Die Verbraucherzentrale Hamburg sucht wieder die Mogelpackung des Jahres. Fünf besonders dreiste Fälle von Shrinkflation aus dem Jahr 2025 stehen zur Wahl. Die Online-Abstimmung läuft bis zum 20. Januar 2026. Am 21. Januar wird bekanntgegeben, welches Produkt den Negativpreis „gewonnen“ hat.
Ziel der Wahl ist es, besonders dreiste Fälle von versteckten Preiserhöhungen – sogenannte Shrinkflation – sichtbar zu machen und aufzuklären. Die Wahl basiert auf einer Shortlist von fünf Produkten, bei denen Hersteller oder Händler den Preis intransparent erhöht haben – durch geringere Füllmengen bei gleichbleibendem oder sogar steigendem Preis. Verbraucherinnen und Verbraucher können bis zum 20. Januar online abstimmen.
Diese Kandidaten stehen zur Wahl für die „Mogelpackung des Jahres 2025“:
Milka Schokolade von Mondelez: Bei der Milka Alpenmilch sinkt die Füllmenge von 100 auf 90 Gramm, während der Preis der Schokoladentafel nahezu zeitgleich von 1,49 auf 1,99 Euro steigt. Das ergibt eine Preiserhöhung von über 48 Prozent. Zudem ist das neue Gewicht auf der Verpackung oft vom Umkarton verdeckt.
Käse-Streusel Backmischung von Dr. Oetker: Dr. Oetker verkauft die Backmischung Käse-Streusel als neues Produkt, obwohl sich an der Rezeptur kaum etwas geändert hat. Dafür ist der fertig gebackene Kuchen nur noch etwa halb so groß. Bezogen auf die Füllmenge steigt der Preis um knapp 90 Prozent.
XXL Schoko Hafer-Müsli von Kölln: Kölln macht aus einem „Vorratspack“ einen „XXL Pack“ und reduziert die Füllmenge drastisch – von 1.700 auf 1.050 Gramm. Trotz des gesenkten Verkaufspreises im Handel ist das Müsli knapp 30 Prozent teurer.
Penne Pomodoro Mozzarella von Knorr: Ein Störer auf dem Nudel-Fertiggericht verspricht mehr Inhalt, doch für Verbraucherinnen und Verbraucher wird es teurer. Der Preis steigt stärker als die Füllmenge. Unterm Strich eine Preiserhöhung von 29 Prozent.
3in1 Classic Kaffeesticks von Jacobs: Zwar bleibt die Anzahl der Sticks bei Jacobs 3in1 Classic gleich, doch in jedem Stick ist weniger Kaffeepulver. Insgesamt schrumpft der Inhalt von 180 auf 120 Gramm. Bezogen auf die Füllmenge wird das Instantgetränk bei einem etwas höheren Verkaufspreis um 56 Prozent teurer.
Grafik zu Anzahl der Mogelpackungen und durchschnittlicher Preiserhöhung. (Bild: Verbraucherzentrale Hamburg und Canva.com) Im vergangenen Jahr hat die Verbraucherzentrale ihre Mogelpackungsliste um 77 neue Produkte erweitert – die zweithöchste Zahl seit Beginn der Erhebungen. Das entspricht einem Anstieg von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Besonders alarmierend: Die durchschnittliche versteckte Preiserhöhung der veröffentlichten Produkte lag bei 28,4 Prozent. Zwar ist sie damit im Vergleich zum vergangenen Jahr leicht gesunken, sie bleibt aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes betrug die offizielle Teuerungsrate für Nahrungsmittel bis einschließlich Ende November im Durchschnitt lediglich 2,1 Prozent. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Hersteller und Händler versteckte Preiserhöhungen gezielt nutzen, um Verbraucherinnen und Verbraucher besonders stark zur Kasse zu bitten!
Klare gesetzliche Regeln gefordert
Aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher ist Shrinkflation inakzeptabel. 76 Prozent der Deutschen fühlen sich laut einer Studie des Portals Lebensmittelklarheit durch versteckte Preiserhöhungen getäuscht, weil man weniger Inhalt in einer Verpackung schnell übersieht. Die Verbraucherzentrale unterstützt daher die Forderungen nach klaren gesetzlichen Regeln. Dazu zählen eine verpflichtende Kennzeichnung von Mengenreduktionen auf der Verpackung, gut sichtbare Hinweisschilder im Handel, kleinere, ressourcenschonende Verpackungen, die dem Inhalt entsprechen.