Personalpolitik zurückzuführen sei. Stellen wurden nur vereinzelt nachbesetzt oder neu geschaffen.
Ausblick auf das Jahr 2025
Vetropack erwartet 2025 eine
vorsichtige Marktstabilisierung, jedoch keine vollständige Normalisierung. Die geopolitische Lage, insbesondere der Krieg in der Ukraine und wirtschaftspolitische Entwicklungen in den USA, bleiben Risikofaktoren, heißt es. Das Unternehmen plant, seinen strategischen Kurs beizubehalten:
umsichtige Investitionen,
flexibles Kapazitätsmanagement und eine
proaktive Personalpolitik. Für 2025 rechnet Vetropack mit einem
leicht besseren Betriebsergebnis sowie einem
deutlich höheren Reingewinn, da die Sondereffekte aus 2024 entfallen. Die
volatilen Energiekosten bleiben ein Unsicherheitsfaktor. Zum Jahresende 2025 wird
CEO Johann Reiter in den Ruhestand treten. Der Verwaltungsrat kündigt an, die Nachfolge rechtzeitig zu kommunizieren.
Quelle: Vetropack Holding AG